BGA,Außenhandel,Börner

BGA-Präsident Anton Börner: "Die Außenhandelsaktivitäten werden sich auf absehbare Zeit weiter abkühlen." - Bild: Andi Graf/Pixabay

"Der deutsche Außenhandel hat sich lange in einem immer schwierigen Umfeld behauptet und scheint nun vorläufig an ein Ende gekommen", sagte BGA-Präsident Anton Börner bei einer Pressekonferenz in Berlin. "Die Außenhandelsaktivitäten werden sich auf absehbare Zeit weiter abkühlen."

Angesichts einer krisenbedingten Verunsicherung und Zurückhaltung erwarte der deutsche Außenhandel aber für dieses Jahr "immerhin noch ein kleines Wachstum von maximal zwei Prozent" auf 1,220 Billionen Euro, prognostizierte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).

Trotzdem werde der deutsche Außenhandel einen neuen Rekord bei den Ausfuhren verbuchen. Für 2017 rechnete Börner mit einem Zuwachs um "höchstens zweieinhalb Prozent" auf dann 1,250 Billionen Euro. Für die Einfuhren erwartet der Verband 2016 ein Plus von 0,5 Prozent auf 953 Milliarden und 2017 von 1,5 Prozent auf 967 Milliarden Euro.

"Das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld wird sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen", konstatierte Börner. So stünden allein in Europa zahlreiche Wahlen und wichtige Entscheidungen mit völlig ungewissem Ausgang an, etwa in Italien, den Niederlanden, Frankreich und in Deutschland.

Zudem bleibe abzuwarten, wie die Weichen in Bezug auf den Brexit gestellt werden. Börner verlangte, bei den Verhandlungen mit London müsse die EU "hart bleiben". Mit dem Votum der Briten für den Austritt habe die EU als der wichtigste deutsche Absatzmarkt einen deutlichen Dämpfer erhalten, erklärte der BGA-Chef die Gründe für die Abkühlung. In absehbarer Zeit sei auch nicht damit zu rechnen, "dass sich die Märkte in China oder Russland erholen".