Post it- expertiso
"Es ist uns besonders wichtig, in den Trainings die Brücke von der Technologie hin zum Anwendungsfall zu schlagen", sagt Dr. Lucas Johannes Winter. - Bild: pixabay

Produktion: Welche Inhalte stehen in den Trainings noch im Fokus? Und was ist den Teilnehmern besonders wichtig?

Winter: Im Vordergrund steht für viele Kunden die technologische Basis, das Vernetzen von Maschinen, Sensorik, Integration zwischen Systemen und Unternehmen.

Wir wollen verdeutlichen, dass diese technologischen Fundamente kein Hexenwerk sind, sondern sich einfach praktisch nutzen lassen: Zum Beispiel, indem wir einen Lichtsensor einsetzen und Ergebnisse mithilfe von Big-Data-Analysen auswerten oder auch Korrelationen zwischen unterschiedlichen, auch unstrukturierten Datenquellen herstellen.

Es ist uns besonders wichtig, in den Trainings die Brücke vom scheinbar Abstrakten hin zu Dingen zu bauen, die man sich vorstellen kann, also von der Technologie hin zum Anwendungsfall.

Am meisten brennt den Teilnehmern unter den Nägeln, wie sich das Thema im eigenen Unternehmen umsetzen lässt. Wie kann man sich konsequent digital transformieren und welche Schritte sind dabei in welcher Reihenfolge zu machen?

Produktion: Und wie können die Teilnehmer eine solche Strategie erlernen?

Winter: Bestandteil der Trainings ist neben Use-Cases und praktischen Übungen auch ein dreistündiger ‚Design Thinking‘- Workshop, der auf dem Ansatz der Stanford University, der Uni St. Gallen und des Hasso-Plattner-Instituts basiert.

Dabei bringt einer der Teilnehmer ein Beispiel ein, an dem dann gemeinsam kreativ gearbeitet wird. Mit dieser unorthodoxen Methode, bei der nicht selten der ganze Raum mit Post-its gepflastert ist, lassen sich innerhalb kürzester Zeit ganz konkrete Hebel identifizieren, wie ein Geschäftsmodell innoviert werden kann.

Diese Erkenntnisse sind wirklich immer praxistauglich. Schon mehrere Teilnehmer haben nach den Trainings sämtliche Unterlagen mitgenommen, um die Szenarien mit der eigenen Geschäftsleitung zu besprechen.

So wurde in einer Runde zum Beispiel für einen Hersteller von Verladekränen, der sich vorab gut vorbereitet hatte, eine neue Idee entwickelt: Ein bestimmtes Bauelement soll künftig mit einer Belastungssensorik ausgestattet werden und bessere Analysemodelle beim Verschleiß als Grundlage für Predictive-Maintenance und neue Rund-um-Sorglos-Serviceverträge dienen.

Produktion: Worauf kommt es nach dem Training an?

Winter: Es ist wichtig, den Funken, den die Teilnehmer mitgenommen haben, im Unternehmen in die Breite zu tragen.

Das lässt sich am besten erreichen, wenn sie gleich einen Prototypen, ein sogenanntes Minimum Viable Product, entwickeln, um ihre Organisation für das Thema zu begeistern – denn bei aller Digitalisierung ist ein greifbares, vielleicht vernetztes Produkt am Ende des Tages der wahre Proof of Concept.

Xpertiso

Lernfabriken und In-House-Trainings

Das Trainingsangebot Xpertiso vom verlag moderne industrie und der ROI Management Consulting AG besteht aus Lernfabriken und In-House-Trainings.

Über die Simulationen in der Lernfabrik erfahren die Teilnehmer, wie sich disruptive neue Technologien nutzen lassen. Bisher gibt es Lernfabriken in München und Prag, ein weiterer Standort in China soll folgen. www.expertiso.de