Für die nächsten Jahre planen die Unternehmen Gehaltssteigerungen für kaufmännische Führungskräfte von 2 bis 3%. Gegenüber 2009 stiegen die Gesamtbezüge um 2,5 %.


GUMMERSBACH (gk). Die Gehälter in kaufmännischen Funktionen steigen seit Jahren moderat: Von 2009 zu 2010 haben die Unternehmen in Deutschland die Bezüge ihrer kaufmännischen Fach- und Führungskräfte um durchschnittlich 2,5 % erhöht, ein Jahr zuvor stieg die Vergütung um 3 % Das ergab eine aktuelle Studie von Kienbaum. Für die nächsten Jahre planen die  Firmen ebenfalls Gehaltssteigerungen von 2 bis 3 %. „Wegen der anhaltenden Unsicherheiten machen die Unternehmen bei der Vergütung ihrer Kaufleute Einschränkungen“, sagt Kienbaum-Vergütungsexperte Christian Näser. „Entsprechend fallen die Gehaltssteigerungen aktuell und in den nächsten Jahren eher gering aus.“ Um ihre Mitarbeiter langfristig zu binden und zu motivieren, müssten sich die Firmen dennoch frühzeitig bewusst werden, dass Investitionen in ihre Mitarbeiter dringend notwendig seien.
Die Jahresbezüge von Führungpersonen betragen durchschnittlich 114 000 Euro und damit 3 000 Euro mehr als 2009. Fachkräfte verdienen im Schnitt 61 000 Euro – das sind 1 000 Euro weniger als 2009. Topverdiener unter den Führungspositionen sind die kaufmännische Gesamtleitung mit 167 000 Euro, Vertriebsleiter mit 146 000 Euro und Leiter der Unternehmensplanung und -entwicklung mit 142 000 Euro Gesamtbezüge im Jahr. Bei den Fachkräften sind Key-Account-Manager mit 91 000 Euro, Spezialisten für Unternehmensentwicklung und Strategie mit 88 000 Euro sowie Produktmanager mit 75 000 Euro die Spitzenverdiener. Führungskräfte verdoppeln im Laufe ihres Berufslebens ihr Gehalt, während die Vergütung der Fachkräfte im Schnitt um 70 % steigt. Daneben ist die Dauer der Unternehmenszugehörigkeit ein Kriterium für Gehaltssteigerungen: Kaufmännische Gesamtleiter erhalten in den ersten drei Jahren bis zu 122 000 Euro Gesamtbezüge. Sind sie 15 Jahre und mehr im Unternehmen tätig, steigen ihre Bezüge auf 200 000 Euro. Die Jahresbezüge von kaufmännischen Führungs- und Fachkräften mit Universitätsabschluss und Promotion sind am höchsten: Sie erhalten durchschnittlich 153 000 Euro beziehungsweise 84 000 Euro. Hingegen verdienen Mitarbeiter mit Haupt- und Realschulabschluss nur 95000 Euro beziehungsweise 55000 Euro. „Eine adäquate Ausbildung ist eine Grundvoraussetzung, um in eine höher dotierte Tätigkeit zu wechseln. Ist eine Position allerdings einmal erreicht, sind kaum noch Vergütungsunterschiede aufgrund unterschiedlicher Ausbildungsabschlüsse erkennbar“, sagt Näser.