Der Mittelstand hat nach einer Untersuchung der Wirtschaftsauskunftsdatei Creditreform die Rezession überwunden.

BERLIN (Dow Jones/ks)–Die ermittelten Stimmungsindikatoren zur Geschäftslage und den Geschäftsaussichten lägen wieder im Bereich der Vorkrisenwerte und teilweise darüber, teilte Creditreform am Mittwoch mit. 48% und damit fast die Hälfte der gut 4.000 befragten Unternehmen bewerte die aktuelle Geschäftslage mit “gut” oder “sehr gut”. Im vergangenen Herbst hatten sich nur 32,8% positiv geäußert. Unzufrieden mit der Geschäftslage sind derzeit nur 4,7%der mittelständischen Unternehmen gegenüber 11% im Vorjahr.

Die Auftragseingänge sowie Umsatz- und Ertragszahlen im Mittelstand liegen deutlich über den Vorjahreswerten. Bei 40,6% der Unternehmen sind die Auftragseingänge gestiegen (Vorjahr: 21,1%). 14,8% der befragten verbuchten rückläufige Auftragseingänge (Vorjahr: 36,5%).

Entsprechend konnten 42,2% der mittelständischen Unternehmen ihren Umsatz steigern (Vorjahr: 25,2%). 16% der Befragten hatten geringere Umsätze (Vorjahr: 37,1%). Die Umsatzerwartungen der mittelständischen Firmen für die kommenden sechs Monate sind so optimistisch wie lange nicht. Jeder Dritte rechnet mit einem Umsatzanstieg (Vorjahr: 20,7%). Umsatzrückgänge befürchten 10% der Befragten (Vorjahr: 25,2%).

Die weiteren Personalplanungen der Mittelständler sind von Optimismus geprägt. 17,3% der Unternehmen suchen zusätzliches Personal, nur 6,9% der Befragten wollen Personal abbauen. Im Herbst 2009 wollte nur jeder Zehnte die Mitarbeiterzahl weiter aufstocken, 15,5% jedoch wollten Stellen streichen. Aus Sicht des Mittelstandes ist daher nicht mit einem Rückgang der Beschäftigung in den kommenden Monaten zu rechnen.

Die guten Geschäftsaussichten lassen die Investitionsbereitschaft der mittelständischen Betriebe deutlich steigen. 47,4% der Befragten planen in den kommenden Monaten ein Investitionsvorhaben (Vorjahr: 40,9%).

Die Erträge im Mittelstand haben sich deutlich erholt. Jeder Dritte verbuchte einen Gewinnanstieg (Vorjahr: 20,5%). Verschlechterungen traten nur bei 22,6% der Befragten auf (Vorjahr: 42,7 Prozent). Auch das Zahlungsverhalten der Kunden hat sich gebessert. Weniger Unternehmen als im vergangenen Jahr berichten über hohe Forderungsverluste.

Nur noch 10,1% verbuchen Ausfälle in einer Größenordnung von über 1% des Gesamtumsatzes (Vorjahr: 12,9%). Insgesamt melden 72,0% der Mittelständler den Forderungseingang innerhalb der üblichen Frist von bis zu 30 Tagen (Vorjahr: 70,9%). Zusammen mit einer stabileren Liquiditätslage dürfte es den Unternehmen gelingen, die aktuelle Boomphase zum Aufbau von Kapitalrücklagen zu nutzen, schreiben die Experten von Creditreform.