SAP Asset Intelligence Network AIN

Über das SAP Asset Intelligence Network teilen Hersteller, Dienstleister und Anlagenbetreiber ihre Daten miteinander. Ein Hersteller stellt etwa die Stammdaten für ein bestimmtes Modell zur Verfügung. Kunden, die diese Maschine oder dieses Bauteil nutzen, können die Daten in ihre Systeme übernehmen und mit den bereits vorhandenen Stammdaten verbinden. - Bild: SAP

"Als Geschäftsnetzwerk vereint das SAP Asset Intelligence Network Informationen von Herstellern, Dienstleistern und Anlagenbetreibern auf einer cloudbasierten Plattform. Das steigert die Effizienz und senkt das Risiko beim Betrieb der Anlagen", sagt Achim Krüger, bei SAP zuständig für den Geschäftsbereich Asset Management.

"Das Netzwerk erleichtert es, standardisiert zu kommunizieren, was für den Hersteller bedeutet, dass eigene Portale nicht mehr benötigt werden." Schon bei der Spezifikation und Entwicklung des AIN hat SAP auch Kunden mit ins Boot geholt: Im Rahmen von sogenannten 'Design Thinking Sessions' wurden SAP-Kunden aus unterschiedlichen Industrien und Rollen einbezogen, um die Anforderungen an die Lösung zu definieren, dazu Achim Krüger: “Diese Kunden haben dann auch in einer Betaphase der Lösung bereits partizipiert und weiteres wertvolles Feedback gegeben.“

So haben an der Betaphase beispielsweise SAP-Kunden wie BASF, Shell, Endress+Hauser, KSB und Seepex teilgenommen, mit denen SAP den Übergang in die produktive Nutzung bespricht.

Achim Krüger SAP
Achim Krüger, SAP: "Als Geschäftsnetzwerk vereint das SAP Asset Intelligence Network Informationen von Herstellern, Dienstleistern und Anlagenbetreibern auf einer cloudbasierten Plattform. Das steigert die Effizienz und senkt das Risiko beim Betrieb der Anlagen." - Bild: SAP

Das SAP AIN basiert auf der SAP HANA Cloud Platform und sorgt für die Vereinfachung der Kommunikation zwischen den Beteiligten durch eine Plattform anstelle einzelner Datenaustauschbeziehungen sowie Standardisierung des Datenaustausches und der Formatierung.

„Heute ist es sehr mühsam, wenn jeder Hersteller, Dienstleister oder Anlagenbetreiber sich gesondert mit seinem Geschäftspartner verbinden muss, um Anlagen- oder Bauteildaten auszutauschen“, erläutert SAP-Mann Krüger. Hierbei könne es sich um ganz unterschiedliche Daten handeln: von Bedienungs- und Instandhaltungsanleitungen, Spezifikationen, Ersatzteillisten bis hin zu Sensordaten über den aktuellen Zustand der Anlage. „Wir sprechen hier von einfachen strukturierten Daten bis hin zu umfangreichen zwei- oder dreidimensionalen, interaktiven und animierten Dokumenten“, so Krüger weiter.

Über das SAP Asset Intelligence Network teilen Hersteller, Dienstleister und Anlagenbetreiber ihre Daten miteinander. Ein Hersteller stellt etwa die Stammdaten für ein bestimmtes Modell zur Verfügung. Kunden, die diese Maschine oder dieses Bauteil nutzen, können die Daten in ihre Systeme übernehmen und mit den bereits vorhandenen Stammdaten verbinden. Die Daten bleiben so ohne aufwändige manuelle Arbeit und Medienbrüche aktuell.

„In der Praxis kann das SAP Asset Intelligence Network bei Herstellern und Anlagenbetreibern an ihre PLM- und ERP-Systeme über entsprechende APIs (Application Programming Interface) angebunden werden“, berichtet Achim Krüger.

SAP plant hierzu mehrere Einsatzszenarien. "Neben der Verknüpfung von Stammdaten mit dem ERP-System beim Kunden liegt es nahe, dem Hersteller oder dem Dienstleister Daten über die Anlage im Betrieb in einem genau definierten Umfang verfügbar zu machen – etwa über den aktuellen Zustand, das Nutzungsprofil und die Belastung", sagt Krüger.

"Diese Informationen sind für den Dienstleister oder Hersteller sehr wertvoll, denn mit ihrer Hilfe ist es möglich, den besten Zeitpunkt für eine Inspektion oder Wartung zu finden." Darüber hinaus lassen sich durch Detailinformationen über die Nutzung von Komponenten wiederum Rückschlüsse auf das Design und die Fertigung beim Hersteller ziehen. "Letztlich hilft es den Unternehmen, Komponenten kontinuierlich zu verbessern."

Fehler vermeiden

Dabei profitieren alle Beteiligten auf unterschiedliche Weise: Zum einen natürlich die Hersteller, indem sie wenig standardisierte Herstellerportale ersetzen und automatisieren können, aber auch fundierte Erkenntnisse über den Einsatz ihrer Produkte gewinnen.

Die Dienstleister profitieren im Rahmen von kollaborativen Szenarien. Und Anlagenbetreiber kommen zu mehr Effektivität und Genauigkeit ihrer Anlageninformation, um insbesondere Kosten, Leistungen und Risiken zu optimieren, wie Achim Krüger weiter erläutert: “Der Anlagenbetreiber kann die Stammdaten zu den eingesetzten Anlagen fehlerfrei und effizient übernehmen. Zudem kann er wesentlich bessere Daten über die Anlagen erlangen, die in Betrieb sind.

Für die Anlagenbetreiber geht es dabei nicht nur ein einen Effizienzgewinn, sondern auch um die Senkungen des betrieblichen Risikos. Falsche Stammdaten können zu inkorrekter Handhabung von Anlagen, dem Einbau nicht passender Ersatzteile oder falschen Wartungsmaßnahmen führen.“ Das werde künftiger seltener vorkommen. Zusätzlich kann das SAP Asset Intelligence Network auch dazu dienen, auf neue Modelle oder Ersatzteile hinzuweisen - bis hin zu gezielter Werbung.

Aktuell gestaltet sich die Situation laut Krüger so, dass den Herstellern bislang oft nichts anderes übrig bleibt, als etwa 'Garantiefälle' abzuwarten oder aus einzelnen Kundenmeldungen Rückschlüsse zu ziehen, was verbessert werden muss. Auf der Seite der Anlagenbetreiber werden Informationen über die aktuell eingesetzten Anlagen noch immer mühsam aus unterschiedlichsten Quellen extrahiert.

Dieser Umgang mit den Daten ist selten standardisiert oder strukturiert und damit auch sehr fehleranfällig, dazu Achim Krüger: "Natürlich bieten auch heute schon Hersteller ihren Kunden Informationen im Internet an. Doch geschieht dies immer direkt über herstellerspezifische Portale." Die Anlagenbetreiber, die Anlagen von vielen verschiedenen Herstellern im Einsatz haben, stehen also vor der Herausforderung, sich mit vielen sehr unterschiedlichen Informationsquellen auseinander setzen zu müssen. "Dies ist nicht nur ineffizient, sondern kann im schlimmsten Fall zu kritischen Situationen im Anlagenbetrieb führen", so Krüger weiter.

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