Jungheinrich China

Qualitätskontrolle ist in den Fertigungsprozess bei Jungheinrich in China integriert und gewinnt bei der Produktion von Prototypen noch mehr an Bedeutung. - Bild:Thomas Kiefer

„Vor fünf Jahren hätte ich mir keinesfalls vorstellen können, dass wir hier in China Schweißroboter einsetzen oder weitgehend vollautomatisch produzieren.“

Das sagte der Produktionsleiter des Shanghaier Jungheinrich-Werks, Daniel Roesch. Ähnliches berichten viele Vertreter deutscher Firmen, die in China produzieren. Bereits 2014 wurde in China mit 57 000 Robotern ein Viertel der weltweit abgesetzten Roboter verkauft, ein Anstieg um 55 % gegenüber dem Vorjahr.

Hinzu kommt, dass der 10-Jahres-Plan „Made in China 2025“ des chinesischen Staatsrats breiter aufgestellt ist als das deutsche Industrie 4.0. Bei „Made in China 2025“ ist die Integration der Informationstechnologie in die Wirtschaft nur einer von neun Punkten. Es geht auch um Verbesserung der Innovationsfähigkeit, Stärkung der industriellen Basis, weltweite Förderung chinesischer Marken, umweltfreundliche Fertigung und Internationalisierung der Produktion.

Technologische Entwicklung

Zunächst kreierte die rasante technologische Entwicklung in China einen weiter wachsenden Markt für Hightech aus Deutschland. „Die schnelle Modernisierung Chinas und die umfassende technologische Weiterentwicklung der Fertigungsverfahren schaffen dort einen großen Markt für unsere Maschinen der metallbasierten additiven Fertigungstechnologie, des 3D-Drucks“, prognostiziert Dr. Markus Rechlin, CEO der SLM Solutions Group.

„Wenn man sieht, was vor fünf Jahren beispielsweise die Produktion eines Gussteils mit unseren Maschinen kostete und diese Linie fünf Jahre weiterdenkt, dürfte das Verfahren bald bei der Herstellung von vielen Teilen interessant sein. Schon heute lohnt es sich wirtschaftlich, beispielsweise im Automobilbau bei der Produktion von Kleinserien“, so Rechlin.

Kongress „Chinas Plan 2025 und Deutschlands Industrie 4.0“

Experten aus Industrie und Politik zeigten auf dem Shanghaier Kongress „Chinas Plan 2025 und Deutschlands Industrie 4.0“, dass es weniger darum geht, ob China Deutschland überholt und welches Land an der Spitze steht. Wichtiger sei eine auf Augenhöhe angelegte Zusammenarbeit, bei der auch die deutsche Industrie lernen kann.

Der Wettbewerb zwischen den Unternehmen wird durch die Digitalisierung und Internationalisierung weiter angefacht. Wer sich diesen Herausforderungen nicht stellt, fällt zurück. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Unternehmen aus Deutschland oder aus China stammt.