Mit dem optischen 3D-Scanner ATOS Triple Scan können Bewegungen und Abweichungen in Echtzeit

Mit dem optischen 3D-Scanner ATOS Triple Scan können Bewegungen und Abweichungen in Echtzeit gemessen werden, zum Beispiel für die gezielte Positionierung von Werkzeugen oder Bauteilen auf CNC-Maschinen. - Bild: GOM

Eine neue Funktion erlaubt die Echtzeit-Messung von Bewegungen und Abweichungen. Im Live-Modul verfolgt der optische 3D-Scanner ATOS Punkte und komplette Bauteilgeometrien im Raum. Auf diese Weise lässt sich die Ausrichtung oder Lageabweichung eines Werkstücks von der Soll-Position messen und visualisieren. Dadurch wird die optimale Online-Ausrichtung in die Realität übertragen, etwa für die gezielte Positionierung von Formen, Werkzeugen oder Bauteilen auf CNC-Maschinen oder -Paletten mit Aufmaßkontrolle. Anwendung findet das Live-Modul außerdem bei der Zusammenbau-Analyse von Formen und Werkzeugen. Ebenfalls eine neue Funktion ist die Rückprojektion, bei der Merkmale wie Höhenlinien und Körnerpunkte vom 3D-Sensor aus der Software direkt auf das Bauteil projiziert werden. Dadurch kann das herkömmliche Anreißen von Gussrohlingen entfallen. Außerdem können Bereiche auf Formen und Werkzeugen markiert werden, die aufgeschweißt oder spanend nachbearbeitet werden müssen.

Berechnung eines goldenen Netzes

Für Anwendungen im Reverse Engineering und Werkzeugbau ermöglicht die neue Softwareversion V8 die Berechnung eines goldenen Netzes. Aus einer Serie von Datensätzen, beispielsweise von Formnestern oder baugleichen Teilen, findet die Software das beste Netz oder berechnet ein Durchschnittsnetz. Dieses goldene Netz kann als STL-Datensatz für die Generierung von CAD-Daten (Reverse Engineering) übernommen werden oder als Referenz für zukünftige Bauteilinspektionen dienen. Hilfreich ist die Funktion außerdem für den Simulationsabgleich im Spritzguss: Damit lässt sich das Bauteil mit dem geringsten Verzug und den optimalen Maschinenparametern finden.

Mit der Software V8 wurde darüber hinaus die Auswertung wiederkehrender Strukturen vereinfacht, die häufig an Formnestern, Zahnrädern oder Steckerelementen vorkommen. Mit der so genannten Cluster-Analyse kann die komplette Auswertung innerhalb einer Struktur markiert und zur nächsten Position verschoben werden. Auf Knopfdruck übernimmt die Software dann die Neuberechnung der einzelnen Prüfmerkmale. Auf diese Weise werden die gesamten Prüfschritte für wiederkehrende Strukturen schnell wiederholt.

GOM/Sebastian Moser