Bild: Mirko Meier - Fotolia.com

Bild: Mirko Meier - Fotolia.com

BERLIN (Dow Jones)–”Das im Gesamtjahr erwartete Umsatzwachstum unserer Ausfuhren um nominal bis zu 9% auf 1.046 Mrd Euro beinhaltet jedoch einen ganz erheblichen Preiseffekt”, sagte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Grosshandel, Aussenhandel, Dienstleistungen (BGA) am Mittwoch in Berlin.

Damit werden die deutschen Exporte erstmals die Billionengrenze durchbrechen. Besonders dynamisch entwickeln sich die Exporte in die Länder außerhalb der EU, die 2011 um rund 13% steigen dürften. Die Ausfuhren in die EU dürften laut BGA 2011 um knapp 7% zulegen.

Die Importe steigen 2011 mit einem Plus von 12% noch dynamischer als die Exporte und erreichen 903 Mrd Euro. Die Einfuhren aus der EU legen dabei nach BGA-Prognose um 10% zu, die aus den Drittländern um 15%. “Deutschland importiert kräftig Vorprodukte aus EU-Ländern für seine dynamisch wachsenden Exporte und wird damit seiner Rolle als Konjunkturlokomotive für die Europäische Union gerecht”, sagte Börner. Der deutsche Außenhandelsüberschuss werde 2011 folglich 143 Mrd Euro betragen.

Trotz dieser zuversichtlichen Prognosen sei das Jahr 2011 keineswegs sorgenfrei. Erhebliche Risikofaktoren trübten das Bild. Vor allem die Rohstoffpreisexplosion sowie die Instabilitäten im Nahen Osten wie die Unsicherheiten über die künftige Wirtschaftsentwicklung Chinas stellten Risiken dar, sagte Börner.

Die brisante Lage in Libyen werde nicht nur wegen dessen wichtiger Rolle als Energielieferant mit großer Sorge gesehen, sondern auch wegen der potenziell destabilisierenden Auswirkungen auf die gesamte Region. Die Gefahr einer neuerlichen Rezession in den USA scheine nur vorerst gebannt. Auch die Schulden- und Vertrauenskrise einiger Staaten im Euroraum sei keineswegs ausgestanden.

“Zudem machen wir uns zunehmend Sorgen um die Stabilität der chinesischen Wirtschaft”, sagte der BGA-Präsident. Die Unsicherheit über das tatsächliche Ausmaß der Aktien- und Immobilienblase ergebe zusammen mit den explodierenden Preisen und der ungleichen Verteilung des Wohlstandes im Lande einen gefährlichen Risikococktail. “Dieser kann schnell sämtliche bisherigen Prognosen zum Wachstum des Welthandels obsolet machen”, sagte der Außenhandelspräsident.

Außerdem belasteten die steigenden Importpreise die Unternehmen gewaltig. Die Folge sei ein zunehmender Inflationsdruck. Besonders Energieträger, Stahl und andere Rohstoffe müssten teurer im Ausland eingekauft werden. Als Gründe für die Preisexplosion sieht Börner die hohe Nachfrage als Folge der anziehenden Konjunktur in den Schwellenländern sowie die künstliche Marktverknappung wegen Exportbeschränkungen.