Ulbrich, Volkswagen

Er ist künftig Volkswagen wichtigster Elektromobilist: Thomas Ulbrich. - Bild: Volkswagen

Die Verantwortung für das Ressort, zu dem die Baureihe E-Mobility und die Produktion von Fahrzeugen auf der neuen MEB-Plattform an den zukünftigen E-Standorten der Marke Volkswagen weltweit zählen, übernimmt mit Wirkung zum 1. Februar 2018 Thomas Ulbrich. Er war bisher Vorstand für Produktion und Logistik der Marke Volkswagen. Nachfolger Ulbrichs als Produktionsvorstand der Marke wird ebenfalls zum Februar 2018 Andreas Tostmann, bisher Vorstand Produktion der Marke Seat.

Erfahrene Führungskräfte gefragt

Tostmann (55) ist Diplom-Wirtschaftsingenieur und arbeitet seit 1990 bei Volkswagen. Nach verantwortlichen Funktionen unter anderem in Mexiko übernahm er ab 1995 die technische Projektplanung und das Projektmanagement für Antriebssysteme im Konzern, bevor er 2001 zum Werkleiter in Salzgitter aufstieg.

2004 wechselte er als Geschäftsführer zu Volkswagen Südafrika. 2007 übernahm er den Vorstandsvorsitz von Volkswagen Slowakei und leitete dort zugleich die Produktion. Seit Dezember 2011 war er Produktionsvorstand von Seat.

Volkswagens neuer Ober-Elektromobilist Ulbrich (51) ist Diplom-Ingenieur Fahrzeugbau und arbeitet seit 1989 im Volkswagen Konzern. 1996 übernahm er die Leitung der Logistik bei FAW-Volkswagen in China, nach Stationen in Wolfsburg und Emden wechselte er 2001 als Technischer Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung zur Auto 5000 nach Wolfsburg.

2008 stieg er zum Produktionsvorstand der Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge auf, 2010 wurde er Technical Executive Vice President von Shanghai-Volkswagen in China. Seit April 2014 war er Vorstand für Produktion und Logistik der Marke Volkswagen.

Ulbrich bringt viel Erfahrung mit. Die ist auch notwendig, übernimmt er doch ein Ressort an dem die Zukunft des VW-Konzerns hängt.

Elektromobilität gewinnt rapide an Bedeutung

Das lässt sich an den Aussagen vom VW-Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller ablesen. "Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass wir Sinn und Zweck der Dieselsubventionen hinterfragen sollten", sagte der Manager dem Handelsblatt. "Wenn der Umstieg auf umweltschonende E-Autos gelingen soll, kann der Verbrennungsmotor Diesel nicht auf alle Zeiten weiter wie bisher subventioniert werden."

Fachleute und Umweltexperten fordern schon länger die Streichung der steuerlichen Subvention. Wer Diesel tankt, zahlt auf den Liter rund 18 Cent weniger Steuern als bei einem Liter Benzin. Würde dieser fragwürdige Vorteil wegfallen, der Staat sparte viel Geld - und die Autobauer hätten ein Problem.

Denn noch produzieren, bewerben und verkaufen die Autobauer Dieselmodelle, die in der nächsten Generation nicht nur deutlich sauberer sein, sondern auch viel Geld in die Kassen von VW und seinen Wettbewerbern spülen sollen - Geld, das sie für die milliardenschweren Investitionen zur Mobilitätswende zwingend brauchen.

Insofern überrascht es dann auch nicht, dass Müller nicht die Streichung der Subventionen, sondern ihre Umleitung fordert: "Abstriche bei den Diesel-Subventionen, dafür Anreize für Elektroautos, wären das richtige Signal. Das würden wir aushalten, ohne gleich Existenzängste haben zu müssen."

Das ist der VW I.D. Crozz

„Das ist wirklich beeindruckend“

Das Statement macht deutlich: VW setzt auf die Elektromobilität und will mit E-Autos durchstarten. Automotive-Experten begrüßen den Vorstoß. Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center der Uni Duisburg-Essen spricht gegenüber der Deutschen Presseagentur von einer "mutigen Forderung" des Konzernchefs. Von Seiten der Industrie habe er das nicht erwartet. "Und jetzt sagt das endlich einer. Das ist wirklich beeindruckend." 

Ohnehin befindet sich die Elektromobilität weltweit im Aufwind. Vor allem der Leitmarkt China weist ein hohes Wachstum auf. Doch erstmals ist laut einer Studie des Center of Automotive Management auch in Deutschland ein signifikanter Anstieg beim Elektroauto-Absatz zu verzeichnen. Der Diesel erleidet dagegen einen deutlichen Absatzrückgang.  "Die Elektromobilität wird in den nächsten zwei bis drei Jahren nur moderate Wachstumsraten in wichtigen Automobilmärkten realisieren können", sagt Studienleiter Bratzel. Allerdings rechnet das CAM auf Basis einer Szenarioanalyse mit einer deutlichen Steigerung der Marktdynamik zu Beginn der 2020er Jahre.

