Spricht man in der Fertigung von „Digitalisierung“, ist ein Buzzword besonders oft zu hören: „Predictive Maintenance“, die vorausschauende Wartung, die eine bedeutende Anwendung des Internet of Things (IoT) ist.

Spricht man in der Fertigung von „Digitalisierung“, ist ein Wort besonders oft zu hören: „Predictive Maintenance“ - die vorausschauende Wartung, eine bedeutende Anwendung des Internet of Things (IoT). - Bild: Fotolia/fotohansel

Überall hat sich eingebürgert, sein Auto in die Inspektion zu schicken, wenn eine bestimmte Zeit vergangen ist oder eine Kilometerleistung erreicht wurde. Aber einige Autos bleiben vor diesen Intervallen stehen oder hätten noch weitere Monate durchgehalten – beide Fälle sind sehr ärgerlich.

Die Maschinen in der Fertigungsindustrie werden meist auch nach Zeit oder Leistung gewartet. Doch nun erkennt die vorausschauende Wartung eine Störung, bevor sie auftritt. Dazu sammeln Sensoren Maschinendaten in Echtzeit und eine Software wertet sie aus, beispielsweise mit SAP Predictive Maintenance and Service. Die Vorteile sind sofort spürbar: Anlagen und Maschinen gewinnen an Zuverlässigkeit. Die Kapazitäten wie Mitarbeiter, Fahr- und Werkzeuge lassen sich noch punktgenauer einsetzen. Mit der vorausschauen Wartung nach Bedarf ändert sich das gesamte Serviceverhalten, was sogar neue Geschäftsmodelle ermöglicht.

Wann lohnt sich ein Invest in vorausschauende Wartung?

Trotz der vielen Vorteile der vorausschauenden Wartung sollten sich Fertigungsunternehmen erst fragen, ob sich die Investition überhaupt lohnt. Die Rechnung ist einfacher, als gedacht: Steht die Maschine still, kostet das Geld, denn es können keine Waren mehr produziert werden. Der Einsatz von Predictive Maintenance verhindert solche unvorhersehbaren Ausfälle. Zudem können dadurch Stillstandzeiten verkürzt, weniger Ausschuss produziert und Wartungskosten minimiert werden.

Bereits 2012 hat die Beratung Baxter & Woodman berechnet, dass Unternehmen mit Predictive Maintenance 8-12 Prozent an Kosten sparen. Sie lagen damit richtig, wie das Beispiel der italienischen Bahn Trenitalia zeigt: Das Unternehmen löste die Wartung nach Zeit oder Kilometern ab und überwacht nun mittels SAP-Technologie Temperaturen, Druck bei den Zügen und wartet diese nun nach Bedarf.

Das spart dem Unternehmen 8-10 Prozent der Instandhaltungskosten, die sich jährlich auf etwa 1,3 Milliarden Euro belaufen. Außerdem ist die Sicherheit gerade bei Hochgeschwindigkeitszügen weiter gestiegen und es sind generell mehr Züge verfügbar. Die Kundenzufriedenheit ist mit der vorausschauenden Wartung gestiegen, da es weniger Verspätungen und unvermutete Ausfälle auf freier Strecke gibt.

Was ist Predictive Maintenance?

Predictive Maintenance oder vorausschauende Wartung ist eine industrielle Anwendung des Internet of Things (IoT), die es ermöglicht Störungen zu erkennen, bevor sie auftreten. Dazu sammeln Sensoren Maschinendaten in Echtzeit, die von einer Software ausgewertet werden. Gegenüber einer Wartung nach Zeit werden Stillstände oder Qualitätsverluste reduziert.

Wichtig: durchdachter Plan und Erfolgsmessung

Viele Unternehmen vernetzen Ihre Maschinen bereits und schaffen damit einen Datenfluss, der die vorausschauende Wartung ermöglicht. Allerdings ist die Maschinenlandschaft in der Fertigung oftmals heterogen und die Maschinen haben schon einige Jahre auf dem Buckel. Im ersten Schritt sollten sie mit Sensoren ausgestattet und vernetzt werden. Die Daten verfügbar zu haben, ist die Grundvoraussetzung jeder Art der Digitalisierung.

Die Umsetzung kann mit einem skalierbaren Konzept nach und nach erfolgen. Wichtig ist dabei ein durchdachter Plan und eine Erfolgsmessung, die mit Faktoren wie Total Maintenance Cost (TMC), Ausfallquote, Dauer der Stillstandzeiten und Qualität / Geschwindigkeit der Fehlerbehebung arbeitet.

Das Konzept für die vorausschauende Wartung sollte immer langfristig und umfassend geplant werden. Wichtige Punkte für ein Konzept sind:

  • Ziele, die erreicht werden sollen
  • Analyse des Gesamtökosystems der Geräte und Maschinen
  • Mögliche Nachrüstung der Geräte und Maschinen mit Sensoren
  • Wissen über die Wahrscheinlichkeit von Stillstandzeiten und unvorhergesehenen Ausfällen
  • Remote-Reparatur oder Service-Kraft vor Ort
  • Datenaustausch zwischen Geräten, Maschinen und Software
  • Vorhandene Schnittstellen, Datenmodelle und -analysemöglichkeiten
  • Cloud- oder On-Premise-Lösung?

Nutzung von Predictive Maintenance steigt exponentiell

Derzeit ist klar zu beobachten, dass immer mehr Fertigungsunternehmen auf vorausschauende Wartung setzen. Die Kurve steigt exponentiell an. Als Grund ist die steigende Effizienz zu nennen, aber auch die Erwartung der Kunden: Im digitalen Zeitalter sollen Geräte reibungslos funktionieren und Service umgehend verfügbar sein.

Damit Fertigungsunternehmen die vorausschauende Wartung gut umsetzen können, hat sich SAP mit 18 strategische Partnern zusammengeschlossen und bietet als Beschleuniger einen Implementierungsservice für SAP Predictive Maintenance and Service.

Wenn Fertigungsunternehmen ihn nutzen, rufen die Maschinen von selbst den Wartungstechniker, wenn ein Ausfall droht. Klar ist: Wenn sich ein Fertigungsunternehmen auf die Digitalisierung einlässt, dann ist die vorausschauende Wartung ein Fokusthema, welches in Zukunft eine immer größere Relevanz für die gesamte Branche haben wird.

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