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Leonardo da Vinci sagte einst: „Es ist mir schon lange aufgefallen, dass Erfolgsmenschen sich kaum zurücklehnten und die Dinge passieren ließen. Sie gingen los und passierten den Dingen.“ - Bild: Pixabay

Der Namenspatron von SAP Leonardo, da Vinci, war ein Visionär: viele seiner Erfindungen waren seiner Zeit weit voraus und wegweisend für spätere Entwicklungen. Das Internet der Dinge ermöglicht es nun, seine Ideen Realität werden zu lassen. Anfang des Jahres habe ich einen schönen Nachmittag im Bostoner Museum of Science verbracht, wo die Ausstellung ‚Da Vinci – The Genius’ gezeigt wurde. Die Ausstellung war dem Genie Leonardo da Vincis gewidmet, der sich als Erfinder, Wissenschaftler, Ingenieur, Architekt, Bildhauer und Künstler verdient gemacht hat.

Ausgestellt wurden interaktive und lebensgroße Maschinen, die von italienischen Kunsthandwerkern auf der Grundlage von da Vincis Manuskripten nachgebaut wurden. Dazu gehören unter anderem erste Entwürfe für ein Automobil, Fahrrad, Hubschrauber, Fallschirm, Tauchgerät, ein Vorläufer der heutigen Panzerfahrzeuge sowie der Entwurf einer idealen Stadt.

Zweifellos war da Vinci ein Wegbereiter und seiner Zeit weit voraus. Da Vinci genießt allgemeine Anerkennung – nicht nur als Name, sondern auch als jemand, der eine Zeit des Umbruchs einläutete und für große Entdeckungen und wissenschaftliche Erkenntnisse bekannt ist.

Leonardos Erfindungen in der Jetztzeit

Wie da Vinci wohl reagieren würde, wenn er sehen könnte, wie einige seiner Konzepte realisiert und verbessert wurden und in einer Welt der vernetzten Produkte, Anlagen und Fuhrparks eingesetzt werden? Oder wie sie über das ‚Internet of Everything’ hinweg implementiert werden und so Infrastrukturen, Märkte und Menschen zusammenbringen. Hier sind einige Beispiele dafür, wie sich da Vincis Erfindungen und Ideen im Lauf der Jahre entwickelt haben:

Vom Karren mit Selbstantrieb zu vernetzten Fahrzeugen

Hunderte von Jahren vor der Entwicklung des motorisierten Fahrzeugs entwickelte Leonardo da Vinci einen selbstfahrenden Karren, der durch Sprungfedern angetrieben wurde und mit einer Lenkung und Bremsmöglichkeit ausgestattet war. Noch heute folgen moderne Autos diesem einfachen Prinzip. Mittlerweile sind sie aber miteinander vernetzt und mit hunderten von Sensoren ausgestattet, die Echtzeitanalysen über Lenk- und Bremsverhalten liefern, um so Leistungsprobleme und Schäden vorherzusagen.

Vom Konzept zur Realität einer idealen Stadt

Leonardo da Vincis Entwurf einer idealen Stadt war das Ergebnis einer Pestepidemie, die fast ein Drittel der Bevölkerung Mailands tötete. Da Vinci wollte eine ideale Stadt gestalten, die durch bessere Verkehrsverbindungen, Einrichtungen und einer Abwasserentsorgung die erneute Ausbreitung einer derartigen Krankheit verhindern konnte. Sein Konzept der idealen Stadt sah breitere Straßen vor, die durch ein System aus Schaufelrädern gereinigt werden konnten und mit einem unterirdischem Abwassersystem ausgestattet waren.

In unserer vernetzten Welt wird da Vincis Vision einer idealen Stadt nun zur Wirklichkeit. Städte wurden durch die zunehmende Automatisierung immer umweltfreundlicher, gesünder und sicherer. Stadtbewohner profitieren von einem reibungsloseren Verkehrsfluss, besseren Parkmöglichkeiten und einer besseren Infrastruktur. Eine optimierte Verwaltung von öffentlichen Gebäuden, Plätzen und Häfen, verbesserte Straßenbeleuchtung, gepflegtere Grünanlagen sowie eine zuverlässige Stromversorgung tragen zu einem modernen Stadtbild bei.

