Fahrerlose Transportfahrzeuge

Mit fahrerlosen Transportfahrzeugen auf dem Weg zur Fertigung 4.0. - Bild: Amazon

Auf dem Weg zur Fertigung 4.0 spielt die Automatisierung des innerbetrieblichen Materialflusses eine bedeutende Rolle. Dazu eignen sich vorrangig mobile Roboter beziehungsweise Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF). Diese beiden Begriffe werden seit einiger Zeit oftmals als Synonym verwendet, dennoch besteht laut Christoph Kirsch vom Fraunhofer IML ein gewisser Unterschied.

So seien FTF flurgebundene Fördermittel mit eigenem Fahrantrieb, die automatisch gesteuert und berührungslos geführt werden sowie dem Materialtransport dienen. Der Begriff ‚Mobiler Roboter‘ werde häufig als ein Oberbegriff für sämtliche Typen von Fahrzeugen genutzt, welche sich entweder autonom oder teleoperativ in einer Umgebung bewegen und einer speziellen Tätigkeit nachgehen. FTF sind somit eine Art Unterkategorie eines mobilen Roboters.

Fahrerloses Transportsystem

Kombiniert man FTF mit einer Leitsteuerung und befähigt sie zur Standortbestimmung und Datenübertragung sowie zur Interaktion mit peripheren Einrichtungen, ergibt das ein Fahrerloses Transportsystem (FTS). So beschreibt es der Leitfaden FTS-Sicherheit. Wie Swisslog mitteilt, spielen FTS in der Produktionslogistik schon heute eine wichtige Rolle und erfreuen sich dank einer maximalen Flexibilität einer großen Beliebtheit.

Aufgrund der stetig wachsenden Anforderungen in der Produktionslogistik an Schnelligkeit, Qualität, Flexibilität und Verfügbarkeit böten Fahrerlose Transportsysteme einen wesentlichen Vorteil im Vergleich zu starren Systemen oder manuellen Lösungen.

Swisslog bietet basierend auf unterschiedlichen Fahrzeugtypen logistische Lösungen für den Waren- und Materialtransport zwischen Arbeitsstationen im Produktionsumfeld oder zwischen dem Warenlager und der Produktionslinie an. Als voll integrierter Bestandteil eines Lagerverwaltungssystems optimiert der Flottenmanager von Swisslog die Transportwege der einzelnen FTF.

Materialfluss mit autonomen Fahrzeugen

Auch Melkus Mechatronics – ein Unternehmen, das mit dem Automatisierungsanbieter Sigmatek zusammenarbeitet – bietet eine FTS-Lösung. Firmengründer Andreas Melkus hatte beobachtet, dass in vielen Unternehmen sehr viele Materialien in Transportkisten von 60 x 40 cm durch die Fertigung geführt werden.

„Viele dieser Transporte erfolgen über von Hand geschobene Transportwagen“, so seine Erkenntnis. Daraus entstand die Idee für Agumos, das den Materialfluss mit kleinen autonomen Fahrzeugen durchführt. Das FTS funktioniert auf einem normalen Industrieboden, kann auf engem Raum manövrieren und die Ausrichtung des Ladungsträgers an die zu beliefernden Arbeitsplätze anpassen, damit das Transportgut ergonomisch günstig positioniert werden kann. Auch Melkus sieht sein FTS somit als wesentlichen Teil auf dem Weg zur Fertigung 4.0.

Fahrerlose Transportsysteme eignen sich auch für Produktionsumgebungen
Flurgebundene Fördermittel mit eigenem Fahrantrieb (Klicken zum Vollbild). - Bilder: Adept, Melkus Mechatronics, MIR