Autofertigung Industrie 4.0

Der deutsche Mittelstand nutzt die Vorteile der Industrie 4.0 bislang nur zögerlich. Für kleinere und mittelständische Hersteller sind die hiermit verbundenen Ausgaben eine große Herausforderung. Dabei können verschiedene Modelle der Anlagenfinanzierung hier helfen. Bild: Siemens

Autonome Anlagentechniken und Produktionssysteme sowie digitale Planungsmethoden steuern die Wertschöpfungsketten. Intelligente, digitalisierte Herstellungsverfahren bieten Unternehmen neue Chancen. Insgesamt könnte die Digitalisierung aller Produktions-, Liefer- und Vertriebsketten der deutschen Wirtschaft bis zum Jahr 2025 laut Siemens Financial Services (SFS) 12 % Produktivitätsschub bringen.

Allerdings nutze der deutsche Mittelstand die Vorteile der Industrie 4.0 bislang nur zögerlich, weil insbesondere für kleinere und mittelständische Hersteller die hiermit verbundenen Ausgaben eine große Herausforderung seien. Verschiedene Modelle der Anlagenfinanzierung könnten hier helfen.

Bei Lösungen wie Leasing oder Mietkauf könnten Zahlungsvereinbarungen und Vertragslaufzeiten an die Bedürfnisse der Unternehmen angepasst werden. Zusätzliche Kosten, wie beispielsweise für Upgrades und Wartung, seien oft bereits in den regelmäßigen Raten enthalten. Das verschaffe Transparenz über die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) der eingesetzten Technologie und helfe bei der finanziellen Planung über die gesamte Vertragsdauer.

Studie

Laut einer kürzlich von Siemens Financial Services veröffentlichten Studie können verschiedene Formen der Anlagenfinanzierung den Weg zur Industrie 4.0 für Hersteller erfolgreich ebnen. Demnach nutzten Industrieunternehmen weltweit mittlerweile verstärkt Leasing und mietbasierte Finanzierungsmodelle, um modernste Technologien für die intelligente Fabrik zu erwerben. Damit begegneten sie zentralen Herausforderungen des Sektors und steigerten Produktionskapazität, Flexibilität und Produkt­qualität sowie Effizienz, Kostenkontrolle und Anpassungsfähigkeit in der Fertigung.

Das Upgrade zur smarten Fabrik erfordert laut Siemens Financial Services jedoch nicht nur den Einsatz moderner Produktionstechnologien. Für eine umfassende Digitalisierung der Herstellung müssten die Betriebe fortschrittliche Hard- und Softwarelösungen erwerben.

Um die Wirtschaftlichkeit solcher Investitionen verlässlich einschätzen zu können, lohne sich die Zusammenarbeit mit herstellernahen Finanzdienstleistern. Solche Anbieter würden über umfangreiches technisches Know-how verfügen und könnten zuverlässig bewerten, ob eine Investition tatsächlich zum Geschäftserfolg beiträgt. Mit Marktkenntnis und Finanzierungsexpertise könnten sie maßgeschneiderte und sehr flexible Lösungen bieten.

„Mittelständler in Deutschland können von Industrie 4.0 profitieren, wenn sie den Anschluss nicht verpassen“, sagt Kai-Otto Landwehr, Leiter des Commercial-Finance-Geschäfts von SFS in Deutschland. „Mut zur Innovation ist dabei eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg. Auch der Einsatz innovativer Finanzierungsmethoden kann den Weg entscheidend ebnen, damit Fertigungsunternehmen die Produkt­qualität steigern, das Sortiment erweitern sowie Produktionskosten senken und damit langfristig im internationalen Wettbewerb bestehen können.“

Tino Böhler aus Produktion Nr. 17, 2016