BERLIN (Dow Jones/rm). Für nächstes Jahr werde ein Wirtschaftswachstum von 2,3% erwartet, teilte der Bankenverband am Montag in seinem aktuellen Konjunkturbericht in Berlin mit. Im Jahr 2010 werde Deutschland mit gut 3,5% den stärksten Wachstumsschub seit der Wiedervereinigung verzeichnen, sagte BdB-Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer. “Die deutsche Wirtschaft schließt das Jahr sehr erfolgreich ab”, betonte er.

Im Jahr 2011 dürfte die Binnennachfrage zu einem stabilen zweiten Standbein des Wirtschaftswachstums werden, denn Beschäftigungsaufbau und etwas höhere Lohnabschlüsse würden den privaten Verbrauch stützen. Weil die Auftragsbücher der deutschen Unternehmen inzwischen gut gefüllt seien, würden die Unternehmen im kommenden Jahr auch wieder mehr investieren, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes.

Zusätzliche Impulse dürfte die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank erhalten. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik würden sich daher 2011 spürbar verbessern. Die Politik erhalte die große Chance, die Haushaltsdefizite energischer zu verringern als ursprünglich geplant.

Das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung stellt nach Ansicht des BdB derzeit die Staatsschuldenkrise in der Eurozone dar. Die Staats- und Regierungschefs hätten mit den Beschlüssen für einen europäischen Stabilisierungsmechanismus die notwendige Handlungsfähigkeit gezeigt.

Die Finanzmärkte würden sich jedoch nur dann dauerhaft beruhigen, wenn die Politik glaubhafte Signale sende, dass eine auseinander driftende wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone künftig nicht mehr hingenommen werde. Dazu müssten sich die Länder der Währungsunion zügig dem Leitbild einer gemeinsamen, abgestimmten Wirtschaftspolitik annähern, forderte der Bankenverband.