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Unternehmen aus dem Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau stehen insgesamt vor großen Herausforderungen, aber gerade auch Unternehmen aus dieser alteingesessenen Branche gehören zu den Pionieren auf dem Feld der digitalen Transformation. - Bild: VDMA

Unternehmen wie GE, zuvor selbst Kunde von Unternehmen im Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau, fungieren nun als Partner und Lieferant. Der Trend, bei dem benachbarte Märkte technologische Fortschritte nutzen, sorgt für große Veränderungen in puncto Struktur und Komplexität. So rütteln neue Technologien, Prozessoptimierungen und Produkte am Status quo. Hinzu kommen neue Wettbewerber mit speziellen Branchenkenntnissen, die durch die Globalisierung entstanden sind.

Darüber hinaus wirkt sich auch Commodity-Preisfindung auf die Branche aus. Schätzungen zufolge sind beispielsweise die Kosten für Sensoren in Autos in den letzten sechs Jahren um bis zu 70 Prozent gesunken. Ebenfalls deutlich gesunken sind die Kosten für die Bandbreiten in der Telekommunikation und die Preise für 3D-Drucker.

Doch die wichtigste Herausforderung stellen große Unternehmen dar, die aus anderen Branchen auf den Markt drängen. Unternehmen wie Amazon, Google und Apple erfüllen alle Voraussetzungen, um diese Branche grundlegend zu verändern. Viele ihrer technologischen Entwicklungen und Übernahmen haben nun speziell den Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau im Blick.

Innovation mit IoT und maschinellem Lernen

Erfolgreiche Unternehmen aus dem Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau zählen zu den ersten Nutzern von Sensortechnologien wie Industrial IoT (IIoT). Das hat dazu beigetragen, die Nutzung fortschrittlicher Kommunikations- und Datenspeicherlösungen voranzutreiben. Sie hat auch die Implementierung von Insight-Tools wie Datenanalysen und maschinelles Lernen vorangetrieben.

Kurz gesagt: Unternehmen im Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau gehören zu den Vorreitern der digitalen Transformation. Tatsächlich ist es auch so, dass ohne digitale Transformation im Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau in anderen Branchen keine Transformation möglich wäre. Doch die frühzeitige Einführung der Technologie reicht heute nicht mehr aus, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Der Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau erlebt umwälzende Innovationen, die sich auf die Technologie und die Geschäftsmodelle erstrecken. UPS setzt beispielsweise den 3D-Druck ein, um physische Produkte direkt am Einsatzort herzustellen. Dadurch lassen sich kostenintensive, langwierige Transporte vermeiden. Kaeser, ein Hersteller von Kompressoren, verkauft jetzt auch Druckluft als Service, und nicht mehr nur die Geräte dafür.

Amazon nutzt Drohnen in den Lagern, um herkömmliche Produkte aus dem Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau zu umgehen. GE ist auf dem Industrial-IoT-Markt tätig und verlässt sich nicht mehr ausschließlich auf die bisherigen Partner im Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau. Um Schritt zu halten, nehmen die Unternehmen aus der Branche diese Herausforderungen an und bieten beispielsweise Equipment als Service an, um Veränderungen anzustoßen.

Vorteile durch Digitalisierung

Erfolgreiche Unternehmen im Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau setzen sich neue strategische Prioritäten und setzen diese um. Dabei können Unternehmen, die ihre Software- und Serviceangebote ständig weiterentwickeln, in zwei Bereichen profitieren. Der erste ist das Umsatzwachstum durch bessere und differenziertere Lösungen. Die zweite Möglichkeit liegt in Kosteneinsparungen durch effizientere und effektivere digitale Prozesse.

Mehrwert schaffen

Aus betrieblicher Sicht ist es für Unternehmen im Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau wichtig, sich auf das Erzielen von Mehrwert in den folgenden Bereichen zu konzentrieren:

• Forschung und Entwicklung/Konstruktion: Entwicklung eines Ansatzes für mechanische, elektrische und Softwaresysteme. Das minimiert Mitarbeiterzahlen und reduziert Markteinführungszeiten.

• Vertrieb und Marketing: Entwicklung einer optimierten Kundenzusammenarbeit und eines besseren Lösungsvertriebs. Dies kann sich positiv auf den Umsatz, die Kundentreue und die Kundenbindung auswirken.

• Logistikkette: Entwicklung einer digitalen Logistikkette zur Optimierung der Teilebeschaffungsplanung sowie der Leistung in der Logistikkette. Dies senkt die Betriebskosten und verbessert die Quote termingerechter Lieferungen.

• Fertigung: Entwicklung eines Prozesses, der die Echtzeitüberwachung von Produkten und die Nachverfolgung von Materialien ermöglicht. Das verbessert die Qualität der Fertigung, senkt Defektquoten, verringert die Bestandshöhen und beschleunigt die Durchlaufzeiten bei der Fertigung.

• Servicebasierte Einnahmequellen: Entwicklung von Serviceangeboten für den Ersatzteilhandel und neue servicebasierte Einnahmequellen. Dadurch lassen sich Margeneinbußen im traditionellen, produktbasierten Geschäft kompensieren.

Wer sich einen Digitalisierungsvorsprung verschaffen möchte, setzt auf neue Technologien, nutzt erfasste Daten und optimiert seine Geschäftsprozesse. Dies fördert Innovation und schafft Mehrwert im Kerngeschäft. Einen idealen Ausgangspunkt stellt eine Cloud-basierte Plattform dar, mit deren Hilfe ein einheitliches Aufzeichnungssystem für das gesamte Kunden- und Partnernetzwerk eingeführt werden kann.

Außerdem werden neue Technologien wie IoT und Blockchain genutzt. Durch IoT lassen sich mehr Daten erfassen, während Blockchain für transparentere Transaktionen sorgt. Zudem werden Werkzeuge wie Analysen und maschinelles Lernen angewendet, um aus gemeinsamen Daten einen Mehrwert zu ziehen. Des Weiteren folgt dieser Ansatz dem Prinzip des Design Thinking, bei dem der Kunde im Mittelpunkt aller Geschäftsentscheidungen steht.

Keine leichte Aufgabe, denn sie erfordert die richtige Einstellung und geeignete Partnerschaften. Doch die Notwendigkeit und der Nutzen eines solchen Ansatzes liegen auf der Hand

Weitere Informationen

Weitere Informationen darüber, wie Unternehmen im Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau Innovationen nutzen können, finden Sie im Whitepaper „Schnellere digitale Transformation in Unternehmen im Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau.”