Uwe Furtner

Uwe Furtner, Geschäftsführer Matrix Vision, sucht nach einem Weg, Bildverarbeitungsprofis und Einsteigern oder Anfängern gerecht zu werden. - Bild: Matrix Vision

Was bedeutet Industrie 4.0 für Ihre Produktentwicklung?

Die Automatisierungstechnik ist die notwendige Basis von Industrie 4.0 und darf nicht das schwächste Glied in der Kette sein. Zum einen muss ein Bildverarbeitungssystem die passenden Schnittstellen zur einfachen Integration und Vernetzung haben, zum anderen muss die Bedienung soweit abstrahiert werden, damit jeder mit der Technologie umgehen kann. Dazu muss die Automatisierungstechnik intelligenter werden und sich beispielsweise selbst optimieren können.

Intuitiv bedienbare Smart Cameras sind Produkte, die zeigen, wo der Weg hingeht. Sie ermöglichen es, eine Produktion zu überwachen, egal wo sich der QM, der Produktionsmanager, auf der Welt befinden. Der weltweite Zugriff setzt aber ein paar Dinge voraus: Nicht überall auf der Welt herrschen gleiche Infrastrukturbedingungen. Dementsprechend muss die Automatisierungstechnik sowohl leistungsstark als auch ressourcensparend sein, beispielsweise um Daten durch Vorverarbeitung zu filtern und damit Bandbreite zu sparen. Das beinhaltet auch den Stromverbrauch.

Diese Anforderungen und Vorgaben dienen als Grundlage unserer Produktentwicklungen. Beispielsweise ermöglichen wir mit unserer neuen Smart Camera mvBlueGEMINI ‚Branchenneulingen‘ einen schnellen Einstieg in die Automatisierung. Die Smart Camera erfordert weder Programmier- noch Bildverarbeitungskenntnisse. Die auf der Kamera vorinstallierte Software sucht die entsprechenden Algorithmen aus und setzt die passenden Parameter.

Welches sind die größten Anforderungen an Bildverarbeitungssoftware?

Nur wenige Firmen konnten bisher auf eigenes Bildverarbeitungs-Know-how zurückgreifen und waren durch die Komplexität der Lösungen entweder auf Systemintegratoren oder Bildverarbeitungsfirmen selbst angewiesen. Aus diesem Grund konnte die Bildverarbeitung bisher nicht ihr volles Potenzial in der Industrie ausschöpfen, was durch Marktforschungen auch bestätigt wurde. Hier gilt es, einen Weg zu finden, welcher sowohl Bildverarbeitungsprofis als auch Einsteigern oder Anfängern gerecht wird.

Welche Schnittstellen brauchen IBV-Systeme für Industrie 4.0?

Die Industrie 4.0 erfordert eine nahtlose Kommunikation durch alle Ebenen der digitalen Fabrik. Die Definition dieser Schnittstellen wird gerade auf den Weg gebracht und stellt eine enorme Herausforderung dar. Immerhin müssen unterschiedliche Technologien miteinander verbunden werden.

Zu den Schnittstellen gehören nicht nur die mechanischen wie Kabel, Kabelverbindungen, sondern auch die Kommunikation: Wie werden Datenpakete übertragen? Wie sieht es mit der Sicherheit und der Zuverlässigkeit aus? Durch die BV-Standards Gen­ICam, USB3 Vision und GigE Vision gibt es passende Standards, nur muss definiert werden, ob diese als Grundlage für neue Schnittstellen dienen oder ob die bestehenden genutzt und für die Industrie 4.0 erweitert werden.