Wachstumsaussichten in China sind rückläufig.

Wachstumsaussichten in China sind rückläufig.

Der offizielle Einkaufsmanagerindex für September, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, zeigte zwar eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vormonat. Allerdings schrumpfte die Wirtschaftsaktivität weiter, und das zu einer Zeit, da das Augenmerk der Welt besonders auf den Wachstumsaussichten Chinas liegt.

China hat derzeit Mühe sein Wachstumsziel von rund 7 Prozent in diesem Jahr zu erfüllen. Die Wirtschaft ist seit einem viertel Jahrhundert nicht mehr so langsam gewachsen. Zwar hat sie laut der Regierung dieses Wachstumstempo im ersten Halbjahr erreicht, doch die Zeichen mehren sich, dass das Wachstum seitdem nachgelassen hat. Laut Ökonomen ist die Leistung im dritten Quartal offenbar gesunken.

"Es scheint nicht so zu sein, dass die Dinge schlagartig wieder besser werden," erklärte ING-Ökonom Tim Condon. "Aber es gibt Unterstützung für die Ansicht, dass Juli und August wirklich sehr schlecht waren und dass die Dinge sich etwas stabilisiert haben und sich langsam erholen."

Der von der chinesischen Regierung erhobene Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im September auf 49,8 von 49,7 Punkten im August, wie der Verband für Logistik und Einkauf mitteilte, der die Daten des Nationalen Statistikbüros herausgibt. Vom Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten für September mit einer Stagnation bei 49,7 gerechnet. Erst Werte oberhalb der Schwelle von 50 deuten auf eine Expansion der Wirtschaft hin, Werte darunter auf eine Kontraktion.

Die Offiziellen Subindizes für Produktion, Auftragseingang, neue Exportaufträge und Verbrauch verbesserten sich gegenüber dem Vormonat.

"Sowohl die Auslands- als auch die Binnennachfrage blieben schwach und der Fertigungssektor steht weiter vor großem Abwärtsdruck", sagte Ökonom Zhao Qinghe.

Ein anderer Maßstab des landesweiten verarbeitenden Aktivität, der Caixin-Einkaufsmanagerindex, ging im September leicht auf 47,2 Punkte zurück. Im August hatte der Index 47,3 Punkte erreicht. Laut Ökonomen erfasst die Caixin-Umfrage mehr private Unternehmen, während der offizielle Index mehr große staatliche Unternehmen erfasst.

Außerhalb der Produktion ist das wirtschaftliche Bild etwas heller. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das nicht-verarbeitende Gewerbe, der ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht wurde, blieb unverändert bei einem Stand von 53,4. Der Dienstleistungs-Index von Caixin fiel dagegen im September auf ein 14-Monatstief von 50,5 Punkten, von 51,5 im August. Der Index blieb dabei aber über der wichtigen Schwelle von 50.

Den Veröffentlichungen waren schwache Daten für die chinesischen Industrieproduktion, Investitionen und Exporte vorausgegangen.