Service-Roboter in Fabriken arbeiten Hand in Hand mit den Menschen.

Service-Roboter in Fabriken arbeiten Hand in Hand mit den Menschen. - Bild: Fotolia/zapp2photo

Bis vor kurzem bestimmten fest installierte, hünenhafte Roboter, die beispielsweise Schweißaufgaben an zentnerschweren Karosserieteilen ausführten, das Bild der Robotik in den Fabrikhallen. Solche Industrie-Roboter waren für Aufgaben gedacht, für die menschliche Kräfte nicht ausreichten.

Doch das Bild der Robotik in den Fabrikhallen wandelt sich: Heute kommen immer mehr kleinere, wandlungsfähige Roboter-Arme, sprich Manipulatoren, zum Einsatz. Sie sollen Menschen bei körperlich belastenden oder monotonen Arbeiten „zur Hand gehen“ und damit entlasten. Bei diesen Service-Robotern geht es darum, dem Menschen mit höchstens gleicher Kraft zu assistieren.

Typische industrielle Einsatzgebiete solcher Service Roboter sind etwa Pick and Place-Applikationen, Handling-Abläufe zwischen verschiedenen Produktionsschritten oder Follow-the-Line-Anwendungen, bei denen der Roboter-Arm eine vorgeschriebene Bewegungsbahn exakt ausführen muss. Im Vergleich zum „großen Roboter-Hünen“ sollen solche Service Roboter-Arme nicht nur eine größere Flexibilität bieten, sondern auch mehr Autonomie.

Ihren Ursprung hat die Service Robotik in Asien, wo Roboter seit vielen Jahren nicht nur in Werkhallen, sondern auch im häuslichen und öffentlichen Umfeld zum Einsatz kommen, wie beispielsweise Serviceaufgaben in Gastronomie und Handel.

Sicherheit ist und bleibt entscheidend

Ein entscheidender Punkt in der Robotik innerhalb und außerhalb der Industrie ist und bleibt das Thema Sicherheit! Parallel zur Normenreihe ISO 10218-1 & -2, in der die Sicherheitsanforderungen an Industrieroboter beschrieben werden, entstand in Fernost seit Mitte des letzten Jahrzehnts ein weiterer Normungszweig für Service Robotik. Als Konsequenz entstanden so auch zwei unterschiedliche Auffassungen mit Blick auf die Sicherheit von Robotern. Das wiederum hat dazu geführt, dass ein Service Roboter nicht unbedingt in der Industrie einsetzbar ist –, und umgekehrt ein Roboter, der in der Industrie durchaus in kollaborierenden Aufgaben übernehmen kann, nicht als Service-Roboter in der Gesellschaft seinen Dienst tun kann.

Service-Robotik von Pilz
Service-Robotik von Pilz. - Bild: Pilz

In der Zwischenzeit wurden von den entsprechenden Standardisierungsgremien bei IEC und ISO unabhängig voneinander Arbeitsgruppen eingesetzt. Damit soll der Wildwuchs, der in der Zwischenzeit in der Normung entstanden ist, beschränkt werden. Der Wunsch ist, wieder eine einheitliche Struktur zu erhalten. Damit könnten Entwicklung und Einsatz von Robotern für Serviceaufgaben vereinfacht werden – innerhalb und außerhalb der Werkshallen.

Einfache Handhabung entscheidet über Akzeptanz

Neben der Sicherheit entscheiden bei Service-Robotern auch deren Programmierung und Bedienung über ihre Akzeptanz. Grundsätzlich gilt: Je leichter, desto besser. Im häuslichen Umfeld oder öffentlichen Bereichen reagieren Roboter auf Gestik, lassen sich per Sprache oder Touch-Bildschirm steuern. Dieser Trend hält nun in den Werkhallen Einzug: Zum Beispiel durch Handführung oder einfach zu bedienende grafische Benutzeroberflächen. So sind immer mehr Roboter in der Lage, auch ohne Programmier-Know-how des Bedieners neue Aufgaben erledigen zu können.

Modularer Baukasten für Service-Robotik

Die Möglichkeiten der Service-Robotik mit den Anforderungen der Industrie zu verbinden, lautet der Grundgedanke des neuen Service Robotik Angebots von Pilz: Die Service Robotik Module basieren auf leistungsfähiger Pilz Motion Control und sicherer Steuerungstechnik. Mit diesen neuen Modulen können Anwender sowohl im industriellen Umfeld als auch in der klassischen Service Robotik ihre individuelle Service-Roboter-Applikation zusammenstellen.

So erschließt diese Art von Service Robotik Modulen nicht nur neue Anwendungsbereiche über ihren klassischen Einsatzbereich hinaus, sie unterstützen ganz nebenbei auch pragmatisch Bediener, die jetzt ergonomischer, sicherer und produktiver ihr Tagwerk verrichten können.