Mit der SAP Cloud Platform können Sie Machine Learning und künstliche Intelligenz in Ihre Geschäftsprozesse integrieren und so die Entwicklung zum intelligenten Unternehmen machen.

Mit der SAP Cloud Platform können Sie Machine Learning und künstliche Intelligenz in Ihre Geschäftsprozesse integrieren und so die Entwicklung zum intelligenten Unternehmen machen. - Bild: Fotolia/kras99

Holger Seubert nennt sie eine „opinionated“ Cloud Platform. Während die strategische „Meinung“ anderer Anbieter von Cloud-Plattformen auf Technologie-, Netzwerk- und Infrastrukturkomponenten konzentriert, hat der Plattform-Architekt von SAP vor allem eines im Blick – die „Enterprise-Readiness“, wie Seubert es nennt: „Die SAP Cloud Platform ist dafür da, Unternehmens- und Prozessprobleme zu lösen.“

Damit tritt sie auch nicht in direkte Konkurrenz etwa zu Google, Amazon (AWS) und Microsoft (Azure). Im Gegenteil: Wo es Sinn macht, ergänzen technische Möglichkeiten wie das Machine-Learning-Framework Tensor Flow oder die Containerorchestrierung Kubernetes symbiotisch das Spektrum der SAP Cloud Platform.

Die SAPPHIRE 2018 hat deutlich gemacht, wie sehr die SAP Cloud Platform in den Mittelpunkt der Produktwelt von SAP gerückt ist. Die SAP Cloud Platform, so erläuterte CTO Björn Görke in Orlando, ermöglicht Erweiterungen, ohne den digitalen Kern zu beeinträchtigen und macht Geschäftsprozesse über alle Lösungen hinweg wie etwa Procure-to-Pay oder Lead-to-Cash und die Integrationen zu Drittanbietern möglich. Als Built-Plattform für eigene innovative Anwendungen soll sie die nötige Differenzierung von Wettbewerbern schaffen.

Zudem ist die SAP Cloud Platform agil. Die so genannte Produktisierung ist in Wochen realisierbar, nicht in Monaten und noch dazu ohne Skalierungsprobleme. Sie wird darüber hinaus die Interaktion zwischen Mensch und Maschine über künstliche Intelligenz, Chatbots und „conversational“ UIs fördern – ein wichtiger Schritt hin zum digitalen Unternehmen.

So gelingt der Übergang zum intelligenten Unternehmen

Gerade im Übergang eines Unternehmens von der dritten IT-Entwicklungsstufe der digitalen Transformation, die von Cloud- und mobilen Anwendungen sowie Big Data geprägt ist, hinein in die „intelligente Ära“ spielt die SAP Cloud Platform also eine Schlüsselrolle. „Sie gewährleistet die Durchgängigkeit sämtlicher Lösungsbausteine und Komponenten, dient als Technologielieferant für künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, Chatbots und Blockchain und verzahnt sich mit anderen SAP-Lösungen“, erläutert Seubert. So wird sie quasi zum zentralen Nervensystem.

„Die intelligenten Bausteine kommen über die SAP Cloud Platform ins Standardportfolio“, sagt Seubert, was beispielsweise eine höhere Automatisierung, bessere Entscheidungsfindung und den Abbau von Medienbrüchen ermögliche. Denn Unternehmen, die ohnehin etwa Kunden-, Produktionsdaten und Bestellhistorien auf ihren On-premise-Systemen verfügbar haben, sind nun in der Lage, Business-relevante Daten über die SAP Cloud Platform mit neusten Technologien zu verknüpfen. Die Orchestrierung von Servicemitarbeitern, die Bestellung von Ersatzteilen, die Planung der Produktion: „Die SAP Cloud Platform hilft, diverse Unternehmensprozesse weiter zu optimieren“, ist Seubert überzeugt.

Mischung aus Cloud und On-premise-Systemen

Und sie passt in die Zeit. Denn gerade jetzt etablieren sich hybride Architekturen im Unternehmen, die als Trend in der Anwendungsentwicklung schon lange im Gespräch sind. Während sich nach dem Eindruck des SAP-Experten Seubert bis vor kurzem noch viele Unternehmen in der Konzept- und Erprobungsphase befanden, implementieren Unternehmen nun entsprechende Architekturen. Es entstehen vermehrt hybride Applikationen, die sich ganz im Sinne der von Gartner schon vor einigen Jahren postulierten IT der zwei Geschwindigkeiten aus beiden „Welten“ bedienen – aus der Cloud und von On-premise-Systemen.

„Die Plattform bestimmt, wie schnell, wie gut und wie belastbar Unternehmen neue Anwendungen in der Cloud bauen und betreiben können“, so Seubert, der beobachtet, dass einzelne Unternehmen eigene Platform-as-a-Service-Lösungen auf den Markt bringen. „Dabei bietet unsere Lösung ausreichend Differenzierungspotenzial“, ist Seubert überzeugt. „Services lassen sich individuell nutzen und kombinieren. Der Hebel liegt allerdings in den Geschäftsmodellen und darin, inwieweit das Unternehmen in der Lage ist, diese weiter zu entwickeln und zu optimieren.“

Business-Mehrwerte auch ohne S/4HANA

Die Urmotivation von SAP, die SAP Cloud Platform zu schaffen, bestand darin, „eine agile Umgebung für Business-Mehrwerte“ zu bieten. Nicht die Tatsache, dass andere Anbieter mit Cloud-Plattformen auf den Markt kamen, gab den Ausschlag dafür, eine eigene Plattform zu schaffen, sondern vor allem die Erkenntnis, dass „eine neue Idee geschaffen werden musste, Kunden schneller Technologie und Software bereitzustellen“, so Seubert, der heute sieht, dass „viele Kunden verstanden haben, dass unsere Plattform für SAP-Applikationen ein wesentlicher Bestandteil ist“.

Auch wer heute noch nicht SAP S/4HANA einsetzt, kann bereits eigene Erweiterungen in der SAP Cloud Platform (per Side-by-Side-Extensibility) entwickeln und Erfahrungen sammeln. Vorteil: „Wer die Philosophie heute schon lebt und Anwendungen für SAP ECC auf der SAP Cloud Platform entwickelt, profitiert davon auch bei einer Umstellung auf SAP S/4HANA.“ Der strategische Ansatz, eine Cloud-Plattform zu schaffen, die den Fokus auf das Business legt, ist also offenbar auf gutem Weg. Zudem ist geplant, dass künftig auch die traditionelle SAP-Community stärker als bisher von den neuen Möglichkeiten profitieren kann: Denn noch in 2018 wird ABAP als zusätzliche Laufzeitumgebung gelauncht.