Die deutsche Industrie schwächelt trotz Hochphase.

Die deutsche Industrie schwächelt trotz Hochphase. - Bild: Pixabay

Nach Einschätzung von Experten ist von der Produktion in den deutschen Industriebetrieben kaum noch ein positiver Wachstumsimpuls für das erste Quartal zu erwarten.

Bereits seit Dezember schwächelt die Produktion im verarbeitenden Gewerbe. Da hilft es wenig, dass die Daten zur Fertigung im Januar leicht nach oben revidiert wurden. Wie das Bundesamt weiter mitteilte, war die Produktion zum Jahresauftakt um 0,1 Prozent im Monatsvergleich gestiegen und nicht wie zuvor gemeldet um 0,1 Prozent gesunken.

Analysten wurden vom Dämpfer im Februar überrascht. Sie hatten mit einem Zuwachs der Gesamtproduktion um 0,2 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Produktion um 2,6 Prozent. Auch hier wurden die Erwartungen von Analysten deutlich verfehlt.

Aufgeschlüsselt in einzelne Bereiche zeigt sich innerhalb der Industrie im Monatsvergleich ein vergleichsweise starker Dämpfer bei der Produktion von Investitionsgütern. Hier meldete das Bundesamt einen Rückgang um 3,1 Prozent. Die Produktion von Konsumgütern sei um 1,5 Prozent gesunken, hieß es weiter. Ein weiterer Dämpfer wird aus der Baubranche gemeldet. Experte Ralph Solveen von der Commerzbank geht davon aus, dass die Bauwirtschaft im Februar unter der kalten Witterung gelitten hatte.

Dämpfer allerorten

Die überraschend schwachen Produktionsdaten fügen sich ein in zuletzt enttäuschende Stimmungsdaten aus der deutschen Wirtschaft. So hatte sich das Ifo-Geschäftsklima, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, deutlich eingetrübt. Einen Dämpfer gab es zuletzt auch bei der Stimmung der Einkaufsmanager, die in der Regel einen guten Hinweis auf die weitere konjunkturelle Entwicklung liefert. Hinzu kommt, dass auch der Auftragseingang in den deutschen Industriebetrieben zuletzt schwächer als erwartet ausgefallen war.

"Für sich genommen spricht die Produktion in der Industrie nur für wenig mehr als Stagnation im ersten Quartal 2017", kommentierte Experte Stefan Kipar von der BayernLB. Er rechnet aber nach wie vor nicht mit einem Ende des Aufschwungs. Trotz der zuletzt enttäuschenden Daten zum Auftragseingang sagte Kipar: "Die Auftragsbücher der Unternehmen sind weiterhin prall gefüllt und die Kapazitäten ausgelastet."

Auch Commerzbank-Experte Solveen geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Quartalen an Fahrt verlieren wird. Ein Ende des Aufschwungs ist aber auch für Solveen nicht in Sicht. Die weiter extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB ) werde die Konjunktur anschieben, sagte der Experte.