Der Hafen von Rotterdam ist der größte Seehafen Europas und das Zentrum des europäischen Kohleumschlags. Um 2.000 t Material pro Stunde transportieren und sortieren zu können, setzte der Anlagenbauer Engicon auf die Antriebstechnik von Flender.

Mit einer Gütermenge von über 469 Mio. t im Jahr 2018 ist der Rotterdamer Hafen der drittgrößte Seehafen der Welt und der größte in Europa. Die Gesamtlänge des Hafengebiets beträgt 42 km, die Hafengesamtfläche erstreckt sich über 12.606 ha. Doch das allein verschafft dem niederländischen Hafen noch nicht seinen Größenvorteil: Mit einem Tiefgang bis zu 23,65 m ist er der einzige Hafen in dem Abschnitt zwischen Le Havre und Hamburg, in dem sowohl Binnenschiffe als auch die allergrößten Massengutfrachter wie die 343 m lange Berge Stahl anlegen können.

Standort Rotterdam: Beste Lösung für alle Anforderungen in der Branche

Unglaubliche 29.476 See- und 107.000 Binnenschiffe liefen letztes Jahr in den Hafen ein. Das ist aber noch nicht alles: Rotterdam ist auch das Zentrum des europäischen Kohleumschlags, denn in keinem Hafen werden mehr Energiekohle und Kokskohle umgeschlagen als dort. Mit einem Gesamtumschlag von 26,4 Mio. t Kohle (2018) ist der Port of Rotterdam nicht nur ein wichtiger Transithafen für Kohle für die Kraftwerke und Hochöfen in Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden, sondern er beherbergt auch selbst drei Kohle- und Biomassekraftwerke.

Ausgeklügelte Antriebstechnik-Konstruktion: Förderbänder erreichen jedes Silo

Um so einen gigantischen Betrieb mit 385.000 Arbeitsplätzen erfolgreich fortzuführen, bleiben permanente Modernisierungen in sämtlichen Bereichen nicht aus. Wie Material Handling auf höchstem Niveau stattfinden kann, zeigt eine der jüngsten Erweiterungen: eine Schüttgutverteilanlage für Kohle, die das Material entsprechend seinen Sorten und Güten verteilt und mit mehr als 20 Förderbändern eine aufwendige Sortierung leistet. Erfahren mit komplexen Projekten in dieser Größenordnung, plante Engicon (früher Geldof) eine Anlage, die mit einer groß angelegten Anordnung an Bändern mit flexiblen Ausläufern bis zu 2.000 t Material pro Stunde transportieren und sortieren kann.

Gute Lösung für alle Anforderungen: Fördergut auf schnellem Förderband

Nachdem der fossile Rohstoff vom Schiff entladen wurde, gelangt das Material zunächst auf das Hauptband. Von dort aus wird es nach seiner Beschaffenheit und Qualität zur weiteren Distribution an Kraftwerke auf verschiedene Silos verteilt. Der Clou daran: Die 27 Bänder sind flexibel, um sie auf die insgesamt acht, je 8.000 m3 fassenden Silos ausrichten zu können.

30 leistungsstarke Antriebe bringen Förderband in die Höhe

Die eigentliche Herausforderung bestand jedoch in den zu überwindenden Höhendifferenzen auf relativ kurzen Strecken. Genau gesagt: bis zu 48 Höhenmeter auf einer Bandlänge von nur 307 m. „Das umfassende Portfolio und die lange Erfahrung der Spezialisten von Flender haben uns wirklich überzeugt“, begründet Nico De Witte, Projektingenieur bei Engicon, die Entscheidung für die Komponenten der Siemens-Tochter. So lieferte Flender 30 komplette Antriebssysteme aus Motoren, Getrieben, Getriebemotoren, Kupplungen, Umrichter sowie Zubehörteilen wie Bremsen und Lüfter, teilweise auf Metallschwingen montiert, an den im Rhein-Maas-Delta gelegenen Hafen.

Zuverlässig Förderband-Antriebe benötigen wenig Instandhaltung

Einer der verbauten Förderbandantriebe ist der B3SE, eine Getriebeserie, die in extremen Umweltbedingungen zu Hause ist. Hocheffiziente Lüfter gewähren eine stabile Betriebstemperatur auch ohne die Notwendigkeit einer externen Kühlung. Dank der kühltechnisch optimierten Luftleithauben lässt sich die Wärmegrenzleistung deutlich erhöhen. Ihre Einsatzmöglichkeit als Mehrfachantrieb, ihre hohe Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit sowie ihre Staubdichtheit durch überwiegend berührungs- und verschleißfreie Labyrinthdichtungen machen die Förderbandantriebe der E-Reihe ideal für den Einsatz in den flexiblen Bändern zum Kohletransport im Hafen.

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