Eine Hauptursache für die höheren Lohnnebenkosten war eine höhere Anzahl von Krankheitstagen, die

Eine Hauptursache für die höheren Lohnnebenkosten war eine höhere Anzahl von Krankheitstagen, die zu höheren Kosten für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall führten (Bild: Franz Pflügl - Fotolia.com).

WIESBADEN (Dow Jones/ks)–Die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde zogen im Vergleich zum Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 2,0% an und wiesen damit den zweithöchsten Anstieg seit Beginn der Zeitreihen des Arbeitskostenindex im Jahr 1997 auf, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte. Nur im vierten Quartal 2008 hatte der Anstieg auf Quartalssicht mit plus 2,4% höher gelegen. Im vierten Quartal 2010 waren die Arbeitskosten lediglich um 0,8% gestiegen.

Auf Quartalssicht erhöhten sich die Kosten für Bruttolöhne und -gehälter im Berichtsquartal um 1,3%, die Lohnnebenkosten um 4,4%. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Arbeitskosten im ersten Quartal 2011 kalenderbereinigt um 2,8% nach plus 1,1% im Schlussquartal 2010.

Die Steigerung der Bruttolöhne und -gehälter war nach Darstellung der Statistikbehörde vor allem durch den weiteren Abbau von Kurzarbeit und einer Zunahme von Sonderzahlungen bedingt. Gedämpft wurde diese Entwicklung jedoch etwas durch den gleichzeitigen Anstieg der geleisteten Stunden. Die Lohnnebenkosten wuchsen deutlich stärker als die Bruttolöhne und -gehälter. Wichtige Ursachen dafür waren zum einen eine höhere Anzahl von Krankheitstagen, die zu höheren Kosten für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall führten. Zum anderen stiegen die Beitragssätze zur Arbeitslosen- und Krankenversicherung leicht.

Im vergangenen Jahr sind die deutschen Arbeitskosten in der Privatwirtschaft im Vergleich mit den anderen EU-Ländern unterdurchschnittlich gestiegen. In Deutschland verteuerte sich eine Stunde Arbeit im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr kalenderbereinigt um 0,8%. Der durchschnittliche Anstieg der Arbeitskosten in der gesamten Europäischen Union betrug 1,8%. Die höchsten Wachstumsraten wiesen Bulgarien (plus 9,2%), Rumänien (plus 6,0%) und Großbritannien (plus 3,5%) auf. Die Arbeitskosten sanken dagegen am stärksten in Litauen (minus 4,9%). In Frankreich war das Wachstum der Arbeitskosten mit 3,2% deutlich höher als in Deutschland. In Griechenland sanken die Arbeitskosten im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 1,0%.