Laut Angaben der Deutschen Messe wurde der Begriff ‚Industrie 4.0‘ erstmals im Jahr 2011 in Hannover in die Welt getragen. - Bild: Deutsche Messe

Laut Angaben der Deutschen Messe wurde der Begriff ‚Industrie 4.0‘ erstmals im Jahr 2011 in Hannover in die Welt getragen. - Bild: Deutsche Messe

„Industrie 4.0 ist keine Zukunftsvision mehr – viele Lösungen liegen schon vor“, sagt Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG: „Fabriken werden vernetzt. Maschinen tauschen Informationen mit Produkten aus. Und der komplette Prozess wird digital gesteuert.“

Als global wichtige Industriemesse treibt die Hannover Messe den Prozess aktiv voran: Im Jahr 2011 wurde der Begriff ‚Industrie 4.0‘ in Hannover erstmals in die Weltöffentlichkeit getragen. 2013 starteten ZVEI, VDMA und Bitkom hier ihre gleichnamige Plattform. Auch der neuen Regierungsplattform Industrie 4.0 diente das Event 2015 als Startrampe.

Doch wie weit sind wir auf dem digitalen Weg? Wo funktioniert Industrie 4.0 bereits? Wie kann der Mittelstand davon profitieren? In welcher ‚Sprache‘ sollen Maschinen kommunizieren? Und wie schützen wir unsere Anlagen vor Cyber-Angriffen? Auf diese Fragen liefert die Hannover Messe 2016 Antworten. „Wir erwarten mehr als 100 konkrete Anwendungsbeispiele für Industrie 4.0 – das ist weltweit einzigartig“, erklärt Dr. Jochen Köckler.

„Besucher aus dem produzierenden Gewerbe erfahren laut Köckler auf der Messe, wie sie ihre Anlagen Schritt für Schritt zur Industrie 4.0-Fabrik ausbauen. „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen auch mittelständische Unternehmen die Potenziale der Digitalisierung erkennen und ausschöpfen“, so der Messechef. Dabei gehe es nicht nur um Technologien, sondern auch um neue Geschäftsmodelle.

Ein Beispiel für Integrated Industry liefert die Sonderschau ‚Predictive Maintenance 4.0‘. In der vorausschauenden Wartung wird mithilfe von Sensoren und intelligenter Datenanalyse der ideale Wartungszeitpunkt bestimmt. Laut einer IDC-Studie setzt schon jedes vierte deutsche Fertigungsunternehmen Predictive-Maintenance-Lösungen ein. Auch in den USA ist das ‚Industrial Internet of Things‘ (IIOT) bereits stellenweise Realität. Zahlreiche seiner Innovationen stellt das Partnerland der Hannover Messe im April vor. Unter anderem ist das Industrial Internet Consortium (IIC) mit einer Sonderfläche präsent.

Ein Schwerpunkt des Forums ‚Industrie 4.0‘, das ebenfalls auf der Messe stattfindet, wird die Diskussion über Standards für die Kommunikation im industriellen Internet der Dinge sein. Industrie 4.0 ermöglicht die firmenübergreifende Vernetzung und die Integration verschiedener Wertschöpfungsnetzwerke. Hierzu sind Normen und Standards von grundlegender Bedeutung.

Die Hannover Messe setzt somit laut eigenen Angaben Meilensteine auf dem Weg in die Industrie 4.0. Eine Hauptrolle in der großen Innovationsshow spielen die USA. „Die Hannover Messe 2016 bündelt das weltweite Industrie 4.0- Know-how. Sie ist der globale Hotspot für das Thema“, sagt Dr. Jochen Köckler. „Wer wissen will, wo die 4.0-Reise hingeht, der ist hier an der richtigen Stelle.“

Susanne Nördinger / Deutsche Messe