Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) rechnet mit einer Fortsetzung des wirtschaftlichen Erholungsprozesses in Deutschland und geht zudem davon aus, dass dieser im Jahresverlauf “allmählich auch an Breite gewinnen” wird.

BERLIN (Dow Jones/ks)–Deutschland profitiere von der anhaltenden Wiederbelebung der Weltwirtschaft wie auch von weiteren Nachholeffekten, heißt es im aktuellen, am Mittwoch in Berlin veröffentlichten BMWi-Monatsbericht zur “wirtschaftlichen Lage in der Bundesrepublik Deutschland im Mai 2010″.

“Gleichwohl bleiben die konjunkturellen Risiken hoch und sind durch die schwierige Haushaltslage in einigen Euroländern noch gestiegen”, schreiben die BMWi-Konjunkturexperten.

Der wirtschaftliche Erholungsprozess in Deutschland habe nach der Wachstumsverlangsamung im Winter gegen Ende des ersten Quartals wieder Fahrt aufgenommen. “Die Frühjahrsbelebung setzte früher und stärker ein als üblich”, heißt es in dem Bericht. Das Bruttoinlandsprodukt habe gegenüber dem Vorquartal preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,2% zugenommen.

Impulse seien von den Ausrüstungsinvestitionen und den Exporten gekommen. Darüber hinaus habe der staatliche Konsum gestützt. Zudem hätten die Unternehmen ihre Lager wieder aufgefüllt. Dämpfend wirkten demgegenüber die durch die Witterungsverhältnisse beeinträchtigten Bauinvestitionen und die nochmals schwache Entwicklung der privaten Konsumausgaben.

Angesichts der erhöhten Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen sowie eines aufgehellten Geschäftsklimas der Unternehmen spreche viel für eine weitere Erholung der Industriekonjunktur. Die Bauproduktion dürfte in den kommenden Monaten durch weitere Nachholeffekte sowie die Konjunkturprogramme geprägt bleiben. Wegen der stabilen Beschäftigungsentwicklung sowie höherer verfügbarer Einkommen dürfte sich der private Konsum im weiteren Verlauf des Jahres erholen. Die weiter kräftige Aufhellung des Geschäftsklimas im Einzelhandel signalisiere, dass die Trendwende bevorstehe.

Für den Anstieg der deutschen Ausfuhren dürfte laut BMWi neben Nachholeffekten vor allem der lebhafte Erholungsprozesses der Weltwirtschaft bei hoher Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exporte eine Rolle gespielt haben. Die Auftragseingänge bei deutschen Industrieerzeugnissen seien weiter kräftig angestiegen und unterstrichen damit, “dass weitere außenwirtschaftliche Impulse zu erwarten sind”.

Der Arbeitsmarkt zeige sich robust und entwickele sich weiter ungewöhnlich günstig. Einer Zunahme der Beschäftigung in einigen Dienstleistungsbereichen stehe allerdings weiterhin ein Abbau von Arbeitsplätzen in der Industrie gegenüber. “Angesichts unterausgelasteter Kapazitäten im verarbeitenden Gewerbe ist eine durchgreifende Besserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt kurzfristig nicht zu erwarten”, heißt es vom BMWi. Die Verbraucherpreisentwicklung verlaufe weiterhin ruhig.