Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erwartet für 2010 ein Exportwachstum von mehr als 10%, nachdem sich im ersten Halbjahr sogar ein Plus von über 17% gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergab.

BERLIN (Dow Jones/ks)–Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des BDI unter seinen Mitgliedsverbänden, wie der BDI am Dienstag in Berlin mitteilte. “Damit ist klar: Die Exportindustrie zieht Deutschland aus der Krise”, erklärte Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf bei der Vorstellung des neuen BDI-Außenwirtschafts-Reports. Die Entwicklung der Ausfuhren der vergangenen Monate zeige die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte auf den Weltmärkten und widerlege alle Kritiker.

Schnappauf warnte allerdings davor, angesichts eines Anstiegs der Ausfuhren um 17,4% im ersten Halbjahr “in falsche Euphorie zu verfallen”. Das Gesamtvolumen der deutschen Exporte habe mit 239 Mrd Euro im zweiten Quartal immer noch rund 5% unter dem Vorkrisenniveau gelegen. Die positive Entwicklung des Exports werde sich im zweiten Halbjahr 2010 fortsetzen, allerdings mit abnehmender Dynamik. “Für 2011 müssen wir uns auf ein geringeres Exportwachstum einstellen”, stellte Schnappauf fest. Zuletzt habe die Erholung sowohl in den Industrie- wie in den Schwellenländern nachgelassen.

Laut dem BDI-Außenwirtschafts-Report zeigt die Entwicklung der ausländischen Direktinvestitionen nach der Krise, wie stark ausländische Kapitalgeber den Standort Deutschland schätzen. Die Investitionen von Ausländern in Deutschland legten demnach 2009 um 45% zu – entgegen einem weltweiten Trend von minus 37%. Als interessante Region für den deutschen Außenhandel habe sich gerade in der Krise der Nahe Osten erwiesen. In Zukunft ergäben sich dort Chancen für mittelständische Unternehmen, etwa in der Verkehrs- und Energieinfrastruktur.