VW ist das bewusst. Zahlreiche neue E-Autos stehen in den Startlöchern, sollen bald auf den Markt kommen. Wohl das bekannteste Modell ist der I.D. Buzz. Er ist Bestandteil der I.D. Familie, mit der Volkswagen im Jahr 2020 seine Elektro-Offensive starten und das autonome Fahren schrittweise einführen wird.

Strategisches Ziel ist die weltweite Spitzenposition bei der Elektromobilität. Dafür bringt die Marke bis 2025 mehr als 20 reine E-Modelle auf den Markt. Gleichzeitig will VW den Standort Zwickau zu Europas größtem Kompetenzzentrum für E-Fahrzeuge machen.

Ein komplexes Konstrukt, das den Konzern vor ein großes Problem stellen könnte, wenn Kompetenzen, Zuständigkeiten und Entscheidungsbefugnisse nicht klar verteilt sind. Das könnte den schnellen Wandel hin zur Elektromobilität verhindern.

Die logische Konsequenz: Irgendwo müssen die Projektverantwortung für sämtliche Volkswagen E-Fahrzeuge sowie der Aufbau des Elektro-Kompetenzzentrums Zwickau gebündelt werden. Und das ist laut VW das neue Vorstandsressort E-Mobilität unter Leitung von Ulbrich.

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    Auf Platz 9 der meist verkauften E-Autos in China landet Mitsubishi mit 28.731 Fahrzeugen. Der japanische Hersteller stellt auf der Tokio Motorshow 2017 seine neue Studie e-Evolution Concept vor. - Quelle: Statista, Center of Automotive Management, EV Volumes / Bild: Mitsubishi

  • GM,E-Auto,Elektromobilität,China

    General Motors (GM) will bis 2023 insgesamt 20 E-Autos mit einem Antrieb aus Batterie oder Wasserstoff-Brennstoffzellen auf den Markt bringen. Im Statista-Ranking schafft es das amerikanische Unternehmen auf den 8. Platz mit insgesamt 32.614 verkauften E-Fahrzeugen in China. Im Bild: Der Chevrolet Bolt. - Quelle: Statista, Center of Automotive Management, EV Volumes / Bild: GM

  • Zotye S,E-Auto,Elektromobilität,China

    Platz 7 belegt der chinesische Hersteller Zotye mit 37.273 verkauften E-Fahrzeugen in China. Der Autobauer gründete eine eigene Elektroauto-Marke namens Junma. Im Bild: Das Concept Car Zotye S, ausgestellt auf der diesjährigen Shanghai Auto Show. - Quelle: Statista, Center of Automotive Management, EV Volumes / Bild: press-inform / Gomoll

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    Mit 46.591 in China verkauften Elektroautos belegt der heimische Autobauer BAIC den 6. Platz. Im Bild: der BAIC Arcfox 7 Electric Supercar. - Quelle: Statista, Center of Automotive Management, EV Volumes / Bild: BAIC-Video Youtube

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    Der japanische Autobauer Nissan hat im vergangenen Jahr 56.686 Batterieelektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge auf den chinesischen Markt gebracht. Das bedeutet Platz 5 im Ranking. - Quelle: Statista, Center of Automotive Management, EV Volumes / Bild: Nissan

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    BMW hat im Jahr 2016 in China 59.015 Elektroautos verkauft und erreicht damit den 4. Platz im Statista-Ranking. Im Bild: der BMW i3. - Quelle: Statista, Center of Automotive Management, EV Volumes / Bild: BMW

  • VW,e-up!,E-Auto,Elektromobilität,China

    Der nächste deutsche Hersteller ist VW (hier der e-up!) mit 63.674 verkauften E-Autos in China - Platz 3 im Ranking. - Quelle: Statista, Center of Automotive Management, EV Volumes / Bild: VW

  • Tesla Model 3,E-Auto,Elektromobilität,China

    Platz 2 geht an Tesla mit 76.875 verkauften E-Fahrzeugen im chinesischen Markt. Im Bild: der Tesla Model 3. - Quelle: Statista, Center of Automotive Management, EV Volumes / Bild: Tesla

  • BYD,e6,E-Auto,Elektromobilität,China

    Am meisten E-Autos hat in China der heimische Autobauer BYD verkauft. 102.500 Batterieelektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge bedeuten Platz 1 im Ranking. - Quelle: Statista, Center of Automotive Management, EV Volumes / Bild: Flickr / anthonares - CC BY-SA 2.0