Mensch und Roboter arbeiten in Zukunft wie hier bei Schunk immer enger zusammen. Innerhalb der Industrie 4.0 werden Serviceroboter laut Ralf Steinmann, Geschäftsbereichsleitung Greifsysteme bei Schunk, zu einem wichtigen Bestandteil der Smart Factory.

Mensch und Roboter arbeiten in Zukunft wie hier bei Schunk immer enger zusammen. Innerhalb der Industrie 4.0 werden Serviceroboter laut Ralf Steinmann, Geschäftsbereichsleitung Greifsysteme bei Schunk, zu einem wichtigen Bestandteil der Smart Factory. - Bild: Schunk

Um im Sinne von Industrie 4.0 agieren zu können, müssen Roboter vernetzt sein und Informationen untereinander austauschen können. „Das alleine nützt aber noch nichts, der Informationsaustausch bildet lediglich die Grundlage“, erläutert Prof. Sabina Jeschke, Institutsdirektorin an der RWTH Aachen (Halle B4.508). Zu intelligenten Strategien auf der Basis dieses Informationsaustausches komme es stattdessen erst, wenn bestehende und neue Formen der Künstlichen Intelligenz (KI) eingesetzt werden. „Ohne KI keine Industrie 4.0“, ist sich Jeschke sicher.

In den nächsten drei bis fünf Jahren wird es daher große Änderungen im Verständnis von Robotiklösungen geben. Das bestätigt auch Ralf Steinmann, Geschäftsbereichsleiter Greifsysteme bei Schunk (Halle A5. 502): „Wir gehen davon aus, dass autonom operierende Cobots, also Roboter, die barrierefrei im unmittelbaren Umfeld des Menschen eingesetzt werden, mittel- bis langfristig über den kompletten Produktionsprozess zu finden sein werden. Innerhalb der Industrie 4.0 werden sie zu einem wichtigen Bestandteil der Smart Factory.“ Vor allem in Montageanwendungen werde die Zahl robotergestützter Assistenzsysteme schon bald sprunghaft ansteigen. Die Sensorik, die durchgängige Vernetzung bis auf Komponentenebene sowie die Safety-Funktionalität gälten in diesem Segment als Entwicklungsschwerpunkte.

Wie Dr. Sven Schmidt-Rohr, CEO von Artiminds (Halle B5.512), berichtet, werden Roboter auf der einen Seite dank Sensoren immer flexibler, auf der anderen Seite wird in Zukunft Software eine noch größere Rolle spielen, um diese Flexibilität zu handeln. „Je autonomer ein Roboter wird, umso komplexer ist er zu beherrschen“, gibt Schmidt-Rohr zu bedenken. In der Industrie dürften Robotern aber keine Fehler unterlaufen und das sei derzeit für autonome Systeme noch schwierig.

Für Jeschke besitzen Roboter im Vergleich zu klassischen Automatisierungstechniken schon jetzt eine wesentlich höhere Intelligenz. Das zeige sich konkret in einer höheren Flexibilität, Adaptivität und Echtzeit-Fähigkeit. Aber auch hier greifen die Methoden der Künstlichen Intelligenz. „Ohne KI gibt es keine intelligente Robotik“, sagt Jeschke.

Ein Beispiel dafür ist das ‚Carologistics-Team‘ der RWTH Aachen, das schon zum zweiten Mal die Robocup-Weltmeisterschaft gewonnen hat. Jeschkes Studenten arbeiten hier mit mobilen Robotern, einer dezentralen Steuerungslogik und intensivem Informationsaustausch zwischen den beteiligten robotischen Agenten. Die Roboter entwickeln gemeinsam Strategien und arbeiten als Team. „Hinzu kommen Techniken der künstlichen Intelligenz etwa im Bereich Bilderkennung und Pfadplanung“, erklärt Jeschke. „Das Einsatzszenario ist Intralogistik, ein Gebiet dass man somit als zentralen Bestandteil der Produktion auffassen kann.“

Die steigende Intelligenz von Robotersystemen macht es Anwendern aber auch einfacher, Roboter zu nutzen. So lässt sich der Schunk Powerball-Leichtbauarm etwa per Smartphone steuern. Durch Industrie 4.0 ist es auch kleineren Firmen möglich, ihre Fertigung mit Robotern zu automatisieren“, bestätigt Dr. Máximo Roa vom DLR.

Susanne Nördinger