Laut einer Studie des Beratungsunternehmens A.T. Kearney sind 82 Prozent der Top-Manager aus der Fertigungsbranche überzeugt, dass die Digitalisierung mehr Chancen als Risiken mit sich bringt.

Laut einer Studie des Beratungsunternehmens A.T. Kearney sind 82 Prozent der Top-Manager aus der Fertigungsbranche überzeugt, dass die Digitalisierung mehr Chancen als Risiken mit sich bringt. - Bild: fotolia.de/metamorworks

Die Maschinen- und Anlagenbauindustrie steckt mitten im Umbruch. Sie führt die Digitalisierung in der Industriebranche zwar an, ist im Vergleich zu anderen Branchen aber hintendran. Das breite Feld „Digitalisierung“ muss zunächst erst einmal segmentiert werden: Digitalisierung kann sich auf Marketing, Gestaltung der Kundenbeziehungen, Fabriken oder ganze Wertschöpfungsketten beziehen.

Es kommt auch im Maschinenbau darauf an, den erfolgversprechendsten Ansatz zu finden und umzusetzen. So liegt auf der Hand, dass B2C-Unternehmen mit Tausenden Kunden bevorzugt die Kundenbeziehungen digitalisieren und automatisieren. Im Maschinenbau ist die Kundenzahl meist etwas überschaubarer.

Dafür liegt der Maschinenbau bei der Umsetzung von Smart Factories und Industrie 4.0 gut im Rennen. Er sollte weiter hart am Wind segeln, um den Anschluss zu halten und sogar führend zu werden – gerade, wenn es darum geht, Daten nutzbar zu machen.

Zeit für neue Technologien und Geschäftsmodelle finden

Zwar ziehen mit einem eventuellen Handelskrieg und Leitzinserhöhungen dunkle Wolken am Horizont auf, doch der Branche „Maschinenbau“ geht es sehr gut. Damit herrscht wenig Veränderungsdruck.

Verfügbare Ressourcen stecken die Betriebe in die Abarbeitung von Aufträgen und es bleibt kaum Zeit, zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln. Die Vernetzung der Produktionsdaten und der Einsatz moderner Lösungen wie SAP Predictive Maintenance & Services bringen jedoch entscheidende Vorteile mit sich und können die Effizienz der eigenen Anlagen erheblich steigern.

Das ist der Branche auch bewusst: Laut einer Studie des Beratungsunternehmens A.T. Kearney sind 82 Prozent der Top-Manager aus der Fertigungsbranche überzeugt, dass die Digitalisierung mehr Chancen als Risiken mit sich bringt. Doch nur noch die Hälfte der Entscheider fühlt auch gut auf die Transformation vorbereitet.

Zentral ist dabei, sich auf neue Geschäftsmodelle weg von purer Produktion hin zur Dienstleistung vorzubereiten: Lässt sich zusätzlich oder alternativ Geld verdienen, wenn man nicht mehr Maschinen, sondern deren Verfügbarkeit anbietet? Nehmen cloudbasierte Services den Kunden Entscheidungen ab – beispielsweise bei der vorausschauenden Wartung, Predictive Maintenance? Wie beschleunigt man durch Technologien die Produktionsprozesse? Grundsätzlich sollte die Maschinenbaubranche dafür sorgen, dass sie innovations-, transformations- und veränderungsfähig bleibt oder wird.

IoT by SAP
Der Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL wurde im Juni 2018 von Kantar TNS und ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie veröffentlicht. - Bild: Kantar TNS

Schlüsseltechnologie vorausschauende Wartung

Eine Schlüsseltechnologie ist die vorausschauende Wartung, die sich beispielsweise mit SAP Predictive Maintenance & Services gut umsetzen lässt. Plötzlich gibt es keine fixen Wartungsintervalle nach Zeit oder Leistung mehr, sondern nach Bedarf und noch bevor die Maschine ausfällt. Das minimiert Stillstandzeiten und Ausschuss, so dass sich die Investition in die End-to-End-Lösung gut amortisiert. Außerdem lassen sich die vorhandenen Maschinendaten für Remote-Service-Konzepte einsetzen.

Devise: Schneller und agiler werden

Digitale Transformation heißt nicht, dass man die traditionelle Produktion und deren laufende Effizienzverbesserung vernachlässigen sollte. Mit ihr wird nach wie vor gutes Geld verdient. Es geht darum, neue Geschäftsmodelle, eine agile Organisation und den „Lean Production“-Gedanken nach und nach einzuführen und zu verankern.

Geschäftsführer sollten sich dabei im Klaren sein: Die Transformation wird Bewegung, aber hier und da auch Unruhe, im Unternehmen erzeugen. Eine gute Kommunikation und ein nachvollziehbares Konzept sind daher unerlässlich.

Um die traditionsbehaftete Maschinenbaubranche mit der digitalen Welt zu verknüpfen, ist seitens der Unternehmen ein Umdenken erforderlich: Wer in der Zeit der Digitalisierung im Wettbewerb bestehen will, sollte nicht nur neue Geschäftsmodelle in Betracht ziehen, sondern auch von dem Datenschatz der eigenen Produktionsanlagen profitieren, der mit Hilfe intelligenter Lösungen zur Effizienzsteigerung der Maschinen genutzt werden kann.

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