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Heute ist es für Schuhhersteller schwierig, im harten Wettbewerb zu bestehen und Modetrends vorherzusagen. Mit SAP Connected Products evaluieren Designer der Aimickey Shoe Company Marktanforderungen und Trends und initiieren daraufhin den durch unterschiedliche Algorithmen und Machine Learning unterstützten Designprozess. Verbraucher können neu veröffentlichte Designs im Online-Shop von Aimickey ansehen und Stil und Farbe selbst auswählen. - Bild: Fotolia/konradbak

Wird uns künstliche Intelligenz irgendwann den Job streitig machen? Zumindest beim ‚Future of Go Summit’ in Wuzhen (China) entschied die Google-Software AlphaGo den Kräftevergleich zwischen Mensch und Computer für sich. Am 25. Mai besiegte AlphaGo das chinesische Wunderkind und den Weltranglistenersten Ke Jie im Brettspiel Go.

KI als Vor- oder Nachteil?

Wer kein Go-Spieler, sondern Entwickler ist, hat noch einmal Glück gehabt. Aber Moment mal, Künstliche Intelligenz (KI) kann anscheinend auch programmieren. Ist das für die Menschheit nun von Vorteil oder nicht?

Eigentlich nimmt das maschinelle Lernen (ML), das erfolgreichste Teilgebiet der künstlichen Intelligenz, den Menschen Routineaufgaben ab, damit sie mehr Zeit für Innovationen haben.

Außerdem hat auch KI/ML trotz der scheinbar großen Leistungsfähigkeit eine Achillesferse: das sinnstiftende Handeln. Wie schon der israelische Autor Yuval Noah Harari feststellt: „Der Homo Sapiens verleiht seiner Welt Bedeutung“, – Maschinen sind dazu jedoch nicht in der Lage.

Digitale Innovationen mit Sinn und Ziel

Die SAP nutzt digitale Innovationen mit einem konkreten Ziel: die Abläufe der weltweiten Wirtschaft und das Leben von Menschen zu verbessern. SAP Leonardo unterstützt diese Innovationen mithilfe bestimmter Technologien und Services, wie maschinelles Lernen, auf Basis der SAP Cloud Platform.

Maschinen haben kein höheres Ziel. Und egal, wie schnell sie lernen, sie wissen nicht genau, warum sie es tun, und werden nicht von allein Intelligenz in eine Unternehmensanwendung der SAP-Kunden bringen. Firmen, die jedoch einen Nutzen aus maschinellem Lernen ziehen wollen, wissen oft nicht, wo sie anfangen sollen und wie sie die vielversprechenden Technologien nutzen können. Das ist die Aufgabe der SAP. Weil die SAP zu den ersten Anwendern gehört.

Video: Shoe Shopping is Going Digital

Skalierbar einsetzen

Wer sich beim maschinellen Lernen von der Konkurrenz abheben möchte, braucht nicht die intelligenteren Algorithmen, sondern muss vor allem wissen, wie er diese am besten nutzen und schnell und skalierbar einsetzen kann. Aufgrund der Zusammenarbeit zwischen SAP und Google sind sämtliche Modelle für maschinelles Lernen einsetzbereit – von Vision API, über Speech API, Translate API hin zu Natural Language API.

Die eigentliche Frage ist jedoch, wie wir diese Modelle einsetzen, wie innovativ wir damit umgehen, ob wir sie nutzen, um das Leben von Menschen zu verbessern, oder wie im folgenden Fall, um den Schuhkauf effizienter zu gestalten.

Schuhkauf mit VR-Brille und 3D-Scanner

Schuhe einkaufen ist nicht immer angenehm und kann sogar frustrierend sein. Vor allem dann, wenn ein Käufer dringend neue Schuhe braucht, aber das perfekte Paar auch nach einer ausgiebigen Shopping-Tour noch nicht gefunden hat. Mittlerweile ist es für Schuhhersteller schwierig, im harten Wettbewerb zu bestehen und Modetrends vorherzusagen.

„Unsere Designer folgen bei Modetrends ihrem Instinkt und manchmal entsprechen ihre Ideen nicht den Marktanforderungen. Dann bleiben wir auf diesen Schuhen sitzen“, so Lin Yuchun, President der Aimickey Shoe Company aus Chengdu, einem der vier Hauptstandorte für Schuhhersteller in China.

