Die Fahrzeuge funktionieren ohne feste Einbauten auf einem normalen Industrieboden und lassen sich auch mit wenig Aufwand in eine bereits bestehende Produktion integrieren.

Die Fahrzeuge funktionieren ohne feste Einbauten auf einem normalen Industrieboden und lassen sich auch mit wenig Aufwand in eine bereits bestehende Produktion integrieren. - Bild: Melkus Mechatronics

Auf dem Weg zur Fertigung 4.0 spielt die Automatisierung des innerbetrieblichen Materialflusses eine bedeutende Rolle. Dazu eignen sich mobile Roboter beziehungsweise Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF). Laut Christoph Kirsch vom Fraunhofer IML sind FTF flurgebundene Fördermittel mit eigenem Fahrantrieb, die automatisch gesteuert und berührungslos geführt werden sowie dem Materialtransport dienen. Der Begriff ‚Mobiler Roboter‘ werde häufig als ein Oberbegriff für sämtliche Typen von Fahrzeugen genutzt, welche sich autonom oder teleoperativ in einer Umgebung bewegen und einer speziellen Tätigkeit nachgehen.

Kombiniert man FTF mit einer Leitsteuerung und befähigt sie zur Standortbestimmung und Datenübertragung sowie zur Interaktion mit peripheren Einrichtungen, ergibt das ein Fahrerloses Transportsystem (FTS). Wie Swisslog (Halle A4.221) mitteilt, spielen FTS in der Produktionslogistik schon heute eine wichtige Rolle. Swisslog bietet Lösungen für den Waren- und Materialtransport zwischen Arbeitsstationen im Produktionsumfeld oder zwischen dem Warenlager und der Produktionslinie an.

Adept (Halle B5.310) bietet ebenfalls einen mobilen Roboter. Mit dem Adept Lynx Cart Transporter können kleine, bewegliche Wagen zu einer Abhol- und Abladeposition transportiert werden. Zu den Applikationen gehören das Wiederauffüllen von Beständen, das Bewegen von Durchlaufregalen, das Transportieren unfertiger Erzeugnisse zwischen den einzelnen Arbeitsschritten sowie das Befördern fertiger Waren zum Lager.

Auch Melkus Mechatronics – ein Unternehmen, das mit Automatisierungsanbieter Sigmatek (Halle B6.306) kooperiert – bietet eine FTS-Lösung. Firmengründer Andreas Melkus hatte beobachtet, dass sehr viele Materialien in Transportkisten von 60 x 40  cm durch die Fertigung geführt werden. „Viele dieser Transporte erfolgen über von Hand geschobene Transportwagen“, so seine Erkenntnis. Daraus entstand die Idee für Agumos, das den Materialfluss mit kleinen autonomen Fahrzeugen durchführt. Das FTS kann die Ausrichtung des Ladungsträgers an die zu beliefernden Arbeitsplätze anpassen, damit das Transportgut ergonomisch günstig positioniert werden kann. Melkus sieht sein FTS somit als wesentlichen Teil auf dem Weg zur Fertigung 4.0

Susanne Nördinger