Vom Roboter im Ritterkostüm zur Robotik am Arbeitsplatz

Da Vinci schuf aus einen System aus Riemenscheiben, Gewichten und Zahnrädern einen mechanischen Ritter, der als erster Roboter in die Geschichte eingehen sollte. Ursprünglich war sein Roboter im Ritterkostüm für einen Festzug in Mailand vorgesehen. Der Roboter bestand aus einem Ritterkostüm, das durch ein System aus Zahnrädern und Seilzügen angetrieben wurde, mit dessen Hilfe sich der mechanische Ritter setzen, aufstehen, seinen Kopf bewegen und sogar sein Helmvisier öffnen konnte.

Inzwischen sind Robotertechniken in vielen Lagern und Fertigungsanlagen rund um den Globus zu finden. Drohnen und selbstfahrende Fahrzeuge, die Waren liefern, Lager, die vollautomatisiert funktionieren und Produktionsanlagen, die je nach Bedarf gesteuert und konfiguriert werden können – das alles kommt Supply-Chain-Experten zugute, die das Ziel verfolgen, den einzelnen Kunden zu erreichen.

Von Hubschraubern und Flugmaschinen zu vernetzten Anlagen und Fuhrparks

Der Vordenker Leonardo da Vinci war seinen Zeitgenossen weit voraus. Es ist nur schwer vorstellbar, was er sich wohl in der heutigen Zeit ausgedacht hätte – insbesondere mit dem Zugriff auf Big Data und Echtzeit-Analysen, die uns jederzeit Einblicke geben in beinahe jedes Produkt, jedes gefertigte Objekt, jedes verwendete Gerät, jedes Fahrzeug, jedes Gebäude und jede beliebige Person weltweit.

Das Internet der Dinge verbindet alles und jeden miteinander -– die Produkte, die wir herstellen, und die Menschen, die diese Produkte nutzen:

  • Vernetzte Produkte schaffen eine neue Sicht auf das Lebenszyklusmanagement, vom Design über die Herstellung und Lieferung bis zum Ende des Produktlebenszyklus.
  • Vernetzte Anlagen können überwacht, analysiert und in Stand gesetzt werden, um Kosten zu senken und die Anlagen länger produktiv nutzen zu können.
  • Vernetzte Fuhrparks, die aus Fahrzeugen, Robotern, Gabelstaplern und selbstfahrenden Autos bestehen, können überwacht, gewartet und optimiert werden, um die Qualität von Services zu verbessern, die Sicherheit zu erhöhen und die Logistik transparenter zu machen.
  • Vernetzte Infrastruktur kann die digitale operationale Intelligenz von physikalischen Infrastruktur-Systemen und Bauprojekten und Energienetzen verbessern und ermöglicht besseren Service, effiziente Betriebsabläufe sowie zuverlässige Compliance und Risikominderung.
  • Vernetzte Märkte können die Herausforderungen in städtischen Ballungszentren und im ländlichen Raum bewältigen und so die Fertigung neuer Produkte ermöglichen, Anlagen und Flächen effizienter nutzen und den Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen verbessern.
  • Vernetzte Menschen bedeutet gut informierte Mitarbeiter und intensive Zusammenarbeit, besseres Gesundheitsmanagement und Smart-Home-Umgebungen. All dies verbindet Menschen und Gemeinschaften und ermöglicht ihnen einen besseren, ganz persönlichen Lebensstil.

Leonardo da Vinci sagte einst: „Es ist mir schon lange aufgefallen, dass Erfolgsmenschen sich kaum zurücklehnten und die Dinge passieren ließen. Sie gingen los und passierten den Dingen.“ Möglicherweise hatte Leonardo da Vinci eine Vision davon, wie die Dinge am Besten anzugehen sind – lange bevor wir uns überhaupt mit diesem Thema beschäftigten.