MÜNCHEN (ilk). Die im Rahmen des ifo Konjunkturtests befragten Unternehmen waren im Juli etwas weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Situation und auch die Aussichten für die kommenden Monate haben sich den Testergebnissen zufolge eingetrübt. Infolge nachlassender Nachfragedynamik und geringerer Zuwächse bei den Auftragsbeständen übertraf die Kapazitätsauslastung mit 86,2% den Wert des Vorquartals (86,0%) nur knapp. Die Produktion wurde lediglich geringfügig ausgeweitet. Die Produktionspläne der Firmen ließen deutlich geringere Expansionsabsichten für die kommenden Monate erkennen. Weiterhin ist von einem leichten Beschäftigungsaufbau die Rede.

Im Vorleistungsgütergewerbe hat sich das Geschäftsklima abgekühlt. In Anbetracht rückläufiger Nachfrage waren die Unternehmen nicht mehr so zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage wie im Juni. Auch die Produktion wurde nicht mehr ausgeweitet und die Kapazitätsauslastung lag mit 85,9% um 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorquartalswert. Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung rechneten die Firmen kaum noch mit Zuwächsen und wollten ihre Produktion etwas moderater erhöhen. Auch im Investitionsgüterbereich ist der Geschäftsklimaindikator gefallen. Während die Lage ähnlich gut bewertet wurde wie im Vormonat, waren die Firmen deutlich weniger optimistisch hinsichtlich der zukünftigen Geschäftsentwicklung. Auch wenn die Produktion nicht mehr so kräftig angehoben wurde wie in den Monaten zuvor, erreichten die Geräte und Maschinen einen Auslastungsgrad von 89,2% nach 88,4% im Vorquartal. Die Auftragsbestände erhöhten sich deutlich von 3,5 (April 2011) auf 4,0 Produktionsmonate.

In der Konsumgüterindustrie (ohne Ernährungsgewerbe) wurde die Situation nicht mehr als so gut bewertet wie im Juni. In Anbetracht rückläufiger Nachfrage und geringerer Auftragsbestände wurde die Produktion kaum noch angehoben. Weiterhin gingen die Firmen jedoch von einer Geschäftszunahme in den kommenden Monaten aus und auch aus dem Ausland wurde nach wie vor mit positiven Impulsen gerechnet.

Im Ernährungsgewerbe war im Juli in Bezug auf das Geschäftsklima kaum eine Änderung zum Vormonat zu verzeichnen. Die Meldungen zur Geschäftslage sowie zu den -erwartungen fielen ähnlich aus wie im Vormonat. Mit 77,1% lag die Kapazitätsauslastung um 0,5 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorquartals.

In der chemischen Industrie hat sich die Geschäftslage erkennbar verschlechtert, lag im Juli aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Die Firmen verzeichneten ein deutliches Abflachen der Nachfragedynamik und auch die Auftragsbestände waren nicht so hoch wie im Vormonat. Infolgedessen wurde die Produktion kaum noch angehoben.

Im Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung ist der Geschäftsklimaindikator gesunken. Die Unternehmen berichteten von einem deutlichen Nachfrage- und Produktionsrückgang. Zudem rechneten sie mit einer Geschäftsabschwächung in den kommenden Monaten. Im Maschinenbau waren die Firmen ebenfalls nicht mehr ganz so zufrieden mit der aktuellen Situation wie noch zuletzt. Die Nachfragedynamik ließ spürbar nach. Der kommenden Entwicklung sahen die Unternehmen nicht mehr so optimistisch entgegen und ihre Planungen waren nicht mehr so stark auf Expansion ausgerichtet wie bisher.

Im Bereich Elektrotechnik ist der Geschäftsklimaindikator weiter gefallen. Angesichts rückläufiger Nachfrage und geringerer Auftragsbestände haben die Unternehmen die Produktion weniger stark angehoben als zuletzt. Der Auslastungsgrad der Maschinen und Geräte fiel im Juli auf 86,1% nach 86,6% im Vorquartal. Im Bereich Feinmechanik und Optik hat sich das Geschäftsklima spürbar abgekühlt. Die Unternehmen berichteten von nur noch minimalen Produktionsanhebungen. Der Optimismus in Bezug auf das kommende halbe Jahr verschwand nahezu vollständig und die Produktionspläne waren kaum noch auf Expansion ausgerichtet. Im Fahrzeugbau war im Gegensatz zu den anderen Bereichen eine günstigere Entwicklung zu beobachten. Die Firmen waren mit ihrer Situation zufriedener als im Juni und berichteten von höherer Nachfrage sowie größeren Auftragsreserven. Mit 90,6% war die Kapazitätsauslastung erkennbar höher als im Vorquartal (April 2011: 89,2%).

Im Bereich Glasgewerbe, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden waren die Firmen nicht mehr so zufrieden mit der aktuellen Situation wie im Juni. Die Produktion wurde nicht mehr so kräftig erhöht wie in den Monaten zuvor und die Geräteauslastung verfehlte mit 81,4% den Vorquartalswert (82,5%) deutlich. Der nahen Zukunft sahen die Firmen nur noch verhalten zuversichtlich entgegen.

Im Papiergewerbe war ein Rückgang des Geschäftsklimaindikators zu verzeichnen. Die Produktion wurde im Durchschnitt gedrosselt und die Kapazitätsauslastung reduzierte sich demzufolge von 89,3% im April 2011 auf 88,3%. Im Druckgewerbe hat sich die Geschäftssituation wieder verschlechtert. Die Unternehmen waren mit einer abnehmenden Nachfrage konfrontiert und die Auftragsreserven sanken von 1,4 (April 2011) auf 1,3 Produktionsmonate. Die Geschäftsaussichten waren jedoch weiterhin freundlich, so dass die Produktionspläne wieder stärker auf Expansion ausgerichtet waren.

Im Bereich Gummi- und Kunststoffwaren hat sich die Geschäftssituation wieder verschlechtert, dennoch bewerteten weiterhin per saldo die Hälfte der Unternehmen ihre Lage als gut. Für die kommenden Monate rechneten die Firmen allerdings nicht mehr so oft mit einer Geschäftszunahme und auch die Impulse aus dem Ausland dürften nach Ansicht der Unternehmen abnehmen. Im Textilgewerbe ist der Geschäftsklimaindikator wieder gestiegen. Trotz wieder besserer Geschäftsaussichten wollten die Unternehmen in Anbetracht eines spürbaren Nachfrageeinbruchs die Produktion in den kommenden Monaten nicht weiter erhöhen.

Im Holzgewerbe (ohne Möbelhersteller) hat sich die Geschäftssituation deutlich verschlechtert. Nachfrage und Auftragsbestände waren im Juli rückläufig und die Produktion wurde kaum angehoben. Für die kommenden Monate rechneten die Unternehmen mit einer Geschäftsabschwächung.