Beim Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand erhalten KMU nichtrückzahlbare Fördermittel für

Beim Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand erhalten KMU nichtrückzahlbare Fördermittel für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (Bild: Sergey Nivens - Fotolia).

BERLIN (gk/ks). Damit der Mittelstand sich mit Innovationen durchsetzen kann, erhält er durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) Fördermittel für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in Form nichtrückzahlbarer Zuschüsse. Diese sollen Nachteile gegenüber Großunternehmen ausgleichen. Nach drei Jahren Laufzeit des in Europa einmaligen Förderprogramms sind bei fast 15 100 bewilligten Projekten annähernd 2 Mrd Euro Mittel zugesagt worden. Allein im Land Baden-Württemberg wurden aus dem Etat des Bundeswirtschaftsministeriums mit rund 350 Mio Euro etwa 3 000 Projekte angeschoben – Platz 1 im Länderranking vor Sachsen und NRW. Unter den Branchen führt das Technologiefeld Produktion mit über 3 200 Projekten und fast 400 bewilligten Mio vor den Werkstofftechnologien (circa 1 800 Vorhaben/230 Mio Euro) und Elektro-/Messtechnik/Sensorik (1 700 Projekte, reichlich 200 Mio Euro).

Den flexiblen, aber in der Regel unterkapitalisierten Innovationsunternehmen ermöglichen die ZIM-Module SOLO und KOOP einzelbetriebliche beziehungsweise Kooperationsforschung mit mindestens einem weiteren Industriepartner oder einer Wissenschaftseinrichtung. Dabei soll es dem Mittelstand leicht gemacht werden, Fördersummen zumeist über 100 000 Euro pro Projekt zuzüglich bis zu 25 000 Euro zur Vorbereitung der Vermarktung zu beantragen: Laut Euronorm-Geschäftsführerin Claudia Herrmann-Koitz gibt es eine „einfache und jederzeit mögliche Antragstellung, ein rasches Bewilligungsverfahren und eine vergleichsweise übersichtliche Bürokratie“. Zwei Drittel der über 20 500 Anträge wurden durch Berater eingereicht. Das erspart laut Herrmann-Koitz vor allem Erstantragstellern Zeit und Kraftaufwand.

„Manche Unternehmen wissen noch gar nicht, dass Mittelständler bis 250 Mitarbeiter ohne Technologie- und Brancheneinschränkung antragsberechtigt sind – aber auch deutlich kleinere Unternehmen und Handwerksbetriebe“, sagt die Geschäftsführerin von EuroNorm. Ihr Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern ist einer von zwei ZIM-Projektträgern und für die Fördersäule Einzelprojekte mitverantwortlich. Die AiF Projekt GmbH ist Projektträger des Moduls „Kooperation“ im ZIM-KOOP. Erste Auswertungen hätten die Hebelwirkung des Programms bestätigt, sagte Herrmann-Koitz. Danach löse ein Fördereuro in drei Jahren 12 Euro Umsatz und entsprechende Steuer- und Abgabenzahlungen aus. Obwohl KMU finanziell zumeist ohne große Spielräume sind, betreiben 30 000 von ihnen permanent Industrieforschung; schätzungsweise weitere 70 000 bringen fallweise eigene Innovationen auf den Markt. Im Vergleich zu Großunternehmen, die fast 90 % aller F&E-Aktivitäten in Deutschland bestreiten, sei das innovative Potenzial der KMU jedoch noch zu gering, sagte die Euronorm-Geschäftsführerin. F&E-Förderung verfolgt deshalb mehrere Ziele. So sollen mit nichtrückzahlbaren Zuschüssen die hohen und risikoreichen F&E-Aufwendungen, die sich oft erst nach Jahren auszahlen, abgefedert und der Zugang zu Forschungsergebnissen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen erleichtert werden. Wirtschaftsminister Philipp Rösler erklärte, das Programm habe sich zum „Flaggschiff“ der KMU-Innovationsförderung entwickelt. Nach einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle wurden durch die 2009 und 2010 bewilligten Projekte 70 000 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen.
aus Produktion Nr. 46, 2011

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