Transportband mit Schüttgut

In unwegsamen Gelände müssen Transportbänder für Schüttgut wirtschaftlich und zuverlässig zugleich sein. - Bild: Flender

Überall auf der Welt fördern Anlagen Milliarden Tonnen wertvoller Bodenschätze. Kilometerweit verlaufen die Förderstrecken durch unwegsames Gelände ohne Wasser und mit schlechter Infrastruktur. Auch besonders hohe Temperaturen sind in den Abbaugebieten keine Seltenheit. Ein Stillstand des Förderbandes ist in diesen Gefilden ein Albtraum eines jeden Minenbetreibers.

Um die Anlagenverfügbarkeit zu erhöhen beziehungsweise Stillstände zu vermeiden, bietet Flender mit der Reihe B3SE qualitativ hochwertige und perfekt ausgelegte Förderbandantriebe, die selbst in besonders widrigen Umweltbedingungen ohne externe Kühlung auskommen.

Bis zu 3.000 kW ohne externe Kühlung

Das Temperaturverhalten des Getriebes im Dauerbetrieb ist einer der entscheidenden Faktoren, wenn es um die Zuverlässigkeit eines Antriebes geht. Die natürlichen Umgebungsbedingungen und die eigene Temperaturentwicklung sind dabei die bestimmenden Parameter.

Während eine dauerhaft zu hohe Betriebstemperatur zur Beeinträchtigung der Schmierfähigkeit des Öls, zur Schädigung der Dichtungen und damit zu erhöhtem Verschleiß führt, stellen Kühlanlagen für viele Anlagenbetreiber ein zusätzliches Ausfallrisiko dar. Zudem ist das dafür notwendige Wasser vor Ort oft nicht verfügbar.

Stirn- und Kegelstirnradgetriebe B3SE von Flender
Die neuen Stirn- und Kegelstirnradgetriebe B3SE von Flender wurden weiter optimiert, sodass sie eine um bis zu 22 Prozent höhere Wärmegrenzleistung besitzen. - Bild: Flender

Mit der jüngsten Generation der B3SE Stirnrad- und Kegelstirnradgetriebe von Flender lässt sich dieses Risikopotenzial geschickt umgehen, denn durch ihre vergrößerte Gehäuseoberfläche lassen sie sich im Bereich zwischen 2.500 und 3.000 kW – abhängig von den Umgebungsbedingungen und der Getriebeausführung – allein mit Umgebungsluft kühlen.

Dahinter steckt ein effektives und ausgereiftes Luftleitsystem, das in der Antriebstechnik weltweit einzigartig ist: Speziell konstruierte Luftleithauben erlauben es, dass möglichst viel Umgebungsluft flächendeckend am Getriebegehäuse vorbeigeführt wird. Hocheffiziente Lüfter leiten die Luft gleichmäßig über das Gehäuse, wodurch die Wärme abtransportiert wird.

B3SE mit erweiterter Luftleithaube
Die dringend benötigte Kühlung erreicht Flender anhand von Kühlern und Axiallüftern. Dieser Effekt lässt sich durch eine intelligente Luftstromführung am Gehäuse vorbei noch verstärken. Dafür gibt es die neue erweiterte Luftleithaube. - Bild: Flender

Mehrere Antriebe redundant kombinieren

Die um bis zu 22 Prozent höhere Wärmegrenzleistung durch die erweiterte Gehäuseoberfläche ist nur ein konstruktiver Pluspunkt, der einem Anlagenstillstand entgegenwirkt. Auch vermeintlich kleine Details, wie die überwiegend berührungs- und verschleißfreien Labyrinthdichtungen oder die Unempfindlichkeit der Antriebslösungen gegenüber den allgegenwärtigen Schwingungen, tragen einen großen Teil zur Anlagenverfügbarkeit bei.

Explosionsansicht des B3SE-Systems
Explosionsansicht des B3SE Systems: Es besteht aus Getriebe, Antriebs- und Abtriebskupplung, Schwinge mit Bremse und Sensor. - Bild: Flender

Hinzu kommen Optimierungen in der Getriebegestaltung für weniger Verlustleistung, sodass sich mit den weitgehend wartungsfreien B3SE standardmäßig Drehmomente bis 490.000 Nm übertragen lassen.

Um gerade bei großen Anlagen mit mehreren Megawatt Leistungsaufnahme den reibungslosen Betrieb dauerhaft sicherzustellen, bieten die Flender-Antriebe mit ihrer Kombinierbarkeit einen besonderen Vorzug: Die Ausstattung mit einem Mehrfachantrieb macht nicht nur eine Punktlandung in der erforderlichen Leistungsaufnahme, ein redundantes System bietet auch zuverlässige Sicherheit vor einem Totalausfall.

Sollte es dennoch zu einem seltenen Servicefall kommen, kann der betreffende Teilantrieb von der Anlage abgekoppelt und diese mit verminderter Leistung weiter betrieben werden.

Vom Prüfstand in die Praxis

So einfach sich das Resultat anhört, so pragmatisch ist die Entwicklung der neuen B3SE-Getriebe im Detail. Flender hat dafür in einen leistungsfähigen Prüfstand investiert, mit dem sich Getriebelösungen bis zu einer mechanischen Nennleistung von bis zu 2.000 kW unter realen Praxisbedingungen testen lassen. Gleichzeitig liefert ein solcher Prüfstand die Grundlage, um Berechnungs- und Simulationsprogramme für Getriebe- beziehungsweise Antriebslösungen auf ihre Konvergenz von Theorie und Praxis zu überprüfen. Ausgehend vom riesigen Standard-Getriebebaukasten können die Getriebeexperten so in kürzester Zeit applikationsspezifische Anpassungen vornehmen, die ebenfalls die Zuverlässigkeit der Anlage erhöhen.

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Weitere Informationen und technische Details zu den Stirnrad- und Kegelstirnradgetrieben von Flender finden Sie hier.