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Beim SAP Executive Summit in München stand das Internet of Things (IoT) im Mittelpunkt. - Bild: SAP

Laut SAP ermöglicht das Internet of Things die Entwicklung neuer digitaler Services und Geschäftsmodelle mittels intelligenter, miteinander vernetzter Endgeräte und Maschinen. Diese Symbiose ist der Schlüssel für massives Wachstum in diesen Märkten, hieß es auf dem Summit in der BMW Welt in München.

„Lassen Sie uns über die Zukunft sprechen“, sagte dann auch Dr. Tanja Rückert, Executive Vice President, Digital Assets & IoT bei SAP. Zwar werde in der Zukunft vieles digitalisiert werden. „Aber der menschliche Austausch, dieses face to face, wird auch weiterhin extrem wichtig sein“, sagte sie vor den rund 300 Teilnehmern des Summit in München. „Ich glaube daran, dass die Wichtigkeit von menschlicher Interaktion sogar steigen wird. Denn wir denken über Innovationen nach, wie geht es voran - wie gestalten wir die Zukunft und nicht wie wird die Zukunft gestaltet.“

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Dr. Tanja Rückert, Executive Vice President, Digital Assets & IoT, SAP. - Bild: SAP

Rückert entwarf auf der Bühne eine digitale Zukunftsvision mit einer intelligenten, komplett vernetzten Welt. „Wir glauben, wirklich alle Dinge werden intelligent werden“, so die SAP-Managerin. Es werde smarte Kleidung geben, intelligenten Schmuck – alles werde vernetzt sein: Eben ein Internet der Dinge. „Roboter werden mit uns und nicht mehr neben uns arbeiten – die starre Trennung wird aufgehoben sein.“

Die natürliche menschliche Kommunikation sei aber die Sprache, so Rückert. Schon heute gebe es digitale Assistenten wie Siri, Cortana oder Alexa, die im Moment noch stark im privaten Umfeld verhaftet seien. „Aber sie werden Einzug halten in die Business-Systeme. Die Tastatur wird es in ein paar Jahren so nicht mehr geben“, blickte Rückert in die Zukunft. Doch dürfe man eines nicht außer Acht lassen, wenn man über eine vernetzte Welt im Sinne des Internet of Things spreche: die Sicherheit. „Die Sicherheit der Datenflüsse ist entscheidend.“

Rückert erwartet, dass der Wandel im Bezug auf IoT schnell gehe, schneller als Veränderungen in der Vergangenheit brauchten. Sie erwartet, dass der Wandel exponentiell sein wird. Diesen schnellen Wandel beschreibt Rückert mit den sogenannten fünf Ds:

  • Deception – Wachstum erscheint zunächst linear
  • Demonetization – teure Güter werden fast kostenlos verfügbar
  • Dematerialization – physische Produkte werden durch digitale ersetzt
  • Democratization – die Kosten werden so gering, dass jeder es sich leisten kann
  • Disruption – neue Geschäftsmodelle lösen alte ab

Der Wandel werde alles erfassen, so Rückert: „Es wird sich radikal ändern, wie Unternehmen miteinander agieren, wie sie sich vernetzen, wie wir Daten sharen. Auch unser Leben wird sich verändern. Die Gesellschaft wird sich mehr leisten können. Wir werden individualisierte Produkte haben wollen, es wird viel mehr digitalisiert werden“, so die SAP-Expertin.

Schon heute gebe es Trends, die in diese Richtung zielten. „Diese Trends werden durch uns ausgelöst - aber nicht als der Mitarbeiter der SAP oder Zeiss oder Siemens oder T-Systems sondern durch uns als Konsumenten“, so Rückert. „Wir als Konsumenten haben immer höhere Ansprüche. Wir wollen die Sachen genau wie wir sie uns vorstellen, individuell zusammengestellt. Und wir wollen sie auch nicht in zwei Tagen oder per Lieferung in einem Monat. Wir wollen sie jetzt.“

Dieser Konsumentenfokus personalisierter Produkte sei heute schon Realität. „Wenn wir dies gewährleisten wollen, müssen wir auf die Daten der Maschinen, der Lkw, aller Dinge, die mit dem Produkt in Verbindung stehen in Echtzeit zugreifen. Sonst können wir nie eine Beschleunigung der Auslieferung erzeugen“, sagte Rückert. Sie plädiert für viel mehr „data driven decision making“ und "data sharing" über Unternehmensgrenzen hinweg.

Außerdem plädiert Rückert für Zusammenarbeit – zum Beispiel zwischen OT und IT: „Nur so werden wir den Benefit sehen.“ Effizientere Prozesse, Optimierung des Job-Flow, Steigerung der Produktivität – das alles sei möglich, wenn die bereits jetzt existierenden Daten smart genutzt würden.

Im Zuge des Internet of Things werde nach und nach jedes Unternehmen ein Software-Unternehmen werden. „Und jedes Unternehmen wird auch am Mindset oder der Geisteshaltung etwas ändern.“ Das sei auch bei SAP selbst nicht anders. „Noch vor ein paar Jahren hat jeder gesagt: Hauptsache das System läuft. Wenn das System heute aber nicht intuitiv zum Beispiel über Sprachsteuerung zu bedienen ist, wird es keiner nutzen.“ Darum müsse man sich Gedanken machen. Die Technologie sei dabei keine Barriere mehr – „wenn sie noch nicht da ist, wird sie im nächsten Jahr erfunden“.

Ihr Unternehmen wolle die digitalen Transformation unterstützen und nicht „in einem Dashboard der Analytics-Auswertung“ enden. Die Daten der Maschine oder des Devices müssten zum Businessprozess passen. „Es heißt, dass 80 Prozent der Geschäftsprozesse in den nächsten vier Jahren eliminiert sein werden“, so Rückert. „Das dauert so lange wie von der Einschulung bis auf das Gymnasium.“

SAP könne die strukturierten und unstrukturierten Daten mit Betadaten zusammenbringen und Analysen, Handlungsempfehlungen oder Änderungen im Backend liefern. Und gerade im Backend, den Business-Prozessen spiele die Musik. „Und jedes Mal, wenn wir neue Daten bekommen, wird das System intelligenter, höher automatisiert und damit müssen wir auch weniger eingreifen und können uns auf neue Geschäftsprozesse konzentrieren“, sagte Rückert. Das Ganze Thema IoT sei aber keines, das ein Player alleine bespielen könne: „Wir arbeiten darum mit sehr vielen Partnern wie Siemens oder T-Systems zusammen.“

Das Internet of Things werde die komplette Wertschöpfungskette verändern. „Die Zukunft ist die Vernetzung vom Supplier bis zum Konsumenten. Die Schritte werden parallelisiert.“ Die Landschaft werde vereinfacht. Es gehe in eine stärkere Vernetzung und in eine stärkere Beschleunigung der Prozesse und damit auch die Möglichkeit der personalisierten Produkte, die den Konsumenten den Vorteil bringe.

Produktion in Deutschland lohne sich wieder. „Personalisierte Fertigung oder Mass-Customization kann für den Standort viel bewegen. „Und wir sind mittendrin. Auf Industrie 4.0, hier geboren in Deutschland, blickt man von überall her – egal ob aus China oder aus Japan.“ Industrie 4.0-Mass-Customization, möglich durch das Internet der Dinge, sei die große Chance für Deutschland. „Diese Riesenchance sollten wir ergreifen.“

Das SAP Executive Summit bei Twitter: #SAPIoT

Weitere Informationen zum Thema Internet der Dinge erfahren Sie auf www.sap.de/iot