Video: SAP Leonardo Live Demo at Sapphire now 2017

Auf Anfrage von Lin Yuchun entwickelte das SAP S/4HANA Connected Products Team in den SAP Labs China die Lösung SAP Connected Products, die maschinelles Lernen und Virtual-Reality-Technologien vereint. Mithilfe dieser Lösung evaluieren Yuchuns Designer Marktanforderungen und Trends und initiieren daraufhin den durch unterschiedliche Algorithmen und Machine Learning unterstützten Designprozess. Verbraucher können neu veröffentlichte Designs im Online-Shop von Aimickey ansehen und Stil und Farbe selbst auswählen.

Bildergalerie: Das sind die wichtigsten Virtual-Reality-Brillen

  • Der Automobilhersteller Volvo nutzt bereits die VR-Brille HoloLens von Microsoft. Die Brillen werden derzeit hauptsächlich in der Fahrzeugentwicklung eingesetzt, später sollen sie auch zur Fahrzeugkonfiguration und in der Produktion eingesetzt werden. - Bild: Microsoft

    Der Automobilhersteller Volvo nutzt bereits die VR-Brille HoloLens von Microsoft. Die Brillen werden derzeit hauptsächlich in der Fahrzeugentwicklung eingesetzt, später sollen sie auch zur Fahrzeugkonfiguration und in der Produktion eingesetzt werden. - Bild: Microsoft

  • Dieses Modell wurde laut Hersteller ODG für die Schwerindustrie entwickelt. Auf dem Display können Arbeitsanweisungen, Checklisten, Lieferketten, Alarme und ähnliche Informationen dargestellt werden. Damit eignet sich die Brille von ODG zum Beispiel für den Einsatz am Flughafen, in der chemischen oder in der Ölindustrie. - Bild: ODG

    Dieses Modell wurde laut Hersteller ODG für die Schwerindustrie entwickelt. Auf dem Display können Arbeitsanweisungen, Checklisten, Lieferketten, Alarme und ähnliche Informationen dargestellt werden. Damit eignet sich die Brille von ODG zum Beispiel für den Einsatz am Flughafen, in der chemischen oder in der Ölindustrie. - Bild: ODG

  • Oculus konzentriert sich derzeit vor allem auf die Unterhaltungsindustrie. Doch die Brillen eignen sich zum Beispiel für Schulungs- und Übungszwecke. Die Technologie von Oculus Rift kommt auch im Modell Samsung Gear VR zum Einsatz, in die ein Samsung-Smartphone mit 3D-App gesteckt werden kann. Die Welten, die sich User mit der Brille ansehen können, werden teilweise mit Drohnen und 360-Grad-Kameras aufgenommen. Damit der Nutzen in der Industrie klarer wird, müssen Hersteller wie Oculus jedoch deutlich mehr tun. Ein Problem ist derzeit noch die lange Ladezeit von über 30 Sekunden beim Starten eines Programms, an deren Verringerung die Branche mit Hochdruck arbeitet. - Bild: Oculus

    Oculus konzentriert sich derzeit vor allem auf die Unterhaltungsindustrie. Doch die Brillen eignen sich zum Beispiel für Schulungs- und Übungszwecke. Die Technologie von Oculus Rift kommt auch im Modell Samsung Gear VR zum Einsatz, in die ein Samsung-Smartphone mit 3D-App gesteckt werden kann. Die Welten, die sich User mit der Brille ansehen können, werden teilweise mit Drohnen und 360-Grad-Kameras aufgenommen. Damit der Nutzen in der Industrie klarer wird, müssen Hersteller wie Oculus jedoch deutlich mehr tun. Ein Problem ist derzeit noch die lange Ladezeit von über 30 Sekunden beim Starten eines Programms, an deren Verringerung die Branche mit Hochdruck arbeitet. - Bild: Oculus

  • Das Modell Moverio von Epson wird in der Industrie hauptsächlich bei Wartungen eingesetzt. Die Brille kann beispielsweise stark vergrößern, sodass auch kleine Kabelbeschriftungen zu lesen sind. Techniker an anderen Standorten können mit schauen, Anweisungen geben und diese auf die Brille schicken. Hierdurch lassen sich laut Hersteller die Zeiten für einen Wartungsauftrag optimieren. - Bild: Epson

