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Schon bald erledigen Roboter vollautomatisch die Kommissionierung, Menschen könnten dann anspruchsvollere Arbeiten übernehmen. SAP und das Start-up Fetch Robotics arbeiten an der Verwirklichung dieser Vision. - Bild: Fetch Robotics

Nachdem sich die Innovationspartner vor gerade einmal einem Jahr auf dem SAP-Infotag für Lagerverwaltung und Logistik kennenlernten, arbeiteten Franz Heros, bei SAP für Supply-Chain-Entwicklung verantwortlich, und sein Team daran, die Lösung von Fetch Robotics mit SAP Extended Warehouse Management (EWM) zu integrieren. Ziel war es, die Effizienz in Warenlagern zu steigern.

Bewegung ohne Orientierungshilfe

Von der Supply-Chain-Planung und -Ausführung über das Transportmanagement bis hin zum Warehouse Management – Hero ist mit jedem dieser Schritte bestens vertraut. Als er die Fahrzeugmanagement-Software von Fetch Robotics aus dem Silicon Valley zum ersten Mal sah, mit deren Hilfe sich Waren ohne Orientierungshilfen oder externe Geräte in Lagerhallen von A nach B bewegen lassen, war ihm sofort klar, dass sich damit beachtliche Effizienzsteigerungen erzielen lassen.

Robotergestützte Systeme in der Lagerverwaltung

„Es gibt bereits eine Reihe von Anwendungsbeispielen für fahrerlose Transportfahrzeuge oder autonome Fahrzeuge, die in Kombination mit SAP EWM in Warenlagern eingesetzt werden. Ein Beispiel ist das SAP-Lager in Walldorf“, erklärt Hero. „Waren, die zu einer Bestellung gehören, werden im Lager geortet“, fügt Hernández hinzu.

Transportroboter, die die Business Intelligence von SAP EWM nutzen, steuern anschließend das Regal oder die Verpackungsstation direkt an – ganz ohne menschliches Eingreifen. Kommissionierer können so deutlich effizienter arbeiten, denn sie müssen die Produkte nur noch aus dem Regal nehmen, sich aber nicht mehr um den Transport kümmern.

Eine Partnerschaft, die beiden Seiten zugutekommt

„Im Grunde haben wir kein Theoriewissen über Bestellabläufe. Deshalb profitieren unsere Endkunden enorm von der Zusammenarbeit mit SAP“, erläutert Hernández. Ein internationales Unternehmen wie SAP kennt zudem die Bedürfnisse zehntausender Branchenkunden und ist in der Lage, die Lösung auf dem Markt zu positionieren.

Hero sieht weitere Vorteile in der Partnerschaft: „Die Zusammenarbeit mit Start-ups ist wegen ihrer unkonventionellen Ideen und der Schnelligkeit, mit der sie sie umsetzen, für uns als großes Unternehmen immer inspirierend.“ Durch die Kombination der Daten aus dem SAP-System mit der Technologie von Fetch Robotics entstehen vollständig transparente Bestell- und Transportprozesse.

  • Dürr

    Mit einem Umsatz von 561 Millionen Euro belegt die Dürr AG aus Deutschland, die Robotertechnologien für den automatischen Auftrag von Lack sowie Dicht- und Klebstoffen herstellt, den siebten Platz. - Bild: Dürr AG

  • KUKA

    Das deutsche Unternehmen KUKA Robotics stellt unter anderem Roboter für die Medizintechnik her und konnte 2016 einen Umsatz von 994 Millionen Euro erwirtschaften und landet damit auf Platz 6. - Bild: KUKA Robotics

  • Kawasaki

    Kawasaki Heavy Industries, ein japanisches Unternehmen, stellt neben Industrierobotern auch robotergesteuerte Automatisierungssysteme her. Sie erzielten 2016 einen Umsatz von 1.067 Millionen Euro und erreichen so den fünften Platz. - Bild: Kawasaki

  • Yaskawa

    Das japanische Unternehmen Yaskawa erzielte 2016 einen Umsatz von 1.225 Millionen Euro und liegt somit auf Platz 4. Jedes Jahr produziert der Konzern 25.000 Roboter. - Bild: Yaskawa

  • Fanuc

    Mit einem Sortiment von über 100 verschiedenen Roboter-Modellen konnte Fanuc 2016 1.480 Millionen Euro Umsatz und damit nun den dritten Platz in unserem Ranking erreichen. - Bild: Fanuc

  • ABB

    ABB Robotics, ein Unternehmen aus der Schweiz, das bereits über 300.000 Roboter installiert hat, erzielte 2016 einen Umsatz von 8.270 Millionen Euro und besetzt damit den zweiten Platz. - Bild: ABB Robotics

  • Mitsubishi Electric

    Mit einem Umsatz von 11.005 Millionen Euro belegt der japanische Konzern Mitsubishi Electric den ersten Platz. Seine Roboter sind unter anderem geeignet für Montagearbeiten und Microhandling. - Bild: Mitsubishi Electric

Der nächste große Trend im Warehouse Management

Hero glaubt nicht, dass im Bereich Warehouse Management eine bestimmte Innovation alles verändern wird. Vielmehr werde in den nächsten fünf bis zehn Jahren die Herausforderung darin liegen, verschiedene Arten von Transportrobotern zu koordinieren. Zudem sei es wichtig, sich eingehender mit der Gebäudearchitektur zu befassen. „Mit zunehmender Intelligenz werden Roboter eines Tages das komplette Lagersystem übernehmen und sich selbst organisieren“, ist er überzeugt.

Weniger Risiko für Menschen

Hernández Vision geht noch weiter: „Roboter werden künftig monotone Aufgaben übernehmen, für die sich Menschen nicht begeistern können. Niemand will einen Transportwagen in einem Lager umherschieben – es gibt viele Dinge, in denen wir besser sind.“

Für ihn geht es darum, menschliche Bedürfnisse zu erkennen und Aufgaben zu eliminieren, für die unsere Intelligenz nicht zwingend erforderlich ist. „Zum Beispiel könnten Roboter zum Fahren von Gabelstaplern eingesetzt werden, damit Menschen sich diesem Risiko nicht mehr aussetzen müssen“, erklärt Hernández. Bereits in naher Zukunft werden Roboter also in der Lage sein, vollautomatisch zu kommissionieren – Fetch Robotics arbeitet schon daran.