NEW YORK (Dow Jones/ks)–Noch seien die Bedingungen für eine bedeutende Änderung der Wechselkurspolitik nicht gegeben, denn eine starke Yuan-Aufwertung könnte soziale Instabilitäten in China zur Folge haben, sagte Wen bei einer Veranstaltung am Mittwochabend (Ortszeit) in New York. “Sollte der Renminbi um 20% bis 40% aufwerten, wie von der US-Regierung gefordert, dann wissen wir nicht, wie viele chinesische Unternehmen bankrott gehen, wie viele chinesische Arbeitnehmer entlassen werden und wie viele Arbeiter in ihre Dörfer zurückgehen müssen”, sagte Wen. “Es würde große Turbulenzen in der chinesischen Gesellschaft geben.”

Im Vorfeld der Kongresswahlen im November haben die USA den Druck auf China erhöht, seine Landeswährung stärker aufwerten zu lassen. Auch US-Präsident Barack Obama hat die nur schleppenden Fortschritte bei der Flexibilisierung des chinesischen Devisenkurses kritisiert. US-Finanzminister Timothy Geithner hatte bei einer Anhörung vor dem Kongress offen Kritik an der chinesischen Wechselkurspolitik geübt. Allerdings hatte er auch durchblicken lassen, dass die US-Regierung zögere, China offiziell als “Wechselkursmanipulator” zu brandmarken. Die USA werfen China vor, sich mit einem künstlichen niedrigen Yuan-Wechselkurs unfaire Handelsvorteile zu verschaffen.