    Das Modell Moverio von Epson wird in der Industrie hauptsächlich bei Wartungen eingesetzt. Die Brille kann beispielsweise stark vergrößern, sodass auch kleine Kabelbeschriftungen zu lesen sind. Techniker an anderen Standorten können mit schauen, Anweisungen geben und diese auf die Brille schicken. Hierdurch lassen sich laut Hersteller die Zeiten für einen Wartungsauftrag optimieren. - Bild: Epson

  • Dieses Modell von Daqri ist bei Unternehmen wie Siemens oder Emerson im Einsatz. Der Helm stellt Temperaturmessungen, Arbeitsanweisungen, Fernwartungen durch Experten und Übersichten im Arbeitsalltag zur Verfügung. - Bild: Daqri

    Dieses Modell von Daqri ist bei Unternehmen wie Siemens oder Emerson im Einsatz. Der Helm stellt Temperaturmessungen, Arbeitsanweisungen, Fernwartungen durch Experten und Übersichten im Arbeitsalltag zur Verfügung. - Bild: Daqri

  • Das große Fragezeichen auf dem VR-Brillen-Markt: Das Start-up Magic Leap aus Florida, USA, macht es besonders spannend und hält seine Entwicklung streng geheim. Bekannt ist lediglich, dass das Startup rund 1,4 Milliarden US-Dollar Venture-Kapital eingesammelt haben und 1.200 Mitarbeiter beschäftigen soll. Zu den größten Kapitalgebern gehören Alibaba und Google. Kürzlich kaufte Magic Leap die auf das Inside-Out-Tracking für VR-Brillen spezialisierte 3D-Sparte des Schweizer Startups Dacuda. Selbstgestecktes Ziel der Newcomer: Die innovativste VR/AR-Brille auf den Markt zu bringen. - Bild: Pixabay

    Das große Fragezeichen auf dem VR-Brillen-Markt: Das Start-up Magic Leap aus Florida, USA, macht es besonders spannend und hält seine Entwicklung streng geheim. Bekannt ist lediglich, dass das Startup rund 1,4 Milliarden US-Dollar Venture-Kapital eingesammelt haben und 1.200 Mitarbeiter beschäftigen soll. Zu den größten Kapitalgebern gehören Alibaba und Google. Kürzlich kaufte Magic Leap die auf das Inside-Out-Tracking für VR-Brillen spezialisierte 3D-Sparte des Schweizer Startups Dacuda. Selbstgestecktes Ziel der Newcomer: Die innovativste VR/AR-Brille auf den Markt zu bringen. - Bild: Pixabay

  • Virtuelle Show Rooms: Veränderung gibt es künftig auch auf Kundenseite. Experten rechnen damit, dass Kunden sich Produkte sowohl virtuell konfigurieren, als auch virtuell begutachten wollen. Mit dem Windows 10 Creators Update vom ersten Halbjahr 2017 können User mittels einer VR-Brille Produkte aus Webshops im virtuellen Raum unter die Lupe nehmen. Gefragt werden künftig vor allem virtuelle Show Rooms sein, in denen sich Kunden bewegen und das Angebot „wie im echten Leben“ anschauen können. - Bild: Microsoft

    Virtuelle Show Rooms: Veränderung gibt es künftig auch auf Kundenseite. Experten rechnen damit, dass Kunden sich Produkte sowohl virtuell konfigurieren, als auch virtuell begutachten wollen. Mit dem Windows 10 Creators Update vom ersten Halbjahr 2017 können User mittels einer VR-Brille Produkte aus Webshops im virtuellen Raum unter die Lupe nehmen. Gefragt werden künftig vor allem virtuelle Show Rooms sein, in denen sich Kunden bewegen und das Angebot „wie im echten Leben“ anschauen können. - Bild: Microsoft

