Der Bundesverband der Industrie (BDI) erwartet 2010 wie die Bundesregierung und führende Ökonomen eine kräftige Zunahme des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP).

BERLIN (Dow Jones/ks)–”Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr in der Größenordnung um 3,5% wachsen,” sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf anlässlich der Veröffentlichung des BDI-Konjunkturreports am Donnerstag in Berlin. Die Erwartungen der Industrie seien damit “ähnlich optimistisch wie die der Bundesregierung, die heute eine realistische Perspektive für die wirtschaftliche Entwicklung abgegeben hat”.

Die Regierung hatte am Vormittag ihre offizielle Wachstumsprognose deutlich angehoben und erwartet nun eine Zunahme des realen BIP um 3,4% in diesem und um 1,8% im nächsten Jahr. Vergangene Woche hatten bereits die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten ein Wachstum von 3,5% in diesem und 2,0% im kommenden Jahr vorausgesagt, und am Mittwoch hatte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ein BIP-Plus von 3,4% in diesem und 2,4% im nächsten Jahr prognostiziert.

Der BDI unterstrich, die Unternehmen hätten eine beachtliche Teilstrecke auf dem Weg zum Vorkrisenniveau zurückgelegt. Schnappauf bezeichnete es als “erfreulich, dass der Aufschwung mittlerweile auf einem breiten Fundament steht und sich verfestigt hat”. Für die gute Entwicklung seien nicht nur die Exporte verantwortlich, auch die Binnennachfrage trage durch den wachsenden privaten Konsum und eine Zunahme der Investitionen zur konjunkturellen Erholung bei. Durch höhere Importe sei die deutsche Wirtschaft auch Treiber für die Entwicklung in der Eurozone. Dies trage zum Abbau von Ungleichgewichten in den Handelsbilanzen bei.

“Die Risiken für einen dauerhaften Aufschwung sind überschaubarer geworden, aber sie sind nicht aus der Welt”, warnte Schnappauf. Im langfristigen Trend gebe es in Deutschland deutlich zu niedrige öffentliche und private Investitionen. “Deshalb müssen wir alles dafür tun, den Aufschwung zu verstetigen und Investitionsbremsen zu lösen”, forderte der BDI-Hauptgeschäftsführer. Deutschland müsse attraktiver für in- und ausländische Investoren werden.