Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich Mai/Juni gegenüber März/April ergab sich

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich Mai/Juni gegenüber März/April ergab sich eine leichte Zunahme der Erzeugung im Produzierenden Gewerbe um preis-, kalender- und saisonbereinigt 0,1%. (Bild: ABB)

BERLIN (DJ/gk). Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe in Deutschland hat sich im Juni entgegen den Erwartungen abgeschwächt. Wie das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) am Freitag in Berlin auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, verringerte sich die Produktion im Juni im Vergleich zum Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,1%. Von Dow Jones Newswires befragte Bankenvolkswirte hatten eine Stagnation der Produktion erwartet.

Im Bauhauptgewerbe wurde die Produktion laut Wirtschaftsministerium mit einem Rückgang um 4,5% deutlich stärker eingeschränkt als in der Industrie, die ein Minus von 0,9% verbuchte. In den Bereichen der Investitions- und Konsumgüter kam es zu einer Abschwächung der Produktion um 2,0% bzw. 1,0%. Die Hersteller von Vorleistungsgütern weiteten ihre Produktion hingegen weiter leicht um 0,3% aus.

Im Mai war die Produktion revidierten Angaben zufolge um 0,9% gestiegen. Ursprünglich hatte das BMWi hier einen Zuwachs von 1,2% ausgewiesen. Auf Jahressicht sank die Produktion im Juni um 0,3%, arbeitstäglich bereinigt erhöhte sie sich gegenüber dem Vorjahresmonat allerdings um 6,7%.

Das BMWi rechnete auch im Monatsvergleich mit einer künftig tendenziell weiter steigenden Produktion. “Im Juni gab es mehr Brückentage als saisonüblich. Hierdurch wurden die Produktionsergebnisse merklich gedämpft”, erklärte das Ministerium. “Gleichwohl blieb die Erzeugung in der Industrie in der Tendenz aufwärts gerichtet”, hob das BMWi hervor.

Ein hoher Auftragsbestand und die weitere Zunahme der Auftragseingänge sprächen “für ein solides Expansionstempo in den kommenden Monaten”. Im Bauhauptgewerbe dürfte nach der starken Frühjahrsbelebung nach Einschätzung des Wirtschaftsministeriums eine gewisse Normalisierung eingetreten sein.

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich Mai/Juni gegenüber März/April ergab sich eine leichte Zunahme der Erzeugung im Produzierenden Gewerbe um preis-, kalender- und saisonbereinigt 0,1%. Einem Rückgang der Produktion im Baugewerbe um 4,0% stand ein weiterer Zuwachs der Industrieproduktion um 1,0% gegenüber. In der Industrie verzeichneten die Produzenten von Vorleistungs- und Investitionsgütern Produktionsanstiege um 1,2% bzw. 1,4%. Die Erzeugung von Konsumgütern wurde um 0,2% reduziert.

Im gesamten zweiten Quartal wurde die Industrieproduktion laut den Angaben gegenüber dem ersten Quartal um 2,0% ausgeweitet. Die Erzeugung im Bauhauptgewerbe ging um 1,2% zurück.

Ihren Vorjahresstand überschritt die Fertigung im Produzierenden Gewerbe im Mai/Juni um 8,7% und arbeitstäglich bereinigt um 6,9%. Während die Industrieproduktion das Vorjahresniveau um 10,5% bzw arbeitstäglich bereinigt um 8,6% übertraf, lag die Erzeugung im Bauhauptgewerbe um 7,2% sowie bereinigt um 4,7% über dem Vorjahresniveau.