Sinkende Rohölpreise senken die Inflationsrate.

Sinkende Rohölpreise senken die Inflationsrate.

Die Energiepreise befinden sich weiter auf Talfahrt. Binnen Jahresfrist verbilligten sich Heizöl um 27,9 Prozent und Kraftstoffe um 13,8 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate deutlich höher bei 1,1 Prozent gelegen. Die Preise für Lebensmittel zogen um 1,1 Prozent an. Binnen Monatsfrist sanken die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent, womit die vorläufige Meldung ebenfalls bestätigt wurde.

Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im September um 0,2 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vormonat sank der Index um 0,3 Prozent. Auch die vorläufigen Ergebnisse für den HVPI wurden somit bestätigt.

Wegen der Konjunkturabkühlung in China und anderen Schwellenländern sowie einer Förderschwemme in einer Reihe von Erdöl produzierenden Ländern sind die Ölpreise seit dem Sommer um rund ein Drittel eingebrochen. Die Europäische Zentralbank (EZB) muss sich deshalb verstärkt Sorgen über die schwache Preisentwicklung in der Eurozone machen. Seit März kauft die EZB jeden Monat für 60 Milliarden Euro Wertpapiere, um die Inflation künstlich anzufachen. Wegen der hartnäckig niedrigen Inflation gab es zuletzt verstärkt Spekulationen, dass die EZB ihr Kaufprogramm noch ausweiten könnte.

Eine weitere Auswirkung der niedrigeren Preise für Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse sind Preissenkungen im deutschen Großhandel im September. Das gesamte Preisniveau sank im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete. Im Jahresvergleich gingen die Preise um 1,8 Prozent zurück. Schon im August waren die Großhandelspreise rückläufig, mit Rückgängen um 0,8 Prozent auf Monats- und um 1,1 Prozent auf Jahressicht.