Die Umsatzrendite der deutschen Metall- und Elektroindustrie ist in der Krise erdrutschartig um 88 %

Die Umsatzrendite der deutschen Metall- und Elektroindustrie ist in der Krise erdrutschartig um 88 % eingebrochen. Nach der Krise bleiben volatile Märkte, regionale Wachstumsdivergenzen und unsichere Kapitalmärkte.

von Andreas Karius

DÜSSELDORF. Gewinnorientierung ist kein neues Ziel unternehmerischen Handelns. Gerade im letzten Boom schien jedoch vielfach Umsatzwachstum in der Zielhierarchie ganz nach oben gerückt zu sein. Dabei können Unternehmen, die sich im aktuellen Konjunkturaufschwung auf eine stärkere Ertragskraft fokussieren, ihren Firmenwert nachhaltig und überproportional steigern. Dies zeigt eine Studie von Management Engineers. Die Berater haben für ein Unternehmen aus dem Maschinen- und Fahrzeugbau drei Szenarien simuliert. Der Jahresumsatz des betrachteten Unternehmens beträgt 1,5 Mrd Euro, die EBIT-Marge liegt bei 7,9 %, der Unternehmenswert liegt bei ca 740 Mio Euro. Ergebnis: In allen drei Szenarien gelingt im Zuge der Konjunkturerholung eine deutliche Steigerung des Unternehmenswerts – allerdings erreichen Unternehmen mit der Strategie „Forcierte Ergebnissteigerung“ bis 2015 einen um rund 15 % höheren Unternehmenswert – im Vergleich zu Unternehmen, die nach der Strategie „Weitermachen wie bisher“ verfahren.

Wichtige Stellhebel für eine ertragsorientierte Neujustierung sind demnach vor allem die Optimierung des Geschäfts- und Produktportfolios sowie eine Flexibilisierung des globalen Wertschöpfungsnetzes, so die Beratungsexperten in ihrer Studie. Dass sich solche und andere Maßnahmen zur Stärkung der Ertragskraft langfristig auszahlen, wird besonders an der Gewinnkennzahl EBIT deutlich. Um fast 25 %, so zeigen es die Berechnungen für das Jahr 2015, wird hierdurch das Niveau des Basisszenarios „Weitermachen wie bisher“ übertroffen. Sogar bei über 50 % liegt der EBIT-Vorteil gegenüber einer dritten möglichen Strategie „umsatzfixiertes Wachstum“, wie sie in den Vorkrisenjahren bis 2007 bei vielen Unternehmen verstärkt in den Fokus gerückt war.

„Die so naheliegende Rückkehr vom akuten Krisenmanagement hin zu den bewährten, umsatzorientierten Strategien der Vorkrisenzeit wäre jetzt der falsche, weil zu riskante Weg. Wer sich Umsatz, beispielsweise über Preiszugeständnisse oder über unrentable Neuakquisitionen, zu teuer erkauft, rückt zwar in Umsatzranglisten nach vorne, lebt aber gefährlich“, sagt Martin Erharter, Partner bei Management Engineers. Denn das Umfeld wird nicht mehr so werden wir vor der Krise: Auch in Zukunft wird es an wirklich verlässlichen Wachstumsstützen fehlen.Vielmehr bleibt die konjunkturelle Gemengelage komplex, volatil und damit in höchstem Maße unberechenbar.