Das Wachstum der deutschen Wirtschaft wird sich nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) im Zuge eines nachlassenden Exportzuwachses im zweiten Halbjahr gegenüber den ersten sechs Monaten des Jahres verlangsamen.

BERLIN (Dow Jones/ks)–Doch “auch bei einer sich abzeichnenden, etwas ruhigeren Gangart im zweiten Halbjahr dürfte die deutsche Wirtschaft im Jahr 2010 insgesamt kräftig zulegen und bereits den größeren Teil der krisenbedingten Wachstumseinbußen aufholen”, heißt es in dem am Montag veröffentlichten BMWi-Monatsbericht für Oktober.

Im ersten Halbjahr habe die deutsche Wirtschaft von dem ernormen Aufschwung der Wirtschaft profitiert. “Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte insbesondere in den Industriestaaten, die für den deutschen Außenhandel nach wie vor von zentraler Bedeutung sind, in den kommenden Quartalen ruhiger verlaufen”, heiß es in dem Bericht. Dies wirke sich auf die deutschen Exporte aus. “Sie bleiben aber auf Wachstumskurs”, trotz des wieder stärkeren Euro, betonte das BMWi.

Neben dem Außenhandel habe auch die vorhandenen binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte im ersten Halbjahr zusätzliche Impulse erhalten. “Der Aufschwung gewann damit erheblich an Breite und festigte sich”, stellte das Ministerium fest. Das Geschäftsklima in der Wirtschaft sei weiterhin positiv. Insgesamt dürfte die Industrie auch in den kommenden Monaten eine wichtige Stütze der konjunkturellen Entwicklung bleiben.

Die privaten Konsumausgaben nehmen laut BMWi nach der spürbaren Belebung im zweiten Quartal weiter zu. “Insgesamt schaffen die verbesserte Arbeitsmarktsituation, das ruhige Preisklima sowie die Entlastungsmaßnahmen bei den Einkommen der privaten Haushalte, die Anfang des Jahres in Kraft traten, Rahmenbedingungen, die deutlich für eine weitere Belebung der privaten Konsumausgaben sprechen”, heißt es in dem Monatsbericht.

Die Risiken für die konjunkturelle Entwicklung seien aber nach wie vor höher sind als gewöhnlich, erklärte das BMWi und verwies auf die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie die Finanz- und Staatsschuldenkrise sowie erhöhte konjunkturelle Risiken in einigen Ländern.