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Nach Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) stieg die Produktion im Januar gegenüber dem Vormonat um 3,3 Prozent. Das ist der stärkste Zuwachs seit September 2009. - Bild: Frank Peters/Fotolia

Nach Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) stieg die Produktion im Januar gegenüber dem Vormonat um 3,3 Prozent. Das ist der stärkste Zuwachs seit September 2009.

Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen Anstieg von lediglich 0,5 Prozent prognostiziert. Im Dezember war die Produktion nach revidierten Angaben nur um 0,3 Prozent gesunken. Vorläufig war ein Minus von 1,2 Prozent genannt worden. Im Ergebnis lag die Produktion im Januar um 3,8 Prozent höher als von der Prognose impliziert.

Nach Meinung von Volkswirten dürften diese Daten die ärgsten Befürchtungen über die Lage der Industrie mildern und die Erwartung stützen, dass die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal etwas kräftiger wachsen wird. Allerdings bleibt das außenwirtschaftliche Umfeld für Deutschland schwierig, wie die am Morgen veröffentlichten chinesischen Handelsbilanzdaten für Februar zeigen.

"Diese Daten sind fast zu schön, um wahr zu sein", sagte ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski zur deutschen Produktion. Zwar sei von der Industrieproduktion nun ein starkes Signal gekommen, aber andererseits falle dieser Produktionsboom mit fallenden Lagerbeständen und ungefüllten Auftragsbüchern zusammen. "Der Rückgang von Stimmungsindikatoren und Produktionserwartungen in den vergangenen Monaten deutet darauf hin, dass sich die Lage der deutschen Industrie erst noch weiter verschlechtern wird, ehe sie sich wirklich bessert", sagte Brzeski.

Dominic Bryant von BNP Paribas wies darauf hin, dass die Produktion nach den starken Januar-Daten deutlich höher liege, als dies die Auftragseingänge nahelegten. "Deshalb wäre es nicht überraschend, wenn die Produktion im nächsten Monat um 2 Prozent sinkt", sagte er.