Die deutsche Wirtschaft läuft rund, die Unternehmen sehen aber Probleme bei der ausufernden

Die deutsche Wirtschaft läuft rund, die Unternehmen sehen aber Probleme bei der ausufernden Bürokratie, der mangelnden Verfügbarkeit von Fachkräften und sie zweifeln an einer sicheren und preiswerten Energieversorgung. (Bild: imageteam - fotolia.com).

Diesen Befund untermauert eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag des BDI, für die mehr als 1000 Unternehmen befragt wurden. Unternehmen aus Industrie und industrienahen Dienstleistungen haben laut der Studie im vergangenen Jahr im Wert von 223 Mrd Euro investiert – ein starker Anstieg gegenüber dem Vorjahr um rund 16%. Fast alle deutschen Industrieunternehmen – nämlich 94% – haben 2010 investiert.

„Derzeit läuft es gut, aber kein Aufschwung dauert ewig. Der erfreuliche Trend darf nicht von einem grundsätzlichen Strukturproblem ablenken: Am Standort Deutschland herrscht seit Jahren eine strukturelle Investitionsschwäche“, warnte Keitel.

Die IW-Studie bestätigt demnach einen wachsenden Trend von Investitionen, die außerhalb Deutschlands getätigt werden: 10% der deutschen Unternehmensinvestitionen gingen im Jahr 2010 ins Ausland. Den befragten Unternehmen zufolge wird dieser Anteil in den kommenden zehn Jahren auf 18% steigen. „Dies ist kein Exodus aus Deutschland, sondern Auftrag für die Politik, sich um die restlichen 82 Prozent des Investitionsbudgets intensiv zu kümmern“, mahnte Keitel. „Es gibt zu viele Hemmnisse, die das Investieren beeinträchtigen oder verhindern.“ Als wesentliche Investitionshemmnisse nannten die befragten Unternehmen die ausufernde Bürokratie, die mangelnde Verfügbarkeit von Fachkräften sowie Zweifel an einer sicheren und preiswerten Energieversorgung.

Grundsätzlich trage der BDI die politisch gewollte Energiewende mit. „Vieles halten wir für richtig, manches für überstürzt – und einiges für unrealistisch“, sagte Keitel. „Ein kluges Monitoring des folgenreichen Umbaus der Energiesysteme in Deutschland ist notwendig. Es wäre gefährlich, einen starren Fahrplan zu beschließen, der keine Kontrollmechanismen für mögliche Zielabweichungen enthält.“

Für ein Gelingen der Energiewende seien Milliardeninvestitionen nötig. „Jede Investition braucht intelligente Rahmenbedingungen, die der Staat setzen muss. Ganz wichtig ist Verlässlichkeit. Wie verlässlich unsere Regierung ist, wird sich an der Ausgestaltung der Energiewende zeigen“, betonte Keitel.

Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen entscheide sich auch am Umgang der Politik mit der Schuldenkrise im Euroraum. „Vordringlichste Aufgabe der Politik ist, unsere Geldwertstabilität zu sichern. Die Inflationsrisiken sind gestiegen“, warnte Keitel. Wichtig sei deshalb, dass die Notenbanken frühzeitig die Liquidität, die sie dem Markt in der akuten Krise zur Verfügung gestellt haben, wieder einsammelten. Keitel: „Der BDI unterstützt eine Finanzmarktordnung, die im Krisenfall eine Beteiligung der Gläubiger vorsieht. Risiko und Haftung gehören zusammen.“