Vernetztes Auto, Bosch

- Bild: Bosch

Der Technologiekonzern Bosch im Produktion Exklusiv-Interview:

Wie sieht Ihre Vision von der Mobilität in der Zukunft aus?

Null Unfälle, Null Emissionen und Null Stress – das sind unsere Ziele für die Mobilität der Zukunft. Die technischen Entwicklungen zur Erreichung dieser Ziele sind Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung.

Den Wandel der Mobilität werden wir aktiv gestalten. Bosch wird ein führender Anbieter von Mobilitätslösungen sein, führend auch im Bereich der Elektromobilität. Dabei konzentrieren wir uns auch auf die Entwicklung von Mobilitätslösungen für den urbanen Raum. Ein Beispiel: Bosch und Daimler treiben gemeinsam die Entwicklung des vollautomatisierten und fahrerlosen Fahrens voran. Beide Unternehmen haben eine Entwicklungskooperation vereinbart, um vollautomatisiertes (SAE-Level 4) und fahrerloses (SAE-Level 5) Fahren im urbanen Umfeld Anfang der kommenden Dekade auf die Straße zu bringen.

Was sind die wesentlichen Herausforderungen, die auf dem Weg dorthin noch gemeistert werden müssen?

In der Automobilindustrie wird sich in den nächsten fünf Jahren mehr verändern als in den letzten 50. Das Auto, wie wir es kennen, ist bald Geschichte. Heute buchen Sie die Übernachtung im Internet, in Zukunft bestellen Sie Ihre Mobilität online. Dafür laufen die Entwicklungen von automatisierter, elektrifizierter und vernetzter Mobilität zusammen. Hierfür müssen wir nicht nur unser gesamtes Know-how aufbringen, sondern auch in neuen Feldern Know-how entwickeln. Für alle drei Megatrends zusammen genommen ist der Entwicklungsaufwand also enorm hoch und kapitalintensiv. Grundsätzlich haben wir den Anspruch, den Wandel der Mobilität aktiv zu gestalten und alle Chancen zu nutzen.

In welchem Bereich wird der wesentliche Teil der Wertschöpfung von Zulieferern in Zukunft liegen – in der Produktion oder in neuen Geschäftsmodellen?

Beide Wege bieten noch Möglichkeiten. Der elektrische Antriebsstrang bietet für uns sehr großes Potenzial, die Wertschöpfung in der Produktion nochmals weiter zu erhöhen. Natürlich ergeben sich auch durch Services interessante neue Geschäftsmöglichkeiten. Ein Beispiel hierfür ist unserer Sharingdienst Coup in Berlin, bei dem wir elektrische Roller vermieten. Letztlich behalten wir beide Optionen im Auge. Und egal ob Automatisierung, Elektrifizierung oder Vernetzung der Mobilität – wir haben ein riesiges Potenzial für Wertschöpfung.