Assistenzroboter ANNIE eignet sich beispielsweise zur Vollständigkeitsprüfung an Flugzeugteilen.

Assistenzroboter ANNIE eignet sich beispielsweise zur Vollständigkeitsprüfung an Flugzeugteilen. - Bild: Fraunhofer IFF

Der mobile Assistenzroboter ANNIE wurde vom Fraunhofer IFF in Magdeburg auf dem neuesten Stand der Technik entwickelt und kombiniert laut Hersteller universelle Aktorik, leistungsfähige Sensorik und eine intelligente Softwareumgebung inklusive integrierter Entwicklungswerkzeuge. Der Roboter ANNIE wurde als universell einsatzfähiges System für vielfältige Anwendungen in der Industrie entwickelt und nicht als Roboter, der spezifisch für eine Aufgabe zum Einsatz kommt. Das umfangreiche und komplexe Softwaresystem stellt eine Vielzahl von Basisfertigkeiten für den Assistenzroboter wie Navigation, Objekterkennung und Lokalisierung sowie Bahnplanung bereit.

Im Folgenden werden drei Fallbeispiele für den Einsatz von ANNIE beschrieben, in denen die Basisfunktionen genutzt und eine schnelle und effektive Programmierung ermöglicht wurde. Die Beispiele wurden aufgrund ihrer industriellen Relevanz ausgewählt und sollen einen Eindruck der Möglichkeiten mobiler Assistenzsysteme vermitteln. In allen drei exemplarischen Szenarien verwendet ANNIE die gleiche flexible 3-Finger Roboterhand, um unterschiedliche Standardwerkzeuge beziehungsweise Objekte zu handhaben.

In einem Szenario wird ANNIE zur Vollständigkeitsprüfung an Flugzeugteilen eingesetzt. Hierbei verfährt er autonom entlang des mehrere Meter langen Bauteils, positioniert sich vor dem Prüfobjekt, ermittelt geeignete Prüfpositionen und plant kollisionsfreie Pfade für den Roboter und den Prüfsensor.

In einem weiteren Szenario montiert ANNIE Schrauben an einem Montagearbeitsplatz. Um die Position des Akkuschraubers und der M5-Schraube exakt zu ermitteln, spielt die Lichtfeldkamera ihre Stärke aus. Sie ermittelt sowohl die Position der Schraube als auch die Spitze des gegriffenen Akkuschraubers. Die Aufgabe ist besonders komplex durch die herausfordernden Bedingungen in Bezug auf die Lokalisierung von Objekten und das Ausgleichen von Unsicherheiten.

Ein drittes Szenario umfasst Hol- und Bringdienste am Beispiel von Microtiterplatten im Laborbereich.

Susanne Nördinger / Fraunhofer IFF