  • Wer VR-Brillen in Prozesse einbinden oder für die Schulung nutzen will, der braucht auch entsprechende Software. Bisher gibt es erst wenige Dienstleister, die Unternehmen bei der Entwicklung von Individualsoftware für die virtuelle Realität unterstützen. Einer davon ist Salt and Pepper Software Solutions, der Anbieter hat eine App für die Bauraumuntersuchung im Programm, mit der sich die Bewegung eines Users in Echtzeit erfassen und virtuell abbilden lässt. Auch VR-Nerds und der auf Industrie 4.0 spezialisierte Dienstleister Datenflug bieten Softwareentwicklung für den virtuellen Raum an. - Bild: Pixabay

    Wer VR-Brillen in Prozesse einbinden oder für die Schulung nutzen will, der braucht auch entsprechende Software. Bisher gibt es erst wenige Dienstleister, die Unternehmen bei der Entwicklung von Individualsoftware für die virtuelle Realität unterstützen. Einer davon ist Salt and Pepper Software Solutions, der Anbieter hat eine App für die Bauraumuntersuchung im Programm, mit der sich die Bewegung eines Users in Echtzeit erfassen und virtuell abbilden lässt. Auch VR-Nerds und der auf Industrie 4.0 spezialisierte Dienstleister Datenflug bieten Softwareentwicklung für den virtuellen Raum an. - Bild: Pixabay

Durch das Co-Innovationsprojekt wird der Schuhkauf zu einer völlig neuen Erfahrung: Mit einer Virtual-Reality-Brille erhalten Kunden einen Vorgeschmack darauf, wie die selbst gestalteten Schuhe an ihren Füßen aussehen würden. Ein 3D-Scanner sorgt außerdem dafür, dass sie wie angegossen passen.

Und das alles zu einem erschwinglichen Preis. Durch SAP Connected Products verkürzt sich der Design- und Produktionszyklus, ohne dass die Kosten dabei steigen. Jeder kann so sein individuelles Paar Schuhe gestalten und es innerhalb einer Woche fertigen lassen.

„Durch die digitale Innovationsplattform von SAP sind wir beim Design und in der Produktion agiler und präziser geworden und konnten unseren Bestand reduzieren. Das ist für die Schuhindustrie absolut wegweisend“, erklärt Lin und freut sich schon sehr darauf, was die Zukunft für sein Unternehmen noch bereithält. Laut World Footwear entfallen auf China jährlich rund 60 % der weltweiten Schuhproduktion. Im Jahr 2015 waren dies 23 Milliarden Paar Schuhe. Mit dem neuen Ansatz sorgt Lin dafür, dass sich seine Schuhe von den Produkten der Mitbewerber abheben.

Die Stadtverwaltung sieht es gerne, dass lokale Unternehmer wie Lin die Digitalisierung zu ihrem Vorteil nutzen. Früher war Chengdus Schuhindustrie eher im Niedrigpreissegment angesiedelt. „Durch Co-Innovationsprojekte unserer Unternehmen mit SAP möchten wir die Modernisierung und den Wandel in unserer regionalen Wirtschaft vorantreiben. Außerdem haben wir vor, Chengdu damit einen Wettbewerbsvorteil und eine bessere Position unter den Schuhherstellern weltweit zu verschaffen“, erklärte Ye Zhijun, der stellvertretende Bürgermeister von Chongzhou, Chongquing City.

Neue Maßstäbe für die Zusammenarbeit

Das SAP S/4HANA Connected Products Team arbeitete nicht im Alleingang, sondern gemeinsam mit dem Kunden. Dieses Projekt ist nur eines der Innovationsvorhaben, die SAP Labs China im Rahmen des Customer-Circle-Programms unterstützt. Das Ziel ist es, die Entwickler näher an den Kunden zu bringen, um ihren Bedarf zu verstehen und besser mit ihnen zusammenzuarbeiten. Letztlich haben die Kunden den Wunsch, etwas zu verändern, und bringen fundiertes Branchenwissen mit ein. Dafür bietet SAP innovative Technologien.

Und, wie der SAP-Aufsichtsratsvorsitzende Hasso Plattner in seinem Keynote auf der SAPPHIRE NOW sagte: „Die Betonung liegt hier auf dem Wort ‚gemeinsam‘!“ Mit dem kürzlich angekündigten digitalen Innovationssystem SAP Leonardo kann die SAP gemeinsam mit Kunden noch Größeres erreichen, zum Beispiel auch in China. Wir dürfen also gespannt sein …