Der Produktionsprozess von Toilettenpapier ist voll automatisiert.

Der Produktionsprozess von Toilettenpapier ist voll automatisiert. - Bild: picsfive/Fotolia

Trotz aller Veränderungen durch digitale Technologien sind und bleiben wir Menschen analoge Wesen. Dies zeigt sich etwa in unserem Bedarf an Toilettenpapier und Windeln.

Beides ist in den Industrieländern stets und kostengünstig verfügbar. In den Entwicklungsländern sieht die Sache oft ganz anders aus: Über zwei Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu modernen sanitären Einrichtungen und alltäglichen Hygieneartikeln, weitere 800 Millionen haben nicht immer Zugang zu sauberem Wasser.

Vollständig automatisierte Produktion

Man kann diese Ungleichheit angehen, indem man die Produktion und den Vertrieb von Toilettenpapier und Windeln effizienter macht, sodass diese Produkte für alle Menschen verfügbar und erschwinglich werden. Bei Essity AB, Schwedens führendem Hersteller für Hygiene- und Gesundheitsprodukte und -lösungen, arbeiten Experten an genau dieser Herausforderung. Einer von ihnen ist Robert Sjöström, Senior Vice President of Strategy and Business Development. Zusammen mit seinen Mitarbeitern findet er mithilfe der Digitalisierung Lösungen für diese Fragen.

Auf der letzten ThinkX in Stockholm, die von SAP und der Singularity University gemeinsam ausgerichtet wurde, erklärte Sjöström, wie Essity seine Fabriken mit AI-unterstützter Technologie automatisiert. Seit das Unternehmen die Funktion der Arbeiter im Produktionsprozess neu überdacht hat, konnten die Abfallmenge sowie der Energieverbrauch während der Produktion reduziert werden. Und dies bei höherer Qualität und niedrigeren Kosten.

„Die Digitalisierung wird unser gesamtes Unternehmen beeinflussen. Unsere Mitarbeiter werden Fortbildungen erhalten, um sie auf andere Aufgaben vorzubereiten“, erläuterte Sjöström. „Wir nutzen Roboter zur Prozessoptimierung und um den Anteil der manuellen Tätigkeiten drastisch zu verringern.“

Die Rolle menschlicher Arbeitskraft wird sich verändern, weg vom Herstellungsprozess hin zu leitenden Tätigkeiten.

Maschinen wurden jedoch nicht entwickelt, um den Menschen ihre Arbeit zu erleichtern, sondern um eine Produktions- und Wertsteigerung zu erreichen. Fabriken für Toilettenpapier sind heute tatsächlich schon vollständig automatisiert. Die Produktionslinien werden zwar von Menschen überwacht, während der Herstellung läuft jedoch alles vollautomatisiert ab. Vom ersten bis zum letzten Produktionsschritt wird Toilettenpapier von einer Reihe ausgeklügelter Maschinen hergestellt, die über ein Transportsystem miteinander verbunden sind.

Heutzutage ist es jedoch nicht mehr ausreichend, Wertschöpfung durch Wachstum zu erreichen. Die geschaffenen Werte müssen sich auch auf längere Sicht als nachhaltig erweisen.

Die Produktion wird nachhaltiger

„Wir schaffen Mehrwert, indem wir grundlegende menschliche Bedürfnisse befriedigen,“ so Sjöström. „Die Art, wie wir Papier herstellen, hat sich jedoch seit Hunderten von Jahren nicht verändert.“

Immer noch verarbeitet das Unternehmen Holzschnipsel zu Papierbrei, der getrocknet und zu Blättern geformt wird. Dieser Prozess hat sich seit der Firmengründung nicht grundlegend gewandelt. In den 1850er Jahren wurde das Unternehmen als Firma für Waldprodukte gegründet.

Die Umbenennung in Essity im letzten Jahr trägt der Umstellung auf Güter des täglichen Bedarfs (Englisch: essentials) Rechnung, die jedermann benötigt (Englisch: necessities). Die Holzfasern, aus denen Essity seine Produkte herstellt, stammen aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern, bei deren Nutzung auf Biodiversität und faire Arbeitsbedingungen geachtet wird.

„Geändert hat sich vor allem, dass wir die Materialien nachhaltiger verarbeiten und wie wir moderne Technologien nutzen, um effizienter zu werden“, erklärt Sjöström.

ML: Gut für die Menschen, gut fürs Geschäft

Dank neuer Technologien wie dem maschinellen Lernen können Routinearbeiten automatisiert werden, so dass Unternehmen sich nicht mehr länger durch eine hohe Effizienz von anderen abheben können. Langfristig werden daher nur diejenigen Unternehmen relevant bleiben, die den Menschen einen wirklichen Nutzen bringen.

Es ist kein Zufall, dass Essity es sich zum Ziel gesetzt hat, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen zu verbessern und Privatpersonen und Organisationen Hygienelösungen zu bieten, die im Einklang stehen mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen.