SAP Hana

Auch beim SAP TechEd in Barcelona 2015, war Hana ein wichtiges Thema. - Bild: SAP

Hartmut Thomsen
Hartmut Thomsen ist Deutschland-Chef bei SAP. - Bild: SAP

Was Hana kann und in Zukunft leisten wird, erläutern die SAP-Manager Hartmut Thomsen und Rolf Schumann in einem gemeinsamen Interview mit Dow Jones. Thomsen ist Deutschland-Chef bei SAP, Schumann Technikvorstand für die Regionen Europa, Naher Osten und Afrika sowie für Mittel- und Osteuropa.

DJ: Hana ist 2006 erfunden worden, seit 2011 gibt es Anwendungen für die superschnelle Datenbank. Wo steht Hana heute?

Es gibt weltweit mehrere tausend Kunden, die Hana gekauft haben. Das heißt nicht, das es schon so viele Anwender gibt, bei einigen Kunden ist Hana auch erst in der Implementierung. Viele Kunden machen das nicht in einem Schritt. Die Frage ist aber nicht ob Hana, sondern wann.

DJ: Wo stehen wir in Deutschland? Wieviele Kunden haben sie hierzulande für Hana?

In Deutschland sind wir schon ziemlich weit, konkrete Kundenzahlen brechen wir aber nicht auf einzelne Märkte herunter. In Deutschland geht es bereits darum, neue Geschäftsmodelle, Vertriebskanäle zu schaffen. In anderen Ländern wird Hana noch dazu benutzt, Prozesse weniger komplex zu machen.

DJ: Können Sie ein konkretes Beispiel nennen?

Nehmen sie den Stahlkonzern Klöckner. Wenn der merkt, dass ein Transport nur wenig ausgelastet ist, kontaktiert er potenzielle Kunden entlang der Transportstrecke und fragt ihren Bedarf ab. Die Kunden bekommen keine Schnäppchenpreis, gleichwohl können die eingesparten Transportkosten weiter gegeben werden. Oder nehmen sie Siemens: Mit Hilfe von Hana kann der Technologiekonzern feststellen, dass ein Ersatzteil ausgewechselt werden muss, ehe es wirklich den Dienst versagt. Für den störungsfreien Betrieb von Industrieanlagen ist das unglaublich wichtig.

DJ: Gibt es weitere Vorteile von Hana?

Was viele unterschätzen: Wird Hana in die Cloud integriert, hat das einen entscheidenden Vorteil. Hat der Kunde ein Problem, brauchen wir ihm keine fertige Anwendung zu präsentieren, sondern können die Lösung für sein Problem individuell und vor allem sehr schnell programmieren.

DJ: Also geht 2020, zum Ende diesen Jahrzehnts, nichts mehr ohne Hana?

So weit möchten wir nicht gehen, es gibt auch andere Plattformanbieter, etwa IBM und Amazon. Wir kooperieren auch, etwa mit Apple, um die Erfahrung der Anwender weiter zu erhöhen. Es wird auch 2020 mehrere Plattformanbieter geben, aber Hana wird dazu gehören.

Rolf Schumann
Rolf Schumann ist SAP-Technikvorstand für die Regionen Europa, Naher Osten und Afrika sowie für Mittel- und Osteuropa. - Bild: SAP