China Exporte Rückgang August 2016

Die Exporte Chinas sind im August weniger strak zurückgegangen als erwartet. - Bild: Bernswaelz/Pixabay

Laut den Analysten der NordLB zählte der Außenhandel zuletzt sicherlich zu den größten Sorgenkindern Pekings. Eine zurückhaltende Nachfrage wichtiger Handelspartner sowie eine schwächelnde Binnendynamik lasteten demnach sowohl auf den wertmäßigen Exporten als auch auf den Einfuhren.

Die nun von den chinesischen Zollbehörden vorgelegten Daten für den Berichtsmonat August seien entsprechend mit Spannung erwartet worden – schließlich ist das Reich der Mitte die größte Handelsnation und damit sind die heutigen Angaben in einem gewissen Umfang auch als Indikation für die Verfassung des Welthandels zu interpretieren.

Auch wenn laut den Experten nach wie vor ein Rückgang zu konstatieren ist, präsentierten sich die Exporte mit
-2,8 Prozent Y/Y durchaus stärker als erwartet. Die Überraschung des Tages sei aber ohne Zweifel die Entwicklung auf der Importseite. So sei für die wertmäßigen Einfuhren erstmals seit Oktober 2014 ein Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen.

Bei den Exporten falle auch im August eine gewisse Schwäche beim Handel mit wichtigen asiatischen Handelspartnern auf. So waren die Ausfuhren in Richtung Hongkong und die für China zunehmend an Bedeutung gewinnende ASEAN-Region rückläufig.

Als erfreulich dürfen nach Auffassung der NordLB-Analysten hingegen die Vorzeichenwechsel bei den europäischen Handelspartnern bewertet werden: Für die EU wurde für den August ein Zuwachs um 2,4 Prozent Y/Y gemeldet (nach -3,2 Prozent im Vormonat). Trotz Brexit fragte das Vereinigte Königreich im aktuellen Berichtsmonat 4,8 Prozent mehr nach als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die chinesischen Exporteure scheinen also auch den kalten Wind des drohenden EU Austritts noch nicht zu spüren.

Beim Blick auf die Importseite wird das Bild laut NordLB weitaus diffuser. So seien die starken Augustzahlen unter anderem aufgrund von Basiseffekten auf der Rohstoffseite zu relativieren. Gleichwohl indizierten die aufwärtsgerichteten Trends bei den mengenmäßigen Importen (so zum Beispiel von Kohle, Eisenerz und insbesondere Rohöl) noch eine vergleichsweise robuste physische Nachfrage im Reich der Mitte.

Allerdings sei auch hier von zurückhaltenderen Wachstumsraten auszugehen. Mit den Nachwirkungen der starken Überschwemmungen in einigen chinesischen Provinzen sei mit dem Wiederaufbau aber auch hier ein Sondereffekt zu berücksichtigen, der am aktuellen Rand auch die Automobil beziehungsweise Automobilzulieferindustrie begünstigt.

Mit der aktuellen Verschnaufpause sei laut den Analysten nicht zu rechnen gewesen. Dennoch ändere sich mit den heutigen Angaben das Bild der Lage nicht fundamental. Man gehe somit weiterhin davon aus, dass insbesondere die Geldpolitik unverändert bleibt. Das gelte auch für den Zielwert beim Renminbi gegenüber dem US-Dollar. "Wir rechnen damit, dass Peking sich nicht dazu verleiten lässt, den Wechselkurskanal als Exportsubvention zu nutzen. Kurz vor der operativen Aufnahme in den IWF-Währungskorb (am 1. Oktober) wird Stabilität das oberste Gebot der Stunde bleiben", hieß es aus Hannover.

Das Fazit der Analysten: Chinas Außenhandel überraschte im August insbesondere mit starken Importen. Allerdings müssten hier Sondereffekte wie Basiseffekte bei den Rohstoffpreisen und der den Überschwemmungen folgende Wiederaufbau berücksichtigt werden. Auch vor dem Hintergrund der hohen Volatilität der chinesischen Handelszahlen sehe manr keine Veranlassung seinr Bild der Lage zu adjustieren. China befindet sich weiterhin inmitten einer sanften Landung.


Mit Material von Dow Jones Newswires und der NordLB