Hiroshi Miyazawa und Norio Yokoshima, die General Manager in der Industrial Solutions Operations Division bei Epson

General Manager in der Robotics Solutions Operations Division bei Epson (l. Hiroshi Miyazawa u. r. Norio Yokoshima) - Bild: Epson

Produktion: Herr Yokoshima, was denken Sie über kollaborierende Roboter? Werden Sie die Robotik in Zukunft dominieren?

Norio Yokoshima: Kollaborative Eigenschaften spielen in Zukunft eine bedeutende Rolle in der Robotik. Unser Ziel ist es, mit kollaborierenden Robotern menschliche Arbeiter zu unterstützen. Die Voraussetzung dafür ist eine Menge an Sicherheitstechnik. Wir entwickeln derzeit verschiedene Sensoren, die den sicheren Einsatz kollaborierender Roboter ermöglichen. Unabhängig davon, muss aber auch eine weiteres Problem gelöst werden. Menschen können mithilfe ihrer Hände sehr schnell arbeiten, beispielsweise in der Montage. Ein kollaborierender Roboter arbeitet eher langsam, das bleibt aktuell ein Dilemma. Wir arbeiten daran, dies mit Hilfe von Sensoren zu lösen, die den Roboter unterstützen.

Produktion: Planen Sie, weitere kollaborative Roboter auf den Markt zu bringen?

Norio Yokoshima: Ja, wir haben vor, eine ‚basic collaborative technology‘ zu entwickeln, die im Speziellen auf Sensortechnik basiert. Dabei geht es zum Beispiel darum, dass der Roboter Menschen erkennt, die sich nähern. Diese Technologie wollen wir dann sowohl für Sechsachser als auch für unseren Dual-Arm-Roboter nutzen.

Produktion: Mit welchen Neuigkeiten im Bereich Kleinroboter wollen Sie sich zukünftig von Wettbewerbern differenzieren?

Norio Yokoshima: Unser Ziel ist vorrangig, hochpräzise Roboter anzubieten. Diese hochpräzisen Roboter werden beispielsweise für Montagelinien benötigt. Das ist zum Beispiel wichtig, um wachsende Märkte wie den Bereich Smartphone-Montage in China bedienen zu können. Momentan stehen diese Produktionslinien hauptsächlich in China. Wir glauben aber, dass solche Montageapplikationen in Zukunft auch in Osteuropa oder Lateinamerika zu finden sind. Unser Ziel ist es daher, mit unseren hochpräzisen Kleinrobotern weltweit Wachstum zu generieren.

Produktion: Werden in Europa spezielle Roboter benötigt?

Norio Yokoshima: Aus unserer Sicht wächst die Welt immer mehr zusammen. Mittlerweile werden weltweit dieselben Roboter gebraucht, um Produktionslinien zu automatisieren. Wir bieten unsere Produkte daher weltweit an.

Weltneuheit: Sechsachser für geringen Platzbedarf

Bild: Epson

Auf der IREX in Tokio hat Epson einen ersten Vertreter der neuen Sechsachser-N-Serie gezeigt. Die Roboterarme der N-Serie sind neuartig konstruiert und lassen sich auf geringem Raum zusammenfalten. Dadurch kommen sie mit bis zu 40 % weniger Platz aus als andere Sechsachser. Das erste Produkt der N-Serie kommt im Mai 2016 auf den Markt.
Der Roboter benötigt nur rund 600 m2 Platz. Das entspricht in etwa dem Arbeitsraum, den ein Mensch benötigt. Epson sieht den Einsatz der Roboter vor allem im Bereich Montage und Überprüfung von Elektronikprodukten, Elektronik- oder Automotive-Komponenten sowie im Bereich Medizintechnik.