Straßenbahnen Stillstand

Stillstand droht am nächsten Dienstag nicht nur im öffentlichen Nahverkehr in Hannover. - Bild: Üstra

Zwei Tage nach der Eröffnung der Hannover Messe wollen die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe üstra die Arbeit niederlegen - am Dienstag kommender Woche werden den Plänen zufolge den ganzen Tag über keine Busse und Bahnen fahren.

"Die Gewerkschaft Verdi hat Warnstreiks in Hannover für den Dienstag der kommenden Woche, den 26. April 2016, angekündigt. Die Üstra geht davon aus, dass sie an diesem Tag auch bestreikt wird, und bedauert deshalb, an diesem Tag von Betriebsbeginn bis Betriebsschluss den Verkehr von Stadtbahnen und Bussen voraussichtlich einstellen zu müssen", schreibt die Hannoversche Verkehrsgesellschaft Üstra auf ihrer Webseite und bittet ihre Fahrgäste in diesem Fall, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen.

Üstra-Sprecher Udo Iwannek hatte schon in der vergangenen Woche angekündigt, dass im Fall eines Streikaufrufs der komplette Stillstand im öffentlichen Nahverkehr droht. Dem kann das Verkehrsunternehmen nur tatenlos zuschauen. Weil der Organisationsgrad der Gewerkschaften sehr hoch ist, habe die üstra keine Möglichkeit, dem Streik zu begegnen, sagte eine üstra-Sprecherin am Dienstag gegenüber NDR.de.

Kommt selbstorganisierter Ersatzverkehr?

Die Deutsche Messe AG reagierte laut einem Bericht des NDR mit Unverständnis auf die Streik-Ankündigung. Bereits am Montagabend habe ein Sondereinsatzstab getagt und überlegt, wie der Anreiseverkehr bewerkstelligt werden könnte. Im Gespräch ist offenbar auch eine "Aktion Roter Punkt" - eine Art selbst-organisierter Schienenersatzverkehr.

Bereits 2012 hatten die Veranstalter der Hannover Messe Autofahrer dazu aufgerufen, mit einem Schild hinter der Windschutzscheibe zu signalisieren, dass sie Anhalter mitnehmen. Außerdem prüft die Messe laut NDR, ob Ersatzbusse angemietet werden können.

Zusatzbehinderung wegen ICE-Streckensperrung

Aber nicht nur im Nahverkehr, sondern auch im Fernverkehr drohen zur HMI massive Verkehrsbehinderungen: Denn von Sonntagabend an ist die ICE-Strecke zwischen Kassel und Hannover für zwei Wochen gesperrt. Nach Angaben der Bahn werden über Umleitungsstrecken mehr als 90 Prozent der Züge fahren. Es könnten allerdings nicht alle Bahnhöfe bedient werden.