Klaus Fröhlich

BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich. Foto: BMW Group.

Das sagte Fröhlich am Dienstag bei der Elektronikmesse CES in Las Vegas und wies damit auf die wachsende Bedeutung von Technologie-Unternehmen wie Google und Apple in der Autoindustrie hin. Die Technikkonzerne drängen mit ihren Betriebssystemen auf die Fahrzeugdisplays. Wer Zugriff auf das Auto-Betriebssystem habe, könne die Autonutzer direkt erreichen, sagte Fröhlich. BMW selbst sieht der Vorstand aber nicht in Gefahr, sich deshalb zu einer Art Zulieferer zu entwickeln. "Wir wollen auf keinen Fall Foxconn werden", sagte er. Der Hersteller aus Taiwan stellt etwa iPhones für Apple her, tritt in der Öffentlichkeit aber kaum in Erscheinung.

Fröhlichs Warnung gewinnt zusätzliche Bedeutung angesichts der von vielen Beobachtern erwarteten Partnerschaft zwischen Ford und Google. Beide Unternehmen haben dazu bislang keine eigenen Stellungnahmen abgegeben. Ford-Chef Mark Fields äußerte sich zunächst auch bei der CES nicht zu einer Zusammenarbeit mit Google. Die Spekulationen, beide Unternehmen könnten gemeinsam etwa an autonom fahrenden Autos arbeiten, dauern aber an.

BMW stemmt sich gegen die Konkurrenz durch Unternehmen wie Google und Apple etwa mit eigenen Ideen für die Interaktion zwischen Fahrzeugen und ihren Nutzern. Entsprechende Technik stellt das Unternehmen bei der CES vor. Ein in Las Vegas gezeigtes Konzeptfahrzeug des Münchener Herstellers enthält große Displays und ist über eine "BMW Connected" bezeichnete Technik an Cloud-Server angeschlossen. Damit kann das Auto etwa Informationen aus den in einer digitalen Landkarte enthaltenen Echtzeit-Daten nutzen. Das Fahrzeug lässt sich nach der Darstellung in einem Produktvideo per Smartphone vor die Haustür rufen. Auf dem Display im Innenraum zeigt es etwa Video-Anrufe an, während es autonom fährt.

Die Bedeutung des Fahrzeugdisplays und damit der darauf angezeigten Software wird nach Einschätzung von Experten durch die Entwicklung immer selbständigerer Fahrzeuge stark zunehmen. Es habe ein Kampf um die Zeit des Autonutzers begonnen, sagte denn auch BMW-Vorstand Fröhlich. Die Einführung vollständig autonom fahrender Autos ist bislang aber nicht absehbar. Fröhlich sagte in Las Vegas, BMW werde selbstfahrende Autos nicht anbieten, solange keine klaren Haftungsregeln für die neue Technik bestünden.